Editorial Materialfluss 03/2017
Raus aus der Echokammer
Es war unter anderem unser frischgebackener Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der mal wieder den Begriff „Echokammer“ aufs Tapet brachte, als er sich Anfang Februar vor seiner Kür im bayerischen Landtag vorstellte. Er mache sich Sorgen um eine Gesellschaft, die sich zunehmend in Echokammern zurückziehe, in denen „viel zu viele Menschen in ihren Blasen nur noch mit sich selbst und ihresgleichen kommunizieren“, tat Steinmeier kund. Was bedeutet: Man hört sich nur selbst zu und findet seinen eigenen Standpunkt natürlich ok. Eine Kammer, gefüllt mit dem eigenen Echo.

Man kann von dem Politiker halten, was man will, in diesem Punkt hat er recht. Und ich traue mich, darauf hinzuweisen, dass sich auch in der Intralogistik Echokammern bilden können, die alles andere als hilfreich sind.
Sie halten diese Ausgabe (übrigens die umfangreichste seit bald sechs Jahren!) wenige Tage vor der Messe LogiMAT in den Händen, die sich einmal mehr anschickt, alle Rekorde zu brechen. Es wird in dem bunten Stuttgarter Messetrubel nicht nur um Kundenakquise und Deals gehen, sondern auch um die Chance, sich Interessierten, die die Branche noch nicht so gut kennen, zu zeigen. Denn gerade bei den zahlreichen Foren und Panels einer Messe (das gilt beileibe nicht nur für die LogiMAT) hat man das Gefühl, dass dort nur diejenigen, die den Wandel gestalten, denjenigen, die auch den Wandel gestalten, kundtun, dass sie den Wandel gestalten. Dabei ist mitnichten jedem da „draußen“ klar, dass die Intralogistik der Motor vieler Wünsche der Gesellschaft ist und ihre Effizienz dafür sorgt, dass diese Wünsche wahr werden. Die Branche hat allen Grund, stolz auf sich zu sein – und jetzt führt der Weg direkt in die Gesellschaft. Und nicht in die Echokammern.
Freundliche Grüße aus Haar,
Martin SchrüferLeitender Chefredakteur Materialfluss, LT-manager









