Editorial materialfluss 03/2019
Die Grenzen des Wachstums
Die Überschrift mag täuschen – ich werde Sie nicht mit dem Club of Rome langweilen oder mit dem Geunke über einen möglicherweise nun unvermeidlichen Abschwung in Deutschland. Was die Denkfabrik des Club of Rome vor gerade mal bald 50 Jahren propagierte (und was, nur nebenbei, in vielen CEO-Präsentationen deutscher Intralogistiker immer noch zitiert wird), nämlich die Grenzen des Wachstums, betraf die Weltwirtschaft.
Dieses ist limitiert; das Wachstum von Stuttgart und seiner Intralogistikmesse schon längst. Rekordzahlen hin oder her, durch Lehm auf ebenso dubiosen wie finsteren Behelfsparkplätzen beschmutzte Schuhe hin oder her: Die Messe ist über dem Peak, man trifft sich nicht mehr, man eilt im Laufschritt aneinander vorbei und kollidiert mit tiefenentspannten Schnäppchenjägern. Das alles non-stop drei künstlich verkürzte Messetage lang. Müde und außer Atem findet man am Ende dennoch keinen Weg zur Zukunft der Branche: zu den angrenzenden Bereichen Automation, Robotik, IT und Produktion. Wenn Google auf den hochspezialisierten deutschen Mittelstand träfe, wenn der Roboterspezialist neben dem LogiMAT-Veteran („Halle 1, seit eigentlich immer schon, Herr Schrüfer!“) ausstellt, dann wäre das großartig. Doch dafür ist kein Platz. Die Intralogistik ist die Schnittstelle zu und für alle Branchen und Technologien. Auf dem in vielerlei Hinsicht limitierten Gelände in Stuttgart ist die Schnittstelle eine Endstelle. Das wird auch keine im Masterplan 2025 der Messegesellschaft visionierte Halle 11 mehr ändern. Bis dahin ist der Zug abgefahren.
Große Resonanz unter den Ausstellern und Lesern fand dementsprechend die Kolumne von Intra Logistik in Ausgabe 1-2/19 und insbesondere ihre Idee, die Messe nach München umzuziehen. Ihr Feedback hat uns sehr gefreut, ich habe Ihre zustimmenden Kommentare gern weitergeleitet. Die Antwort der Messemacher lesen Sie, sofern Sie noch eintrifft, in einer der kommenden Ausgaben.
Bis dahin verbleibe ich, mit herzlichen Grüßen, als Ihr
Martin Schrüfer
Leitender Chefredakteur











