Logistik-Dienstleister

Eine runde Sache

Um Transport- und Logistikkosten nachhaltig zu senken, bündelte ein Dienstleister innerhalb seines TSP-Reifennetzwerks die Transporte unterschiedlicher Hersteller. Ein Lager im südhessischen Otzberg dient als Zentralhub. Von dort verteilt CEVA Reifen für Hersteller wie Pirelli, Trelleborg und Vredestein. Weil seit einigen Jahren immer mehr Billigreifen aus Übersee auf den europäischen Markt drängen, vertrauen Kunden verstärkt auf die Leistungsfähigkeit des Distributionsnetzwerkes von CEVA.

Von mehr als 20 Transshipment Points (TSP) wird dieses Reifenlogistik-Netzwerk in Deutschland gesteuert - zwei dieser TSP betreibt CEVA derzeit selbst, die restlichen über Partner. „In Zukunft planen wir allerdings, den Anteil der in Eigenregie betriebenen TSP vor allem an strategisch wichtigen Punkten weiter auszubauen und insgesamt in Deutschland mit nur noch 18 TSP auszukommen“, erklärt Frank Erhardt, Vice President Contract Logistics Germany bei CEVA Logistics Central Europe, das weitere Vorgehen.

Über den Reifenstandort Otzberg als Zentralhub werden die Reifen eingeschleust. Von dort verteilt sie CEVA innerhalb von 24 Stunden an sämtliche Händler in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Ausnahme ist Dänemark, das im 48-Stunden-Fenster beliefert wird. Gerade als bestandslose Güterverteilzentren erfüllen die TSP die Forderung nach einer Reduzierung des Bestandes innerhalb der logistischen Kette und damit der Kapitalkosten. Gleichzeitig ermöglichen sie die Einhaltung der von Endverbrauchern und Handel geforderten kurzen Lieferzeiten.

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Kerngedanke des Netzwerks ist die Verknüpfung der herstellernahen Konsolidierung der Warenströme mit der händlernahen Konsolidierung der bestellten Lieferungen, ohne den Umweg über einen zentralen Umschlag zu nehmen. Aufgrund der Zusammenarbeit unterschiedlicher Reifenhersteller profitiert jedes Unternehmen von Bündelungseffekten, die CEVA erreicht und an seine Kunden weitergibt. Je mehr Volumen über das Netzwerk abgewickelt wird, desto attraktiver ist das für die eingebundenen Hersteller.

Jeder der TSP dient zum einen als potenzieller Einspeisepunkt für verschiedene führende Reifenhersteller und -großhändler, zum anderen als regionale Umschlagbasis für die Feinverteilung an den Handel innerhalb seines Gebietes. Die Betreiber der TSP sind regionale und nationale Transport- und Logistikunternehmen, die aufgrund ihrer regionalen Präsenz eine zeitnahe Belieferung der Händler sicherstellen können und mit denen eine zum Teil langjährige Kooperation - oft auf informeller Basis - besteht.

CEVA steuert in diesem Kooperationsmodell als informationsbasiertes Kontraktlogistikunternehmen die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Herstellern und den Partnern im TSP-Netzwerk. Maßgeblich für die Leistungsfähigkeit des Netzwerkes ist die Integration der herstellerspezifischen Prozesse auf der Wareneingangsseite in ein durchgehendes IT-System, das die herstellerübergreifende Konsolidierung und Steuerung der Aufträge auf der Warenausgangsseite ermöglicht.

Um die für alle Partner notwendige Transparenz zu gewährleisten und eine zuverlässige Sendungsrückverfolgung sicherzustellen, kommen durchgehende Informationssysteme zum Einsatz, die den gesamten Auftragsprozess abbilden. Die Anbindung der Partner in den TSP ist nicht zuletzt im Hinblick auf die Effizienz entscheidend. Sämtliche für den Transport relevanten Daten werden in Echtzeit an die Transporteure übermittelt, um beispielsweise die Routen- und Fahrzeugplanung laufend zu optimieren. So erlaubt das System trotz des großen Bestellfensters bis 18 Uhr eine ständige Verkehrsoptimierung, um die Auslastung zwischen den TSP weiter zu verbessern.

Mit seinem TSP-Netzwerk hat CEVA Logistics eine Logistiklösung für die Reifenbranche implementiert, die auf dem Ansatz der herstellerübergreifenden Nutzung eines kooperativen Netzwerks beruht. Deutschlands einziges flächendeckendes, herstellerübergreifendes Reifenlogistik-Netzwerk trägt zur Wertschöpfung sowie zur Reduktion von Lagerbeständen und Logistikkosten der Hersteller bei. Es ermöglicht durch Synergie- und Skaleneffekte zudem die Steigerung des Servicegrades, der für Reifenhersteller und -handel zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Kaizen-Awards für zwei erfolgreiche Lean-Elemente Sobald ein Projekt implementiert ist, arbeitet CEVA stetig an der Steigerung der Qualität und Effizienz der Prozesse. Dazu zählt die konsequente Anwendung der Lean-Kultur, die von speziell ausgebildeten Experten innerhalb des Unternehmens immer weiter verankert wird. Aufgabe dieser Spezialisten ist es, mangelnde Flexibilität und Ressourcenverschwendung bei CEVA konsequent aufzudecken, Prozesse zu optimieren und diese durch standardisierte Arbeitsabläufe nachhaltig abzusichern.

Ceva

Zwei der zahlreichen Kaizen-Instrumente spielten für die Prozessoptimierung im vergangenen Jahr eine entscheidende Rolle: Erstens ein mobiles Teleskop-Förderband für interne Transportabläufe, das der CEVA-Kunde Pirelli in seiner Reifenlogistik bereits erfolgreich einsetzt. Und zweitens eine gemeinsam mit dem Flurförderzeughersteller Jungheinrich realisierte Lösung zur transpondergestützen Fahrzeugnavigation, mit deren Hilfe Stellplätze im Lager auf Basis einer Geodatensteuerung zielgenau angefahren werden können. Beide Konzepte wurden im September 2009 mit dem Kaizen-Award von CEVA ausgezeichnet.

CEVA Logistics GmbH, E-Mail: [email protected], www.cevalogistics.com

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