Lager- und Regalsysteme
Zehn flinke Roboter in Aktion
Die Bürobedarfskooperation Soennecken eG hat ihr Sortiment um die Hälfte vergrößert und wollte im Zuge dessen ihre Logistikkapazität am Standort Overath erweitern. Dies realisierte sie in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Projektpartner Unitechnik. Der Generalunternehmer integrierte innerhalb kürzester Zeit ein AutoStore-Lager zur automatischen Bevorratung und Bereitstellung von Kleinteilen in das bestehende Logistikzentrum.

Weil papierlose Prozesse in Industrie, Handel und Verwaltung mehr und mehr den Arbeitsalltag prägen und damit auch die Nachfrage nach Büroartikeln verändern, reagierte die Bürobedarfskooperation Soennecken mit einer Vergrößerung ihres Artikelspektrums. Für die Zwischenlagerung dieser Produkte benötigte die Soennecken eG mehr Lagerkapazität in ihrem Logistikzentrum in Overath und ein Lager- und Kommissioniersystem, das einen schnellen Zugriff auf alle Artikel ermöglicht.
Bis zu 50 Prozent Platzersparnis
Das Unternehmen habe zunächst verschiedene Alternativen geprüft, berichtet Klaus Schneider, Leiter des unternehmensweiten Prozessmanagements bei Soennecken: "Wir wollten nicht neu bauen oder anbauen, sondern unser erst 2009 fertiggestelltes Logistikzentrum noch besser ausnutzen. Daher brauchten wir ein System, das vorhandenen Raum für unser wachsendes Artikelsortiment höchst effektiv nutzt, dennoch skalierbar ist und sich möglichst problemlos in den bisherigen Materialfluss einfügt." Die Entscheidung fiel auf ein AutoStore-Lager, das die Anforderungen ideal erfüllen sollte: Ein solches System braucht nur etwa die Hälfte des Raumes eines konventionellen Lagers mit Regalen und bietet so eine platzsparende Lagermöglichkeit für viele Artikel. Außerdem ist es gut in die bestehende Anlage integrierbar und kann mit wenig Aufwand skaliert werden: Zusätzliche Roboter sorgen für eine höhere Leistung, und die Erweiterung des Rasters erhöht die Kapazität des Lagers. Die Konzeption der neuen AutoStore-Lösung initiierte das Soennecken-Prozessteam rund um Eduard Ebert, verantwortlich für das Prozess- und Qualitätsmanagement in der Logistik, Dirk Leischner, Leiter Technik und Gesamtprojektleiter, und Klaus Schneider. Die sehr gute Kundenberatung und die hohe IT- und Prozesskompetenz hätten unter anderem dazu geführt, dass der Auftrag für die Umsetzung erneut an Unitechnik Systems ging, so der Tenor des Prozessteams. Darüber hinaus kennt der Systemintegrator die Anlage aus früheren Projekten bis ins kleinste Detail.
Ideal für kleinvolumige Produkte
Das AutoStore-Lager besteht aus einer modularen Aluminiumkonstruktion – einem selbsttragenden Raster, innerhalb dessen die Kunststoffbehälter übereinandergestapelt werden. Das Raster lässt sich beliebig an den zur Verfügung stehenden Platz anpassen. Im Lager in Overath sind das 50 Positionen in der Länge, 17 Positionen in der Breite und 13 Positionen in der Höhe. Die gesamte Lagerfläche beträgt damit knapp 300 Quadratmeter, das Volumen rund 1.300 Quadratmeter mit Platz für 9.500 Behälter. Dabei ist jeder Behälter variabel in bis zu vier Fächer unterteilbar.
Vorausschauend organisieren
Neben der Bearbeitung von Ein- und Auslagerungen beschäftigen sich die Roboter ständig mit der vorausschauenden Umorganisation des Lagers. So werden in nächster Zeit benötigte Behälter, die relativ weit unten stehen, schon einmal "ausgegraben" und auf der oberen Ebene bereitgestellt. Ändert sich die Nachfrage nach einem Artikel – zum Beispiel durch saisonale Schwankungen –, reagiert die Steuerung des AutoStore-Lagers automatisch und passt die Anordnung der Behälter entsprechend an. Die Organisation des Lagers wird also ständig im Hinblick auf die Abrufmengen der Artikel optimiert. Damit ist ein ideales Lager für Mittel- und Langsamdreher entstanden.
Derzeit werden zehn Roboter zur Bedienung des Lagers eingesetzt, die einen Durchsatz von bis zu 250 Behälter pro Stunde erreichen. Über dem Raster befinden sich Fahrschienen, auf denen sich die akkubetriebenen Roboter bewegen. Sie verfügen über zwei Radsätze, mit denen sie in Quer- und Längsrichtung über das Lager fahren, um so jede Koordinate des Lagers anfahren zu können. Der Roboter hat immer nur Zugriff auf den obersten Behälter eines Stapels.
Bis zu 21.000 Artikel effektiv kommissionieren
Die Detailplanungen des Projekts begannen im Herbst 2015. Die Umsetzung verantwortete der Generalunternehmer ab Frühjahr 2016. Mit der Planung, Lieferung und Installation des AutoStore-Systems wurde die Firma AM-Automation beauftragt. Schon Ende September konnte mit dem Hochfahren der Anlage begonnen werden. Da die Integration einiger Elemente den laufenden Betrieb beeinflusst hätte, wurden viele Arbeitsschritte in an Wochenenden durchgeführt.
Mit dem AutoStore-System ist Soennecken nun in der Lage, im Logistikzentrum bis zu 21.000 verschiedene Artikel zu lagern und effektiv zu kommissionieren. Auf einer Fläche von knapp 300 Quadratmeter wurde damit Raum für 6.000 weitere Artikel geschaffen. Und nicht zuletzt sind mit der Erweiterung besonders ergonomische und somit gesundheitsfördernde Arbeitsplätze entstanden.
Dr.-Ing. Ralf Lüning










