Logistikzentrum

Kanallager als Lösung – VSM investiert in Logistikzentrum

Seit Jahren verzeichnet die Vereinigte Schmirgel und Maschinenfabriken AG (VSM) ein starkes Umsatzplus. Das stellte die Logistik des Schleifmittelherstellers vor große Herausforderungen, zugleich stießen die bestehenden Kapazitäten an die Grenzen. Die Lösung bietet ein neues Versand- und Distributionslager als Logistikknotenpunkt, das am 9. Juni eröffnet wurde.

Die neue Fördertechnik bei VSM. © VSM

Mit seinem neuen Logistikknotenpunkt or­ganisiert VSM nun weltweit die Lieferungen seiner Schleifmittel von Hannover-Hainholz aus. Mit dem zentralen Warenumschlag wurden­ die Transportvolumina auf ein Minimum reduziert ­und gleichzeitig die Transport- und Logistikkosten ­gesenkt. Das neue Gebäude stellt die Schlüssel­komponente in einer Gesamtkonzeption dar, an deren Umsetzung VSM seit einigen Jahren arbeitet. Damit ist es VSM gelungen, die verschiedenen Arbeitsbereiche in der Konfektionierung und Logistik in eine automatisierte Materialflussebene, eine Arbeits- und Maschinenebene sowie ein automatisches Logistikzentrum für den Versand zu trennen. ­Letzteres besteht aus zwei Ebenen. Die Verladung und der Warenumschlag befinden sich im Erd­geschoss. Die automatische Bereitstellung der Versandpaletten findet nach Touren, Verladungen oder nach direkter Reihenfolge durch den Lademeister statt. Im Obergeschoss ist ein vollautomatisches Kanallager mit 1.600 Palettenstellplätzen auf vier Ebenen untergebracht. In jeder der vier Lager­ebenen übernimmt ein Regalbediengerät die Ein­lagerung, Sortierung nach Touren und die Bereitstellung der Paletten, sobald eine Abholung ansteht. Felxibel werden unterschiedliche Palettenformate, von 800 mm, 1.000 mm und 1.200 mm Breite und in Höhen von 350 bis 2.200 mm, gelagert. Die extrem kompakte Lagerung in dem Kanallager setzt eine intelligente Sortierung der Ladungsträger nach den tatsächlichen Verladungen und Lkw-Touren voraus.

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Vernetzte Fördertechnik
In dem neuen Logistikzentrum wurden die einzelnen Funktionsbereiche über Fördertechnik vernetzt. So sind die im Hochregallager I untergebrachten Fertigwaren direkt mit der Warenvereinnahmung verbunden. Daneben besteht eine Verbindung der Packerei mit dem automatischen Versandlager. ­Damit ist die Einlagerung aus allen Bereichen der Fertigung und Logistik möglich. Dafür werden ­bereits in der Produktion die Versandeinheiten auf den jeweiligen Paletten gebildet. Die interne Ver­teilung der eingehenden Warenströme erfolgt über eine neue Transportebene mit Anbindung über eine Transportbrücke. Diese verbindet den neuen ­Bereich direkt mit den angrenzenden Produktionsbereichen, der Packerei und dem bestehenden ­vollautomatischen Hochregallager. Die neue vollautomatische Materialflussebene führt zu einer deutlichen Verringerung manueller Transporte und vermeidet kreuzenden Materialfluss. Das Herz des neuen Logistikzentrums bildet die IT mit einem eigenen Lagerverwaltungssystem. Dieses System ist über einen internen Datenserver an das Warenwirtschaftssystem der VSM angebunden. Damit ist auch bei zukünftigen Systemwechseln eine reibungsfreie Umstellung sichergestellt. Beim Bau des neuen Gebäudes hat sich VSM für eine sehr kompakte Bauform entschieden, da lediglich 1.000 Quadrat­meter Grundfläche zur Verfügung standen.
Voraussetzung war der Rückbau eines alten, viergeschossigen Produktions­gebäudes. Bewusst sollte das Lager in den bestehenden Materialfluss ­integriert und nicht auf einer Ausweichfläche errichtet werden. Verantwortlich für die Planung und Umsetzung des neuen VSM-Logistikzentrums war Nikolai Wolf, Produktionsleiter für Logistik und Konfektionierung. Er realisierte in enger Zusammenarbeit mit Detlef Thonke, dem Architekten und Leiter für Facilitymanagement und Infrastruktur, sowie dem externen Logistikexperten Robert Klette von der Firma Logistik Conzept das Bauvorhaben.

Neuausrichtung unter Berücksichtung von Lean-Management
Die Umsetzung erfolgte bei laufendem Betrieb, was aufgrund der Platzverhältnisse in diesem Bereich eine zusätzliche Heraus­forderung darstellte. Die Fördertechnik und das Hochregallager lieferte die SMB-Group in Zusammenarbeit mit dem IT-Unternehmen KBU Logistics. Mit der Errichtung des neuen Logistikzentrums hat VSM ­bewusst seine Logistik unter den Gesichtspunkten des Lean-Managements neu ausgerichtet. Großen Wert wurde auf stabile Prozesse und effiziente Abläufe gelegt. Die Anzahl der ­Materialbewegungen wurden auf ein Minimum reduziert. ­­ „Wir haben die Prozesse wie einen Baukasten standardisiert“, er­läutert der Logistiker Nikolai Wolf. „So werden auch komplexe Kundenanforderungen mit standardisierten Lösungen erfüllt.“ Voraussetzung für optimale Abläufe in der Logistik sind ­allerdings zuverlässige und gut ausgebildete Mitarbeiter. Sie erhalten bei der Vereinigte Schmirgel und Maschinenfabriken AG eine profunde Ausbildung und nehmen ­regelmäßig an ­Weiterqualifizierungen teil.

Intra meint: Gut Vernetzt

Automatisierung bringt Effizienz, wie man an dem vorliegenden Beispiel sieht und je mehr „Brain“ und Erfahrung in einem Projekt steckt, desto befriedigender fällt das Ergebnis aus. Logistik Conzept ­Klette hat bereits in der Vergangenheit erfolgreich für die Vereinige Schmirgel und Maschinenfabriken AG (VSM) gearbeitet. In dem neuen Versand- und Distributionszentrum wurden die Zahl der manuellen Materialtransporte auf ein Minimum reduziert und die Funktionsbereiche effektiv mit Fördertechnik vernetzt. Chapeau!

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