Hebehilfen im Einsatz

Martin Schrüfer,

Der Kran ist die Basis

Hebehilfen wie der Vakuum-Schlauchheber Jumbo sind vielfältig im Einsatz. Dabei spielt die Kranlösung mehr als eine tragende Rolle.

© Schmalz

Wo Koffer, Kartons oder Bleche ergonomisch umgesetzt, gestapelt oder abgelegt werden müssen, sind Hebehilfen unentbehrlich. Sie sorgen für die Ergonomie in der Logistik und beim Materialfluss und erleichtern das Stapeln von Paketen, Holzplatten, Werkstücken und Produkten. In der Automobilindustrie sind sie ebenso zu finden wie im Drogeriemarkt-Lager. Schmalz berät Anwender, in welchen Fällen ein Jumbo-Flex dem Jumbo-Ergo vorzuziehen ist und ob der Vacu-Master mit oder ohne Schwenkeinrichtung geordert werden sollte. Zuvor allerdings erörtern die Vakuum-Experten, welcher Kran die Hebehilfe ideal ergänzt.

Modular und flexibel aufgebaut

Das Angebot ist ebenso vielfältig wie die Einsatzszenarien: Hänge- und Portalkrananlagen ermöglichen große Arbeitsbereiche und tragen bis 1.200 Kilogramm. Schwenkkrane können an vorhandenen Hallensäulen oder der Wand platzsparend befestigt werden. Wenn dies baulich nicht möglich ist, werden sie mit einer Kransäule und Grundplatte am Boden verdübelt und sichern die ergonomische Handhabung für Traglasten bis 1.000 Kilogramm. Sonderlösungen ermöglichen das Umfahren von Störkonturen oder den Einsatz von Vakuum-Schlauchhebern in niedrigen Räumen. Der gemeinsame Nenner: Sie sind alle modular aufgebaut, flexibel integrierbar und bieten zusätzliche Reichweite. In Aluminium-Ausführung sind sie besonders leichtgängig. Der Kraftaufwand zum Anfahren und Bewegen reduziert sich im Vergleich zu einer Stahlalternative um 60 Prozent.

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Konfiguration aus dem Aluminium-Profil-Baukasten

„Wir erreichen das durch das sehr günstige Verhältnis von Eigengewicht zu Traglast und mithilfe spezieller Leichtlaufrollen“, erklärt Michael Schlaich. Er verantwortet seit Oktober 2018 die Geschäftsentwicklung Handhabung. Der Schwenk von Stahl zu Aluminium kam vor rund 15 Jahren: Statt Stahlkrane zuzukaufen, entwickelte Schmalz einen modularen Baukasten für Kransysteme auf der Basis von Aluminium-Profilen. Dieser ist speziell auf die wahlweise Kombination mit Vakuum-Schlauchhebern der Jumbo-Familie, Vakuum-Hebegeräten der Vacu-Master-Reihe und Kettenzügen zugeschnitten. Basierend auf fünf verschiedenen Strangpressprofilen aus Aluminium mit Hohlkammer konfigurieren die Berater zusammen mit dem Anwender eine gewichts-, traglast- und kostenoptimierte Krananlage. Für die Auslegung individueller Kranlösungen stehen Zusatz-Komponenten zur Verfügung, etwa Aufbockungen zur Anpassung an niedrige Raumhöhen oder Servicestationen für den einfachen Austausch von Transporthängern.

Aufmaß nehmen gehört ebenso zum Service wie Praxistests an Musterkränen bei Schmalz vor Ort. „Unser Baukastensystem hat viele Vorteile. Einer ist, dass wir für jede Aufgabe die passende Lösung in kurzer Zeit umsetzen können“, erzählt Schlaich. Dank des modularen Aufbaus kann Schmalz schnell mit Ersatzteilen vor Ort sein und einzelne Komponenten austauschen oder das System erweitern. Alle Systeme sind durch unabhängige Festigkeitsberechnungen aller tragenden Komponenten geprüft und damit sicher.

Angepasst und rundum bedienerfreundlich

Am häufigsten wird der Säulenschwenkkran angefragt. Er ist universell und benötigt nicht zwingend eine Wand oder Decke. Die Variante mit Kransäule und mobiler Grundplatte lässt sich mit dem Gabelstapler umsetzen, wenn der Kunde das Hallenlayout ändert. Meist ist die maximale Traglast eines Krans nicht entscheidend, vielmehr zählt in Kombination mit dem Schlauchheber die Dynamik, Leichtgängigkeit und Bedienerfreundlichkeit sowie der Gewinn für die Gesundheit des Anwenders. Der Ausleger kann bis zu sechs Meter lang sein und ist um 270 Grad schwenkbar.

Mit dem Aluminium-Flachausleger hat Schmalz 2018 eine Variante auf den Markt gebracht, die den Einsatz von Vakuum-Schlauchhebern auch in niedrigeren Räumen zulässt. Zusätzlichen Platz spart die neue Energiezuführung V-Chain, die das Schlauchpaket der Vakuum-Zufuhr in eine Schleppkette verpackt. So ist der Bereich unter dem Ausleger passierbar. Sind Hallensäulen oder Maschinen im Weg oder sind Arbeitsbereiche schwer erreichbar, kommen der Knickarm- oder Teleskopausleger zum Einsatz. Beide Spezialkrane sind jetzt als modulares Baukastensystem erhältlich für individuelle Konfigurationen und flexible Handhabungslösungen.

Schienensysteme für mehrere Arbeitsplätze

Wenn höhere Lasten zu tragen sind oder ein größerer Arbeitsbereich abgedeckt werden muss, konzipiert Schmalz Portal- oder Hängekrane. Eindrucksvoll sind jene Anlagen, die einige Quadratmeter Fläche überspannen. Ein solches Schienensystem deckt mehrere Arbeitsplätze zum Beispiel im Versand, in Montagelinien oder der Kofferabfertigung im Flughafen ab.

Ein elektrischer Fahrantrieb für Hängekrananlagen unterstützt den Anwender optional beim Bewegen und Positionieren von Lasten bis 800 Kilogramm. Soft-Start und -Stopp machen das Anfahren und Anhalten leise und reduzieren die Schwingungen. Schmalz konfiguriert auch Krananlagen, die die Anwender mit kundeneigenen Hebelösungen wie beispielsweise Gurten kombinieren können.

Anknüpfungspunkte an das Thema Digitalisierung gibt es beispielweise bei der Schwenkwinkelbegrenzung mit Prozessüberwachung. „Natürlich macht auch der Kran die Digitalisierung mit. Er ist bisher aber eher ein Statist. Ein Paradigmenwechsel erfolgt durch die verschiedenen Vakuum- Handhabungssysteme“, erklärt Schlaich.

Der Beitrag erschien in materialfluss 6/22.

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