Krane & Komponenten
Arbeitsplatzkrane sind Helfer in der dritten Dimension
Sie sind Alleskönner bei Handling-Aufgaben in den unterschiedlichsten Branchen: Ein Blick auf Neuheiten zeigt, wie Arbeitsplatzkrane die hohen Anwender-Erwartungen in punkto Effizienz, Ergonomie, Leistung und Sicherheit erfüllen. Arbeitserleichterungen sind ein großes Thema in der gesamten produzierenden Industrie. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sind die Unternehmen bestrebt, dauerhafte und einseitige Belastungen der Mitarbeiter zu vermeiden. Ganz einfach formuliert: Wo vor wenigen Jahren noch ein Werker Bauteile mit purer Muskelkraft anhob, ablegte oder positionierte, kommt jetzt ein Arbeitsplatzkran zum Einsatz. Die Investition in solche Krane „rechnet“ sich zumeist über geringeren Krankenstand und höhere Produktivität.

Vielleicht ist dieser Trend der Grund dafür, dass einige Hersteller neue Modell und Baureihen gerade im Bereich der Arbeitsplatz und Kleinkrane zu bieten haben. Bei Stahl CraneSystems zum Beispiel wird die Serie KT2000 durch die neuen Baureihen KS und KA abgelöst.
Zwei neue Kleinkransysteme
Die neuen, modular aufgebauten Kleinkrantechnik-Systeme wurden als Basis für vielfältige Förderlösungen an Arbeitsstationen und in Produktionsstraßen entwickelt. Ihre Profile und Fahrwerke sind auf das umfangreiche Stahl-Kettenzugprogramm abgestimmt.
Das KS-System umfasst drei Profilvarianten mit einer maximalen Tragfähigkeit von 2.000 kg. Es besteht aus geschlossenen UKA-Stahlprofilen. Ein- oder Zweiträgerkrane, Einschienen- und Ringbahnen sowie anspruchsvolle Lösungen mit Kombinationen aus Geraden, Kurven, Weichen und Drehweichen lassen sich schnell verwirklichen.
Zur KA-Baureihe gehören vier Aluminiumprofil-Varianten. Sie bieten ebenfalls eine Tragfähigkeit bis 2.000 kg und besitzen eine hohe Biegefestigkeit bei sehr geringem Eigengewicht. Aufgrund ihrer Korrosionsfreiheit und der eloxierten Oberflächen eignen sie sich nach Angaben des Herstellers auch für den Einsatz in der Lebensmittelbranche sowie für Konstruktionen, bei denen es auf das Gewicht ankommt.
Die Last verfährt auf diesen Kransystemen über schmale Nylonräder, die auf Kugellagern montiert und gesichert sind. Die Fahrwerke sind je nach Profilstärke selbstzentrierend ausgeführt oder mit Führungsrollen ausgestattet, die auch in Kurven eine perfekte horizontale Führung gewährleisten. Aufgrund der Modulbauweise können manuelle Fahrwerke nachträglich um Elektrofahrwerke ergänzt werden.
Neue Elektrokettenzüge für 2,5 t Traglast
Nachdem SWF während der Intralogistikmesse LogiMAT in Stuttgart im Februar den neuen Elektrokettenzug Chainster vorgestellt hatte, wird auf der Motek 2014 erstmals der ChainsterGT mit integriertem Hubumrichter präsentiert. Der Umrichter ermöglicht nicht nur ein sehr genaues Bewegen und Positionieren der Last. Die Hubwerksüberwachung sorgt auch für höhere Betriebssicherheit. Die Rutschkupplung wird elektronisch überwacht, und der Lastkollektivspeicher berechnet permanent die verbleibende sichere Betriebszeit (SWP).

Hohe FEM-Einstufungen und zwei Hubgeschwindigkeiten mit bis zu 6/1 je nach Traglast machen den ChainsterGT zu einem vielseitigen Hebezeug, das effektives und schnelles Arbeiten erlaubt. Bei Teillasten von unter 30 Prozent lässt sich die Last mit doppelter Hubgeschwindigkeit verfahren. Im Gegenzug dazu kann der Anwender zum punktgenauen Platzieren der Lasten auf geringe Hubgeschwindigkeiten zurückgreifen.
Kransysteme für multiple Einsatzzwecke
Der neue Kettenzug wird serienmäßig mit einem oberem Haken für Traglasten bis 2.500 Kilogramm angeboten. Optional sind Schiebe- und frequenzumrichtergesteuerte Motorfahrwerke verfügbar. In Verbindung mit dem Aluminium-Leichtkransystem Lightster stellt das neue Hebezeug – so Hersteller SWF – eine perfekte Kombination als Arbeitsplatzkran dar. Denn sowohl Einträger- als auch Zweiträgerlösungen in normaler und kurzer Bauhöhe oder Einschienenbahnen sind so einfach realisierbar.
Zum fünfzigjährigen Jubiläum des Demag KBK Kranbaukastens, mit dem sich ganze Arbeitsplatzkransysteme konfigurieren lassen, hat Terex Material Handling mit der optimierten KBK Aluline ein neues Leichtkransystem entwickelt. Zu seinen Merkmalen gehören ein verringerter Anroll- und Fahrwiderstand sowie eine geringere Geräuschentwicklung. Außerdem benötigt die neue KBK Aluline weniger Aufhängepunkte und erlaubt damit höhere Flexibilität bei der Planung sowie Kostenersparnis bei der Installation.
Intuitive Maschine-Mensch-Schnittstelle
Prof. Dr.Ing. Willibald Günthner, Leiter des Lehrstuhls Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der TU München, befasst sich intensiv mit der Bedienerfreundlichkeit von Förder- und Handhabungstechnik. Auf einer Veranstaltung, zu der Terex Material Handling Experten der Automobilindustrie eingeladen hatte, umriss er die Anforderungen an die künftige Arbeitsteilung zwischen Mensch und Kran. „Der Mensch bringt seine kognitiven Fähigkeiten und seine unschlagbare Flexibilität ein und die Hebezeuge oder Roboter stellen die Kraft bereit. Hier gilt es die optimale Kombination zu finden. Dabei spielt die MenschMaschineSchnittstelle eine ganz entscheidende Rolle. Wenn der Bediener das Gefühl hat, er bewegt das Handhabungsgerät und nicht die Last, wird er das Gerät nicht benutzen. Das gleiche gilt, wenn er einen subjektiven Zeitverzug beim Bewegen der Last spürt.“ Die neuen Handhabungs- und Bediensysteme, an denen neben Terex Material Handling auch andere Hersteller von Kran- und Handhabungstechnik arbeiten, weisen in diese Richtung.
Sicherheit und Ergonomie
Auch bei den Bedienkonzepten der Arbeitsplatzkrane gibt es Neuheiten. Stahl hat mit dem „RadioMoveIt“-System eine Bedienung entwickelt, die ohne Kabel auskommt und direkt an der Kette befestigt wird. Mit zwei rutschfesten Griffen kann der Anwender die Last sicher führen und damit sämtliche Funktionen des Kettenzugs steuern, ohne die Hände vom Griff zu nehmen. Außerdem kann das Bedienteil aus der Halterung entnommen und als eigenständige Funkfernbedienung eingesetzt werden. Das bietet dem Bediener zusätzliche Bewegungsfreiheit.
In (naher) Zukunft: Hand in Hand mit dem Bediener

Wohin geht die Entwicklung bei Arbeitsplatzkranen? Mit etwas Phantasie lässt sich der Trend zur intensiveren Kooperation von Mensch und Kran weiterdenken. Terex Material Handling hat mit dem „E-Balancer D-BE“ schon ein Handhabungsgerät entwickelt, das in die (nahe) Zukunft weist. Der Bediener fasst einfach den Handgriff dieses Gerätes und führt damit ganz nach Belieben die Last, die von einer integrierten Waage gewogen und ausbalanciert wird. Auf diese Weise lässt sich die Last ganz einfach heben und positionieren – sogar ohne Griff, mit der Hand an der Last. Das ist beim ersten Versuch ungewohnt, aber bei den nächsten Hebevorgängen kann man den E-Balancer schon intuitiv bedienen und hat den Eindruck, die Last sei schwerelos. Dabei sind alle Sicherheitsfunktionen eines Hebezeuges an Bord.
Kontakt: Stahl CraneSystems GmbH D-74653 Künzelsau Tel.: 0 79 40 / 128-0 Fax: 0 79 40 / 128-23 00 E-Mail: [email protected] www.stahlcranes.de
SWF Krantechnik GmbH D-68307 Mannheim Tel.: 06 21 / 7 89 90-0 Fax: 06 21 / 7 89 90-100 E-Mail: [email protected] www.swfkrantechnik.com
Terex MHPS GmbH D-40597 Düsseldorf Tel.: 02 11 / 71 02-0 Fax: 02 11 / 71 02-3130 E-Mail: [email protected] www.terexmhps.com










