Identtechnik/RFID

Mit Sicherheit schneller

RS Components achtet nicht nur auf Sicherheit, Qualität und Leistung, sondern auch auf eine hohe Mitarbeiter-Zufriedenheit. Seit 2015 kommissioniert der Honeywell-Distributor mit Sprachtechnologie von Honeywell Vocollect Voice Solutions.

Fotos: Honeywell Vocollect Voice Solutions
Fotos: Honeywell Vocollect Voice Solutions

In Bad Hersfeld sind Arbeitskräfte knapp. Die Logistikhauptstadt beeindruckt mit annähernder Vollbeschäftigung, so dass die ortsansässigen Unternehmen im Wettbewerb um Mitarbeiter stehen. Vor diesem Hintergrund setzt man im Distributionszentrum der RS Components GmbH auf Ergonomie, Sicherheit und Entscheidungsfreiheit. Dies gilt besonders für die mehr als 90 Kommissionierer. In drei Schichten kommissioniert die Mannschaft rund 6.000 Lieferungen mit Elektronik, Automations- und Steuerungselementen, Werkzeugen und Verbrauchsmaterialien. Mehrere hundert Positionen aus dem Sortiment von RS Components stammen von Honeywell. Die Palette reicht von diversen Mikro- und Endschaltern über Hall-Effekt-Sensoren, Rollenstößel bis hin zu Handschuhen. Damit gilt RS Components als einer der großen und wichtigen Distributoren von Honeywell.

Freie Hände, freie Sicht

Jede Bestellung wird in einer oder mehreren Kunststoffwannen zusammengestellt, die auf Rollen- und Gurtförderern mit einer Gesamtlänge von 2,2 Kilometer durch die Lagerbereiche fahren. Pro Stunde werden hier bis zu 1.400 Wannen bewegt, an den einzelnen Stationen gestoppt und von den Kommissionieren befüllt.

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Markus Schmerer
„Mit der Sprachsteuerung schaffen unsere Kommissionierer jetzt 70 Picks pro Stunde, womit sie die frühere Methode mit Picklisten um rund 17 Prozent übertreffen“ Markus Schmerer, Operations-Manager, RS Components GmbH

Für eine weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie von Qualität und Leistung entschied sich RS Components bereits 2014 für das Umstellen der Kommissionierprozesse von Papierlisten auf Pick-by-Voice. „Wir wollten, dass unsere Mitarbeiter beim Picken beide Hände und das Blickfeld frei ­haben und sich somit besser auf die eigentliche Arbeit konzentrieren können“, berichtet Markus Schmerer, der bei RS in Bad Hersfeld das operative Geschäft verantwortet. Nach einem Auswahlprozess entschied man sich für eine Lösung von Honeywell Vocollect voice Solutions, die von Dematic implementiert wurde. Für Honeywell sprachen neben dem guten Preis-Leistungsverhältnis auch die guten Erfahrungen, die der Distributor mit den Komponenten und Produkten des Konzerns sammeln konnte.

Im Juni 2015 stand die neue Technik bereit. Vorausgegangen war eine rund viermonatige Projektphase, bei der vor allem die Schnittstellen zwischen dem LVS Sicalis, der Spracherkennungs-Software VoiceCatalyst und der VoiceConsole von Honeywell geschaffen wurden. Die VoiceConsole ist eine browserbasierte An-wendung zur Verwaltung von Geräten, Arbeitskräften und Konfigurationseinstellungen sowie zur Systemdiagnose. Managementfunktionen für Geräte und Bediener geben einen Überblick darüber, wer gerade Voice-Geräte einsetzt und welche Anwendungen auf den Geräten jeweils laufen. Zudem können neue Benutzerprofile angelegt und angepasst werden.

Talkman nach Wahl

Die Kommissionieraufträge werden direkt aus dem LVS via WLAN an das Sprachsteuerungsgerät - den so genannten Talkman - gesendet. Dort wandelt die Software VoiceCatalyst die Informationen in Sprachbefehle um, die dann per Bluetooth zum Headset des Mitarbeiters gesendet werden. Bei RS Components sind zwei verschiedene Typen vom Talkman und Headsets im Einsatz, unter denen die Mitarbeiter frei wählen können. Den größten Anteil haben die Talkman-Geräte vom Typ A730 mit integriertem Scanner und kabellosem Headset. Von diesem Modell stehen insgesamt 28 Einheiten zur Verfügung. Hinzu kommen fünf Talkman-Geräte vom Typ A720 mit kabelgebundenem Headset. „Manche Mitarbeiter bevorzugen diese Variante, weil die Headsets etwas leichter sind“, berichtet Torsten Knothe, der im Distributionszentrum von RS Components unter anderem den Bereich Logistik verantwortet.

Voice Results

Ziele
  • Steigern der Produktivität
  • Fehlerfreie Kommissionierung
  • Schnelleres Einarbeiten neuer Mitarbeiter
  • Steigern der Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Verbessern von Ergonomie und Mitarbeiterzufriedenheit
Anwendung
  • Sprachgesteuerte Kommissionierung und Nachschubsteuerung
  • Kombination mit dem Warehousemanagementsystem Sicalis 3.1 von Dematic
  • Paralleler Einsatz von Talkman A720 und A730
Installation
  • 28 Headsets SRX2
  • 28 Talkman A730
  • 5 Headsets SR/SL14
  • 5 Talkman A720
  • Sprachsteuerungs-Software VoiceCatalyst 2.1
  • VoiceConsole 5.x
Ergebnisse
  • Um 17 Prozent höhere Produktivität
  • 99,9 Prozent Kommissionierqualität
  • Hohe Mitarbeiterzufriedenheit durch hohe Ergonomie und Wahlmöglichkeiten

17 Prozent mehr Leistung

„Mit der Sprachsteuerung schaffen unsere Kommissionierer jetzt 70 Picks pro Stunde, womit sie die frühere Methode mit Picklisten um rund 17 Prozent übertreffen. Damals lag der Durchschnitt bei 60 Picks pro Stunde“, betont Schmerer. Zu dieser Leistungssteigerung trugen auch die schnelleren Prozesse bei Minder- oder Fehlmengen am Entnahmeort bei. „Beim Arbeiten mit Picklisten mussten Fehlmengen sofort am PC eingegeben werden, was umständlich war“, beschreibt David Daniel, der sich als „Supervisor Flow Through und Internal Communication“ auch mit den Pickprozessen beschäftigt.

Spracherkennung
Mit umfangreichen und bebilderten Infotafeln werden die Mitarbeiter für die Spracherkennung geschult.

Schneller als früher läuft jetzt auch die Einarbeitung: Bis ein neuer Mitarbeiter die gleiche Pick-Leistung wie seine Kollegen bringt, vergehen nur drei Tage. „Beim Kommissionieren mit Picklisten lag dieser Wert noch bei fünf Tagen“, hebt Schmerer hervor. Mit der Sprachsteuerung sei aber nicht nur die reine Pickleistung, sondern auch die Qualität gestiegen. „Der schon vorher sehr gute Fehlerindex verbesserte sich nochmals von 99,7 auf jetzt 99,9 Prozent“, bestätigt Knothe. Bei diesen Werten spielt neben der Technik sicher auch der „Wohlfühlfaktor“ der Belegschaft eine Rolle. Die Kommissionierer können deshalb nicht nur zwischen den Talkman-Modellen wählen, sondern auch die Feinheiten bestimmen. Dafür stehen so genannte „Task-Pakete“ bereit, die vom Mitarbeiter im Sprachdialog festgelegt werden können. So kann sich zum Beispiel jeder Mitarbeiter aussuchen, ob die Lagerortadressen in Form einzelner Buchstaben (N) oder gemäß Funkalphabet (Nordpol) in Worten angesagt werden. Außerdem stehen für sämtliche Abläufe bebilderte Anleitungen oder „Helpcards“ zur Verfügung.

Weiteres Potenzial

Zudem unterliegen die Task-Pakete einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Änderungen und Anpassungen der Task-Pakete übernimmt die Dematic GmbH, die als Partner von Honeywell das gesamte Projekt begleitet. „Mit der lang­jährigen Zusammenarbeit sind wir sehr zufrieden. Da lag es nahe, Dematic auch mit der Umstellung auf Pick-by-Voice zu beauftragen“, sagt Schmerer, der in der Sprachsteuerung noch viel Potenzial sieht. So will der Operations-Manager in Zukunft auch die die Wege der Kommissionierer optimieren und ein Multi-Order-Picking einführen. Außerdem ist angedacht, auch Inventuren und Einlagerungen mit Sprachtechnik steuern. „Sprachtechnologie bietet viele Möglichkeiten, die weit über das Kommissionieren hinausgehen“, betont Schmerer.

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