Fahrerlose Transportsysteme
Besser im Schwarm – wirtschaftlicher im Schwarm?
Sind zellulare fahrerlose Transportfahrzeuge wirtschaftlicher als Gabelstapler? Das untersucht das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) im Forschungsprojekt "ZellFTF".
Zellulare FTF sind kleine fahrerlose Transporteinheiten, die in der Lage sind, zusammenzuarbeiten und gemeinsam auch größere Transportaufträge auszuführen. Bei kleinen Transportgütern ist eine kleine und wendige fahrerlose Transporteinheit besser geeignet als ein Gabelstapler. Ebenso, wenn ein Unternehmen mehrere kleine Transporteinheiten besitzt, die unabhängig voneinander mehrere Ziele anfahren und so mehrere Aufträge gleichzeitig erledigen können, für die ein einzelner Gabelstapler viel mehr Zeit und Energie benötigen würde.
Bei großen und schweren Transportgütern ist dagegen der Gabelstapler überlegen. Kleine FTF stoßen hier an ihre Belastungsgrenzen. Es sei denn, es handelt sich um zellulare FTF, die in der Lage sind, zusammenzuarbeiten. Während ein einzelnes FTF einen einzelnen kleinen Ladungsträger transportieren kann, sind vier zusammengeschaltete FTF in der Lage, eine Europalette zu transportieren – und ein Verbund aus sechs FTF schafft sogar noch größere Sonderformate. Mit einem solchen Transportsystem sind Unternehmen sehr flexibel. Dass ein solches Transportsystem technisch möglich ist, haben Wissenschaftler am KIT – Karlsruher Institut für Technologie bereits im Projekt "KARIS" erforscht.
Wirtschaftlich betrachtet hat diese Art des Transports allerdings noch niemand. Diesem Ziel widmet sich das IPH im Grundlagenforschungsprojekt "ZellFTF". Dazu soll ein mathematisches Optimierungsmodell auf Basis eines Vehicle Routing Problems (VRP) aufgestellt werden. Die Forscher wollen verschiedene Anwendungsszenarien durchspielen und eine Heuristik in Form eines genetischen Algorithmus entwickeln, der sich einer optimalen Lösung annähert.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 8-9/23










