Fördertechnik & Komponenten
Wider dem Bandschlupf

Materialrücktrag, Bandschieflauf, Materialverlust oder Bandschlupf? Schon eine dieser Ursachen kann zu Problemen bei einer Förderbandanlage führen. Um Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen, untersuchen Mitarbeiter von Flexco im Rahmen eines Audits Anlagen und decken auch Optimierungspotenziale auf. Dieter Maurer, Gebietsverkaufsleiter bei Flexco, erläutert die Vorgehensweise bei einem Audit und wie man den möglichen Ursachen für Problemen auf die Spur kommt. „Zuerst schauen wir nach dem Materialrücktrag.“ Dabei betrachtet er mit seinem Team detailliert die Band- und Pflugabstreifer. Denn diese reinigen das Band und erhöhen damit die Produktivität der Anlage. Der nächste Punkt ist Bandschieflauf, der zu ungleichmäßigem Bandverschleiß und Beschädigungen der Anlage führen kann. Wandert das Band nur zu einer Seite oder zwischen beiden Seiten hin und her? Tritt der Schieflauf ständig auf oder nur gelegentlich? Wird das Band wellenförmig abgenutzt und hat es eine niedrige, mittlere oder hohe Spannung?
Schritt für Schritt auf Spurensuche
Erhebliche Kosten für den Betreiber können durch Materialverlust an den Transfer- und Übergangspunkten sowie entlang der Strecke entstehen. Um diesen zu vermeiden, gilt es Prallbetten und Seitenabdichtungssysteme zu überprüfen. Die vierte Ursache ist Bandschlupf. Zwischen Trommel und Gurt findet ein Reibschluss statt, der die Kräfte überträgt. Ist an der Laufseite des Fördergurts und an der Antriebstrommel Verschleiß vorhanden, kann es zu einem Schlupf kommen. Anhaftendes Material, das Verformungsverhalten der Werkstoffe oder zum Beispiel auch der Einsatz in feuchtem oder trockenem Betrieb können die Alterung der Komponenten erheblich beeinflussen. Hier sind je nach Anforderung geeignete Trommelbeläge, Gummi oder Keramik mit unterschiedlichen Belagsoptionen gefragt, die eine optimale Kraftübertragung bei hoher Lebensdauer sicherstellen. Sie müssen Vibrationen im Gurt reduzieren und somit verhindern, dass Abstreifer flattern.
Flexco kommt dem Bandschieflauf auf die Spur
Ein Betrieb, der vom Flexco-Audit profitiert, ist die Korn Recycling GmbH. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Albstadt auf der Schwäbischen Alb hat verschiedene Förderbänder im Einsatz und betreibt eine der weltweit modernsten Gewerbeabfallsortier- und Ersatzbrennstoffaufbereitungsanlage.
Die Kunst des Zuhörens
Das Wort audit geht zurück auf das lateinische „audire“, zu deutsch „hören“. Im englischen bezeichnet ein „audit“ die Buchprüfung oder Rechnungsprüfung und die öffentliche Bücherprüfung wurde ursprünglich mündlich vorgetragen. Der Auditor muss also ein guter Zuhörer sein und dann seine Schlüsse ziehen. „Mit unserem Audit erhalten Betreiber einen echten Mehrwert“, sagt Dieter Maurer, Gebietsverkaufsleiter bei Flexco. „Zunächst stellen wir fest, ob das Unternehmen das, was es sich selbst als Ziel gesetzt hat, mit seinem System erreichen konnte.“ Die Fachleute identifizieren gemeinsam mit dem Betreiber die Hauptursachen für mögliche Probleme, dokumentieren sie und empfehlen technische Lösungen, wie sich die Störungen beseitigen und die Ergebnisse sogar noch verbessern lassen. Betreiber, die Bandförderanlagen im Einsatz haben, können mit dem Audit von Flexco mit wenig Aufwand deutlich Kosten reduzieren und die Nachhaltigkeit ihres Betriebs verbessern. „Wir können den Anwendern schwarz auf weiß Art und Umfang der Effizienz-Steigerungen aufzuzeigen“, verspricht Flexco-Experte Dieter Maurer.
„Bei unserer Untersuchung befanden sich nahezu alle Bänder in einem tadellosen Zustand“, beschreibt Flexco-Experte Dieter Maurer. Sein Team wurde aktiv und professionell von Anlagenleiter Dietmar Joost, und Christian Seeling, Betriebselektriker bei Korn Recycling, unterstützt. „Auch die von uns betrachteten Verbindungen, ob vulkanisiert oder mechanisch, wiesen einen guten Zustand auf“, sagt Dieter Maurer. Während der Anlagenbegehung standen die Förderbänder still. Dadurch konnten die Auditoren keine klaren Aussagen zum Bandschieflauf treffen. „Wir konnten allerdings keine Beschädigungen an der Konstruktion oder am Gurt feststellen, die auf einen möglichen Bandschieflauf schließen ließen“, erklärt Maurer.
Modifizierte Kopfabstreifer verbessern Reinigungsergebnis

Bei einem Gleitgurtförderer waren die mechanischen Verbinder in optimalem Zustand, allerdings löste sich die Gummiabdeckung. Hier empfahl der Flexco-Fachmann, bei Gelegenheit die Gummiabdeckung der Verbinder zu erneuern. Um das Reinigungsergebnis zu optimieren, schlug das Flexco-Team den Einbau eines modifizierten Kopfabstreifers vor – eine Sonderanfertigung mit Polyurethan-Blatt.
Leichte Materialrückstände zeigten sich auch bei dem Band eines Muldengurtförderers. Die vulkanisierten Verbindungen befanden sich in einem guten Zustand und es war auch kein Bandschieflauf zu erkennen. Installiert sind Kopf- und Sekundärabstreifer. Um das Ergebnis zu verbessern, empfahlen die Auditoren dem Betreiber, einen Abstreifer beispielsweise mit C-Klingen zu montieren. Damit lassen sich wirksam Materialrückstände am Gurt und an der Konstruktion reduzieren. Alexander Korn, Geschäftsführer der Korn Recycling GmbH, lässt sicher gerne von den Flexco-Experten beraten, denn letztendlich profitiert er von dem Audit, weil er die Lebensdauer der Anlagen verlängert.
Jörg Schairer
Kontakt:
Korn Recycling GmbH D-72458 Albstadt Tel.: 0 74 31 / 9 49 29-0 E-Mail:
Flexco Europe GmbH D-72348 Rosenfeld Tel.: 0 74 28 / 94 06-0 E-Mail: [email protected] www.flexco.com









