Fördertechnik & Komponenten

Halbe Fläche, dreifache Produktivität bei Coop

Der Lebensmittelhandel ist ein sehr umkämpfter Markt, auch in Dänemark. Angesichts der Aufgabenstellung, trockene Lebensmittelgüter aus mehreren Lagern in ein einziges Distributionszentrum zu überführen, wandte sich Coop Dänemark an Dematic. Gefordert war eine innovative Lösung, die auf einer kompakten Grundfläche Flexibilität und Leistungsfähigkeit bietet.

Fotos: Dematic
Fotos: Dematic

Als im Jahr 2010 die globale Rezession auch Dänemark erfasste, stellte Coop sein Distributionszentrums-Netzwerk auf den Prüfstand. Der Lebensmittelhändler fasste den Entschluss, langsam drehende, trockene Waren aus verschiedenen Distributionszentren in einer kürzlich errichteten, 45.000 Quadratmeter großen Anlage in Odense auf der Insel Fünen zusammenzuführen. Ursprünglich als Non-Food-Distributionszentrum gebaut, verfügte die Halle bereits über ein automatisiertes Hochregallager mit einer Lagerkapazität von 32.000 Paletten. Um den Betrieb aber fit für die kommenden Aufgaben zu machen, war eine intelligente, integrierte Logistiklösung erforderlich. Coop erweiterte diese Lagerfläche um zusätzliche 10.000 Quadratmeter, um die Stückgut-Verteilung von Non-Food-Artikeln und trockenen Nahrungsmitteln für die Filialen effizienter zu verwalten.

Ziel war es, die Kapazitäten aus vier Lagerhäusern in einem einzigen Distributionszentrum zu bündeln. Die Lösung sollte kompakt und skalierbar sein. Gewünscht war zudem eine schnelle und zuverlässige Anlage, die die Durchsatzraten steigert und Aufträge schneller verarbeitet.

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Die platzsparende Lösung

Ein Schlüsselelement für diese Transformation war die Schaffung eines Ware-zur-Person-Kommissioniersystems für Langsamdreher. Dabei müssen Großgebinde in einzelne Artikelpositionen aufgeteilt und dann zu Filialaufträgen neu zusammengesetzt werden. Christian Flindt, Technischer Leiter im Distributionszentrum Odense von Coop Dänemark, erklärt: „Da die Fläche in unseren vier regionalen Lagerhäusern insgesamt 100.000 Quadratmeter betrug, mussten wir einen Weg finden, alles in einer neuen Anlage unterzubringen. Das konnte nur durch eine moderne und sehr platzeffiziente Automatisierung erreicht werden.“ Einer der Hauptgründe, warum Coop sich für die Automatisierung durch Dematic entschied, war die Raumeffizienz der integrierten Systemlösung von Dematic.

60 Prozent der Stock Keeping Units (SKU) aus Odense können auf den 6.500 Quadratmetern im Dematic Multishuttle-Lager abgewickelt werden. Auf der restlichen Fläche von knapp 50.000 Quadratmetern werden alle weiteren langsam-drehenden trockenen Nahrungsmittel zusammen mit Non-Food Artikeln gelagert und kommissioniert. Damit schaffte es Dematic, die notwendige Lagerfläche fast zu halbieren. Lediglich ein Ausbau um 10.000 Quadratmeter war nötig: Einige Palettenhochregale mussten der neuen Dematic-Installation weichen und wurden auf einer Ausgleichsfläche neu errichtet.

Von 140 auf 450 Picks pro Stunde

Das eingesetzte Ware-zur-Person-Kommissioniersystem von Dematic hat die Produktivität von 140 Artikeln pro Stunde auf 450 gesteigert. Ein zusätzlicher entscheidender Design-Parameter war, dass die Lösung einen Mehrwert für die Filialen von Coop liefern sollte. Erreicht wurde dies durch den Einsatz von Auftragsbehältern, die filialgerecht vorsortiert und für das schnelle Einräumen in die Regale optimiert sind (store ready). Dies führt zu einer schnelleren Verfügbarkeit der Waren. Die Angestellten benötigen nun für das Verräumen der Paletten durchschnittlich eine halbe Stunde weniger Zeit. „Die Eleganz der Lösung liegt also nicht nur in der Einfachheit, sondern auch in der Raffinesse der angewandten Technik“, sagt Flindt.

Die Verbindung der Multishuttle-Technologie mit der Dematic iQ-Lagerverwaltungssoftware war die passende Kombination. Das System wurde für langsam- bis mittelschnelldrehende Artikel entwickelt, die klein genug sind, um in einen Auftragsbehälter zu passen, sich aber nicht fürs konventionelle Kommissionieren eignen. Insgesamt gibt es im Dematic Multishuttle-System rund 45.000 Lagerplätze mit ungefähr 9.000 SKU. Das System erlaubt es Coop Dänemark, pro Tag bis zu 62.000 Auftragspositionen für rund 300 bis 400 Filialen abzuarbeiten.

Doppelt tiefes Lager und RapidPick

Schematische Darstellung des Lagers von Coop
Schematische Darstellung des Lagers von Coop in Dänemark, das auf geringer Fläche maximale Flexibilität bietet.

Die Paletten werden aus dem bereits vorhandenen Hochregallager angefordert und zu einer von acht Depalettierstationen transportiert, wobei jede Station über zwei Palettenstellplätze für die Vereinzelung verfügt. Die Bediener werden per Bildschirm angewiesen, wie viele Kartons oder Artikel in die Kommissionierbehälter umgefüllt werden sollen. Die Behälter bekommen dann vom Warehouse Control System einen der Lagerplätze im Pufferlager der Multishuttle-Anlage zugewiesen. Dabei handelt es sich um einen hochdynamischen Lagerblock mit doppelt tiefen Lagerplätzen, die von 96 Dematic Multishuttles bedient werden. Das System bewältigt 4.300 Doppelspiele pro Stunde.

Im System werden Paletten in Behälter umgefüllt und die benötigte Anzahl an SKU für die Aufträge der kommenden Woche im Multishuttle-Pufferlager vorgehalten. Von dort können sie zu einer der neun RapidPick-Kommissionierstationen transportiert werden. An den Stationen wird der Kommissionierbehälter angedient und die Artikel werden auf die Auftragsbehälter verteilt. Der Kommissionierer erhält dabei alle relevanten Informationen über einen Bildschirm – von der Art und Anzahl der zu pickenden Artikel bis zu den Zielbehältern, in denen abgelegt werden soll.

Fertiggestellte Auftragsbehälter sind mit der entsprechenden Shop-Nummer, dem Namen und einem Barcode gekennzeichnet. Die Kommissionierkapazität beträgt bis zu 450 Auftragspositionen pro Stunde und Station. Auftragsbehälter für die Filialen werden von den Dematic RapidPick-Stationen zu einem Dematic Multishuttle-Versandpuffer mit 4.000 Lagerplätzen transportiert, wobei dieser Teil des Systems eine Kapazität von 1.000 Doppelspielen pro Stunde hat. Schließlich werden vom Versandpuffer Shop-Aufträge für die Palettierung angefordert und in der richtigen Sequenz ausgelagert.

„Zufrieden mit der Leistungsfähigkeit“

Zwei Stationen mit Gelenkarm-Robotern stapeln die Auftragsbehälter für die Filialen paarweise auf halbe oder ganze Europaletten. Die Roboter können auch zwischen den palettierten Auftragsbehältern weitere Paletten einfügen, um sogenannte Sandwich-Paletten für höhere Transporteffizienz zu erzeugen. Dann durchlaufen die Paletten eine Folienwickelstation und Etiketten-Applizierer, bevor sie zu einer der drei Versandbahnen für die Lkw-Beladung dirigiert werden. „Wir sind sehr zufrieden mit der Leistungsfähigkeit des Systems“, sagt Flindt. Von immenser Bedeutung für Coop war eine hohe Anlagendisponibilität. Ein Team von 14 Dematic Servicemitarbeitern leistet vor Ort in einem rollierenden System eine 24/7-Betriebsbegleitung und stellt eine Anlagenverfügbarkeit von 99 Prozent sicher. Flindt bestätigt: „Die Service-Ingenieure von Dematic sind herausragend. Sie ermöglichen jederzeit die Aufrechterhaltung und Optimierung der Leistungsfähigkeit der verschiedenen Systeme. Außerdem sind ihre Reaktionszeiten bei der Fehlerbehebung bemerkenswert.“

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