Förder- & Hebetechnik

Ein Ziel – viele Wege dahin

Nachhaltigkeit geht alle an – das haben auch die Anbieter von Intralogistik längst verstanden. Nur die Herangehensweise ist nicht zwingend immer dieselbe.

Förder- & Hebetechnik: Ein Ziel – viele Wege dahin

So haben sich etwa SSI Schäfer und Dematic der neuen Nachhaltigkeitsinitiative „Blue Competence“ angeschlossen, die der VDMA als führende Initiative für Ökologie und Umwelttechnik des Maschinen- und Anlagenbaus gestartet hat. Ziel der Initiative ist es, die Rolle des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus als weltweiter Technologieführer weiter zu stärken und lang-

fristig auszubauen. Parallel dazu soll die Innovationskraft der Branche hinsichtlich energieeffizienter Produkte und Lösungen einer breiten Öffentlichkeit transparent gemacht werden. „Damit verfolgen die Dematic und der VDMA die gleichen Ziele“, so Hubert Kloß, CEO der Dematic Europe GmbH. „Bereits seit vielen Jahren ist das Produkt- und Lösungsspektrum der Dematic vom Einsatz modernster Technologien und hoher Ressourceneffizienz geprägt. Mit der frühen Mitgliedschaft bei „Blue Competence“ verstärken wir nochmals unser Engagement zur Entwicklung und Produktion nach den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit.“

Den hohen Stellenwert, den das Thema Ressourceneffizienz für die Dematic besitzt, belegen zahlreiche Entwicklungen, die der Lösungsanbieter insbesondere in den vergangenen zwei Dekaden im Markt etabliert hat. Beispielsweise führte Dematic bereits 1995 als erster Anbieter standardmäßig die Energierückspeisung bei Regalbediengeräten ein, entwickelte das energiearme Schichtenlager zur Lagerung temperaturempfindlicher Waren und führte 2006 als erster Anbieter das besonders energieeffiziente Multishuttle ein. Aktuelles Beispiel ist die auf der CeMAT 2011 vorgestellte Energieeffizienzsoftware „Dematic Ecodrive“ – eine Software für verbesserte Energieeffizienz bei der Prozesssteuerung in Automatiklägern. Die Software ermöglicht eine zusätzliche Reduzierung der CO2-Emmissionen automatischer Läger um 10 bis 15 %, verbessert die Ökobilanz um bis zu 20 % und erfüllt die Protokollanforderungen für Steuereinsparungen nach ISO 16001.

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Förder- & Hebetechnik: Ein Ziel – viele Wege dahin

Green Crane Technology

Nachhaltigkeit ist auch für SSI Schäfer eines der wichtigsten Gebote der Logistik. Vor allem in der Intralogistik, darüber sind sich Experten der Gebäudetechnik, des Anlagenbaus sowie die Betreiber von Logistikanlagen einig, bieten die raschen Entwicklungen sowohl der Informations- und Kommunikationstechnologie, als auch der Material- und Systementwicklung hohe Potenziale für den Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie.

Gerade bei der Förder- und Hubtechnik kann der Anlagenbau hinsichtlich Ressourceneffizienz in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte aufweisen. SSI Schäfer hat einen Aspekt unter dem Motiv „Green Crane Technology“ zusammengefasst. Nachdem die Mechanik mit Maßnahmen wie wirkungsgradoptimierten Getrieben, konsequenter Leichtbauweise und rollwiderstandsarmen Werkstoffpaarungen zwischen Rad und Schiene stetig verbessert wurde, sind für die Neu- und Weiterentwicklungen der Systeme nun die energetischen Einsparpotenziale maßgeblich. So lassen sich – abhängig von übergeordneten Systemen und den Auftragsstrukturen – allein durch die Einbindung von Netzrückspeisungstechniken bis zu 50 % des Energieverbrauchs reduzieren. Damit liegt der ROI des modernen Technologieeinsatzes bei weniger als drei Jahren. Ähnliches gilt für die Modelle eines Verschleiß mindernden Schwachlastbetriebes (20 % Einsparung, ROI kürzer als 1 Jahr), der Gleichstrom-Zwischenkreisverbindungen (12 %, < 1 Jahr), einer intelligenten Fahrkurvenregelung (8 %, < 1 Jahr) oder energieeffizienter, wirkungsgradoptimierter Antriebe (4-8 %, 8-15 Jahre).

Schrott vermeiden

H+H Herrmann + Hieber widmet sich diesbezüglich der Vermeidung von Ausschuss. Besonders augenfällig wird dies bei einem Vergleich der durchschnittlichen Schrottrate im Automatikbetrieb und bei konventioneller Betriebsweise. Beim Transport (Langgut, Coils oder andere) mittels handgesteuerten Flurförderzeugen muss man erfahrungsgemäß mit einer Schrottrate von bis zu zwei Prozent, in Einzelfällen sogar noch darüber, rechnen. Es sind dies unvermeidbare menschliche Fehler unterschiedlichster Art, die entweder zu einer Beschädigung des Transportgutes oder zu anderen Schäden führen. Im sorgfältig geplanten Automatikbetrieb hingegen sinken die Transportschäden erfahrungsgemäß nahezu auf null.

Bei genauem Hinsehen kommen weitere Aspekte, die für die Nachhaltigkeit eines Automatikbetriebes sprechen, hinzu. In allen Fällen setzt der automatische Materialtransport durch den Betrieb eine detaillierte Planung voraus. Deren Basis ist, dass jegliche unnötigen Bewegungen, Lagerungen oder Umwege vermieden werden. Moderne Steuerungen und Transport-Komponenten ermöglichen dies. Unter dem Strich muss eine gelungene Automatisierung dazu führen, dass weniger Energie, Stellplatz und Zeitaufwand benötigt wird.

Prinzip der Schwarmrobotik umgesetzt

Ylog setzt hingegen auf eine neue, auf einzelne Lagerbereiche spezialisierte Technik, die Sicherheit und Flexibilität gewährleistet. Der Clou der Lösung, speziell für Automatische Kleinteilelager (AKL) entwickelt, basiert auf einzelnen, frei fahrbaren, intelligenten Fahrzeugen, den Autonomous intelligent Vehicles (AiV). Die Shuttles sind durch Lasertechnik abgesichert und können sich mit mehreren zugleich auf einer Etage bewegen. Darüber hinaus richtet sich der Computer im AiV neben der via WLAN aufgetragenen Lagerposition auch nach bestimmten „Verkehrsregeln“, sodass Zusammenstöße oder ähnlich bedingte Störungen nicht auftreten können. Mittels Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem werden Kommissionierung, Retouren sowie Chargenverwaltung über das iSC-System abgewickelt. Mit diesem patentierten Verfahren gelingt es YLOG, eine beliebig große Anzahl von AiV mühelos zu koordinieren. Im Falle der Fahruntüchtigkeit eines Fahrzeugs lässt es sich problemlos durch ein anderes ersetzen. Je nach Lagerkapazität und -beschaffenheit kann die Anzahl der Wagen praktisch beliebig erhöht werden.

Von Interesse für den Lagerbetreiber ist sicherlich auch der geringe Energieverbrauch der AiV. Die batteriebetriebenen Shuttles wurden in Leichtbauweise konstruiert und zudem mit einem integrierten System zur Energierückführung ausgestattet. Dadurch lassen sie sich mit bis zu 90 % weniger Energie betreiben als herkömmliche Regalbediengeräte, die in Kleinteilelagern eingesetzt werden. Ein Shuttle-Fahrzeug verbraucht im Durchschnitt 100 W – ein herkömmliches Regalbediengerät bis zu 20 kW. Mit dem Stromverbrauch eines Regalbediengerätes könnten also zweihundert Shuttles betrieben werden.

Kompetenzen für Nachhaltigkeit

Was die Branchen des Maschinen- und Anlagenbaus leisten Blue Competence vernetzt den Maschinen- und Anlagenbau branchenübergreifend von der Abfall- und Recyclingtechnik bis zu Zerspanwerkzeugen. Allen Branchen gemeinsam sind der Wille und die Kompetenz, unsere Welt spürbar nachhaltiger zu gestalten.

Förder- & Hebetechnik: Ein Ziel – viele Wege dahin

Dematic GmbH, D-63073 Offenbach, E-Mail: [email protected], www.dematic.com

H+H Herrmann + Hieber GmbH, D-73770 Denkendorf, E-Mail: [email protected], www.herrmannhieber.de

SSI Schäfer, D-57290 Neunkirchen, E-Mail: [email protected], www.ssi-schaefer.de

Ylog GmbH, A-8143 Dobl, E-Mail: [email protected], www.ylog.at

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