Förder- & Hebetechnik

Den Materialfluss automatisiert

Eigens für Internetbestellungen baute ASDA eine neues Verteilzentrum. Das Besondere dabei ist, dass alle Produkte in drei Temperaturzonen angeboten werden.

Bis 2010 wurden alle Internetbestellungen von den ASDA-Supermärkten der Einzelhandelskette ausgeliefert. Da in einigen Teilen des Landes diese Vorgehensweise aufgrund der extrem hohen Zahl an Bestellungen nicht mehr praktikabel war, errichtete ASDA in der Nähe von Leeds im Rahmen eines Pilotprojekts ein eigenes Verteilzentrum. Das Zentrum ist mit Fachbodenregalen ausgestattet, so dass die gesamte Palette der angebotenen Produkte bei Umgebungstemperatur gekühlt oder tiefgekühlt gelagert werden kann.

Per Internet aufgegebene Bestellungen werden zunächst auf zwei Ebenen kommissioniert, bevor sie auf Bodenhöhe konsolidiert und anschließend in Lieferwagen geladen werden. Dieses Pilotprojekt, das als manueller Prozess durchgeführt wurde, erwies sich als derart erfolgreich, dass ASDA jetzt eine Strategie entwickelt hat, um an mehreren ausgewählten Standorten eigene, halbautomatische Fulfillment-Zentren einzurichten.

Das erste Zentrum in Enfield, im Norden Londons, wurde im August 2010 in Betrieb genommen. Der Auftrag für das Materialfluss-System ging an Vanderlande Industries. Das angebotene Konzept bietet zudem flexible Möglichkeiten für eine künftige Expansion. In dem Zentrum wird täglich und rund um die Uhr gearbeitet. Die vom ASDA-Host-System gesteuerte Kommissionierung erfolgt zum größten Teil tagsüber. Die Waren werden aus Fachbodenregalen, die wie in einem Supermarkte angeordnet sind, in Auftragsbehälter kommissioniert. Die einzelnen Kommissionierer arbeiten in festgelegten Zonen des Regalbereiches und entnehmen nur Produkte, die in dieser Zone gelagert sind.

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Jeder kommissionierte Auftragsbehälter umfasst entweder eine vollständige oder eine teilweise vollständige Kundenbestellung. Als Teil des Kommissionierungsvorgangs wird ein Auftragsetikett ausgedruckt und an jedem Behälter angebracht. Das Auftragsetikett beinhaltet eine dreistellige Ladenummer, die einer bestimmten Dock-Tür entspricht. Das Host-System des Kunden verlinkt das Auftragsetikett mit der Identifikationsnummer des Behälters. Die Behälter werden in beliebiger Reihenfolge auf das System gestellt und dann mittels Gurtförderer aus dem Kommissionierbereich über einen Sorter zu den Bereitstellungsräumen neben den Dock-Türen transportiert. Zwischen den einzelnen Behältern werden automatisch Lücken gelassen, bevor sie einem

Barcode-Scanner zugeführt werden. Vor der Sortierung liest der Scanner zunächst die dreistellige Nummer auf dem Auftragsetikett des Behälters, sodass das Steuerungssystem die korrekte Bestimmung und Richtung jedes Behälters festlegen kann. Die Position jedes Behälters wird automatisch von dem Punkt, an dem sein Auftragsetikett gescannt wurde, verfolgt. Nach dem Scannen werden die Behälter zu einem der neun Ziele transportiert.

Wenn der Behälter seine Bestimmung auf dem Fördersystem erreicht hat, wird er zu einer Ausgangsbahn sortiert. Jede Bahn bedient zwei Lieferwagenrouten, und zu jeder Lieferwagenroute gehört eine eigene Dock-Tür. Die beiden Dock-Türen befinden sich links und rechts von der Bahn. Falls erforderlich, werden die Behälter nach dem Scannen des Barcodes um 180 Grad gedreht, damit das Auftragsetikett an der richtigen Dock-Tür nach vorne zeigt.

Eine Lieferwagenroute wird anhand mehrerer Kundenaufträge zusammengestellt, wobei im Allgemeinen jeder Kundenauftrag mehrere Produktbehälter umfasst. Bei Kundenaufträgen, die aus mehreren Behältern bestehen,

haben die Bediener in den Bereitstellungsbereichen die Möglichkeit, teilweise gefüllte Behälter zusammenzupacken, um die Zahl der Behälter, die in die Lieferwagen geladen werden müssen, zu reduzieren. Die Behälter werden in die richtige Lieferwagenrunde und Lieferreihenfolge sortiert und dann mit den gekühlten und tiefgekühlten Produkten zusammengefügt, die in den klimatisierten Bereichen manuell kommissioniert wurden. Die Beladung der Lieferwagen erfolgt zwischen 7:00 und 19:00 Uhr.

Zusätzlich zur Lieferung des Systems hat Vanderlande Industries mit ASDA auch einen Vertrag über die Bereitstellung von Helpdesk Support und die Wartung des Systems (drei Mal pro Jahr) unterzeichnet.

Statement

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„Durch das neue Zentrum ist ASDA in der Lage, seinen Marktanteil im Online-Sektor in einer Region, wo die Anzahl an normalen Geschäften begrenzt ist, zu steigern”. sagt Graeme Douglas, Supply Chain Director von ASDA.com. „Im Hinblick auf den potenziellen Umfang der Online-Nachfrage bietet unsere neue Niederlassung eine solide Infrastruktur, um in Zukunft immer mehr potenzielle Kunden zu den stets günstigen ASDA-Preisen zu beliefern. Darüber hinaus bietet es ASDA die Möglichkeit, eine breitere Produktpalette anzubieten und somit alle Wünsche unserer Kunden zu erfüllen. Das Zentrum wurde mit dem Ziel entworfen, diese Anforderungen in großem Umfang, aber in effizienter und kundenorientierter Weise, zu erfüllen.“

Vanderlande Industries GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.vanderlande.com

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