Förder- & Hebetechnik
Automatisierungsgrad Schritt für Schritt erweitert
Seit 2013 setzt Miele bei der Materialbereitstellung im Leichtguttransport auf den Intralogistik-Baukasten von Servus. Nach der dritten Erweiterung versorgen die autonomen Transportroboter von Servus nun zwei Montage-Linien direkt zur richtigen Zeit mit dem richtigen Material.

Qualität, die über viele Jahre besteht“. Das ist die Devise, die beim traditionsreichen deutschen Hersteller von Haushaltsgeräten seit jeher gilt. So hoch wie Miele die Messlatte für seine Produkte legt, so hoch legt sie das deutsche Traditionsunternehmen auch bei seinen Zulieferern. Deshalb hat sich Miele 2013 dazu entschieden, seinen Materialfluss mithilfe der Servus Intralogistics GmbH zu optimieren.
Zuvor wurden sämtliche Kleinteile für die Montagelinien, über die im Stammwerk in Gütersloh täglich an die 5.000 Waschmaschinen gefertigt werden, aus einem traditionellen Kleinteilelager mit Regalbediengeräten versorgt. Die Wege waren früher weit zwischen den Montagelinien in der Werkshalle und dem Kleinteilelager in einer anderen Halle. Allein der Materialtransport erforderte etliche Mitarbeiter. Grundstein für effizientere Zuführprozesse war ein Workshop, in dem die Materialflüsse analysiert und optimiert wurden. Dementsprechend wurde die Anlage ausgelegt und zukünftige Erweiterungsschritte bereits mitbedacht.
Kommissionierung, AKL und automatischer Supermarkt

Mit 26 Transportrobotern gestartet, machte Miele damals einen großen Schritt in Richtung Lean Production. Die Transportroboter übernahmen sämtliche Transporte von Behältern, Leertrays und Leertraystapeln zwischen Einlagerung, automatischem Kleinteilelager (AKL), Kommissionierplätzen und einem automatischen Supermarkt. „Wir sahen Servus von Anfang an nicht nur als reines Lagersystem. Die Flexibilität der autonomen Transportroboter von Servus wollten wir in weiterer Folge auch nutzen, um mit dem Servus-System direkt bis an die Montagelinie zu fahren“, erklärt Markus Kahlert, Logistikplaner bei Miele.
Nun, fünf Jahre später, zeigt sich, dass Miele diesen Weg konsequent fortgesetzt und den Automatisierungsgrad permanent gesteigert hat und darüber hinaus Logistik und Produktion zu einer Einheit verbinden konnte.
Vollautomatischer Wareneingang
In einem ersten Erweiterungsschritt wurde der Wareneingang automatisiert. Ein Knickarmroboter vereinzelt die ankommenden Paletten und übergibt die Behälter an das Servus System. Die autonomen Transportroboter lagern die Behälter ein oder versorgen die Kommissionierstationen und in weiterer Folge den automatischen Supermarkt. Der Milkrun-Fahrer bestückt dann seine Wagen. Mittels Pick-by-Light werden Falschentnahmen ausgeschlossen.
Servus Intralogistics
Die Servus Intralogistics GmbH entwickelt, produziert und liefert für seine Kunden unterschiedlichster Branchen individuelle Intralogistik-Lösungen aus einer Hand. Servus hat einen Intralogistik-Baukasten im Einsatz, der es ermöglicht, sämtliche Bereiche im Unternehmen von Wareneingang, Lager (AKL), Produktion, Montage und Kommissionierung bis hin zum Warenausgang mit einem einzigen Logistiksystem miteinander zu verbinden. Kernstück des Servus-Systems sind die intelligenten und autonomen Transportroboter ARC (Autonomous Robotic Carrier), die Logistik und Produktion zu einer Einheit verschmelzen lassen.
Mit dem jüngsten Erweiterungsschritt konnte Miele den Automatisierungsgrad weiter steigern. Die mittlerweile 36 autonomen Transportroboter fahren jetzt bis zu den Montagelinien, wo das Servus System die Regale für den Milkrun direkt befüllt. Der Milkrun-Fahrer kann die bereits befüllten Wagen sofort andocken und mit der Verteilung beginnen.
Auch für die Zukunft flexibel

Die Flexibilität war von Anfang an eines der wesentlichen Argumente, warum sich Miele für Servus entschieden hat: „Mit Blick auf unsere Durchsatzvolumina und Transportwege benötigen wir ein maximal flexibles System, weshalb beispielsweise der Aspekt der Skalierbarkeit von zentraler Bedeutung war“, sagt Kahlert, der zufrieden auf die Zahlen blickt. „Wir registrieren derzeit täglich etwa 8.500 Servus-Fahraufträge.“
Und auch für die Zukunft stehen Miele mit Servus als Partner alle Möglichkeiten offen. „Da das Servus-System dezentral gesteuert ist, können neue Bereiche im Unternehmen in Vollbetrieb angebunden werden“, sagt Christian Beer, Inhaber und Geschäftsführer von Servus Intralogistics und ergänzt: „Und dennoch ist höchste Prozesssicherheit garantiert, da jeder Transportroboter mit Schwarmintelligenz agiert und selbst den kürzesten Weg zum Ziel findet. Dadurch bleibt das System immer gleich einfach, egal ob 5 oder 500 ARCs im Einsatz sind.“










