Aus materialfluss 5/2019

Martin Schrüfer,

„Triebkraft für technologische Entwicklungen“

Rollen und Motoren bilden, ebenso wie Regale (siehe materialfluss ROUND TABLE in Ausgabe 4/19), ein Rückgrat jeglicher effizienter Intralogistik. Drei Anbieter geben Antwort auf drei Fragen der Redaktion: ein spannender Ausblick auf neue Produkte und Trends.

Drei Fragen an Daniel Heinen und Martin Regnet, Interroll

Daniel Heinen (links) ist Global Product Manager Rollers & RollerDrive, Technology und Martin Regnet Global PR Manager bei Interroll. © Interroll

materialfluss: Werden den Rollen im komplexen Zusammenspiel eines Lagers genügend Beachtung geschenkt? Wenn nein, woran liegt das?
Daniel Heinen: Für Materialfluss-Anwendungen, die einen hohen Durchsatz und höchste Zuverlässigkeit erfordern, besitzen Rollenförderer eine geschäftskritische Bedeutung in modernen Distributionszentren. In vielen Fällen wird dabei die Wichtigkeit der Rollentechnik – übrigens auch bei fahrerlosen Transportsystemen – allerdings noch unterschätzt. Dies gilt nicht nur für die Qualität des Produktes, das höchsten Dauerbelastungen standhalten muss, sondern auch für ihren maßgeschneiderten Einsatz für die jeweilige Anwendung. Häufig dominieren hierbei noch kurzfristige Kostenüberlegungen gegenüber Risiko- und Wirtschaftlichkeitsanalysen, die die Anlagenrendite über den gesamten Lebenszyklus betrachten. Hierzu gehört natürlich auch die Möglichkeit, selbst kleinste Bestellmengen – etwa für Erweiterungen – schnell und auf der ganzen Welt geliefert zu bekommen.

mfl: Welche technischen Trends zeichnen sich ab? Ist das Thema Predictive Maintenance schon wieder „Schnee von gestern“ oder gerade im Kommen?
Heinen: Die Anwender-Wünsche nach maximaler Verfügbarkeit und höchster Effizienz sind wesentliche Triebkräfte für die technische Entwicklung. Deshalb spielen etwa der Trend zur 48 Volt-Technologie und eine komplette datentechnische Transparenz von Förderanlagen eine immer wichtigere Rolle. Immer mehr Anwender legen etwa Wert darauf, umfassende Betriebsdaten der eingesetzten Antriebe über moderne Bus-Schnittstellen erhalten und auswerten zu können – um beim jeweiligen Erhaltungszustand dieser äußerst wichtigen Infrastruktur nicht mehr im Nebel stochern zu müssen. Aus diesem Grund ist „Predictive Maintenance“ heute und in Zukunft ein wichtiges Thema für Fördertechniksysteme. Der Markt hat die Bedeutung dieses Themas – auch vor dem Hintergrund der Möglichkeiten, die die Industrie 4.0 bietet – längst erkannt und misst der Digitalisierungsthematik und ihren Vorteilen eine hohe Bedeutung zu.

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mfl: Mit welchen Produkten will Ihr Unternehmen in diesem Jahr auf dem Markt punkten und was zeichnet diese aus?
Martin Regnet: Wir sind sehr zuversichtlich, was den Erfolg unser neu im Markt eingeführten DC Platform angeht und beobachten ein hohes Interesse im Markt an dieser innovativen Lösung. Einen guten Start haben wir ebenfalls mit unserer neuen modularen Fördererplattform für Paletten – MPP –
verzeichnen können. Einige Lösungen, die wir bereits länger anbieten, haben wir weiter optimiert, wie zum Beispiel unsere Gurtkurve, die mit geringem Wartungsbedarf und weiter ver-ringerten Geräuschemissionen besticht. Als neutraler Anbieter im Markt sehen wir hier vielversprechendes Potenzial.

Zwei Fragen an Thomas Beinert, Key-Account-Manager, Rollex Förderelemente

Thomas Beinert © rollex-group

materialfluss: Wird den Rollen im komplexen Zusammenspiel eines Fördersystems genügend Beachtung geschenkt? Wenn nein, woran liegt das?
Thomas Beinert: Die Rolle ist der Artikel, der in der Anlage mit der Ware des Endkunden in Kontakt kommt. In ihrer Einsatzzeit, muss sie extremen Bedingungen wie zum Beispiel der hohen Geschwindigkeit, der starken Belastung, sowie den oft sehr wechselnden Umwelteinflüssen standhalten. Trotz der hohen Ansprüche darf die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen gelassen werden. Daher nehmen die Beratung des Rollenlieferanten und die Informationen des Anlagenbauers entscheidend Einfluss auf die Langlebigkeit und Qualität einer Anlage und somit auf einen störungsfreien Lauf. Aus diesem Grunde konzentrieren wir uns von der Rollex Förderelemente GmbH & Co KG voll und ganz auf das Thema Rolle und legen sehr großen Wert auf die Beratung, Entwicklung und Umsetzung der Kundenwünsche. „Dreht sich die Rolle nicht, dreht sich die Ware nicht“.

mfl: Mit welchen Produkten will Ihr Unternehmen in diesem Jahr auf dem Markt punkten und was zeichnet diese aus?
Beinert: Der Hauptfokus liegt bei uns auf der Erweiterung der Produktionskapazitäten. Ziel ist es dem Werteversprechen unserer Kunden noch gerechter zu werden. Die großen Investitionen in eine neue Produktionshalle unterstreichen das. Zudem ist die Weiterentwicklung und der Ausbau der Motorrollen bei Rollex Förderelemente im Focus 2019. Das Thema Nachhaltigkeit und Energiehaushaltung ist in aller Munde. Somit ist zum Beispiel der Synchronmotor die erste Wahl. Durch das hohe Drehmoment, die kompakten Abmessungen, gepaart mit einer sehr geringen Aufheizung, ist dieser Motor überall dort im Einsatz, wo wenig Raum zur Verfügung steht und die Temperatur eine große Rolle spielt. Einsatzbereiche: Kühlhäuser, Lebensmittelindustrie, Futterindustrie.

Zwei Fragen an Andreas Flies, Vertriebsleiter Deutschland, Österreich und Schweiz für Stückgutfördertechnik, Rulmeca

Andreas Flies © Rumelca

materialfluss: Werden den Rollen im komplexen Zusammenspiel eines Lagers genügend Beachtung geschenkt? Wenn nein, woran liegt das?
Andreas Flies: Tragrollen für Stückgut sind im Lager und Versand in der Regel Brot & Butter Geschäft. Hier zählt der Preis. Rulmeca fertigt in Italien mit entsprechenden Preisvorteilen. Beachtung finden wir aber auch: Beispielsweise für unsere Tragrollenserie 117 mit federbaren konischen Sechskant-Achszapfen. Sie kombiniert die Vorteile von Federachsen mit verschraubten Achsen. Beide Achsenden können unabhängig voneinander gegen eine Federkraft in die Rolle versenkt werden.

mfl: Mit welchen Produkten will Ihr Unternehmen in diesem Jahr auf dem Markt punkten und was zeichnet diese aus?
Flies: Mit dem 24VDC BL3 Drive Roller für den Stückgutbereich haben wir seit 2018 die dritte Antriebsrollen-Generation auf dem Markt, die durch ihr patentierten Getriebesystem, einem doppelt so großen Geschwindigkeitsbereich und bis zu 40 % mehr Drehmoment überzeugt. Wir bieten diese Antriebsrollen für staudrucklose Stückgutförderer nun als Kits mit Rollen und Riemen sowie den ZPA (Zero Pressure Accumulation) Controller Modulen von Pepperl+Fuchs an und bieten Kunden damit das leistungsfähigste Gesamtpaket auf dem Markt. Die ZPA-Steuermodule ermöglichen in Kombination mit Zonensensoren den einfachen und schnellen Aufbau von Rollenbahnen mit druck­loser Staulogik, wovon sowohl Maschinenbau-OEM als auch Förderanlagenbauer und Endanwender profitieren. Einfachere Lösungen lassen sich zudem mit unserem hauseigenen Motion Controller RMC-BL3 umsetzen. Basisfunktionen sind beispielsweise Dip-Switches zur Einstellung der Geschwindigkeit und Drehrichtung. Der Controller kann aber auch I/O-Signale von externen Steuerungen verarbeiten.

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