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Artikel und Hintergründe zum Thema

Flurförderzeuge

Elektrisch durch das Lager

Während die Automobilhersteller gerade die Elektromobilität „erfinden“, nutzt die Materialfluss-Branche dieses Antriebskonzept schon seit Jahrzehnten. Und es gibt interessante Neuheiten bei Elektrostaplern in verschiedenen Leistungsbereichen.

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Lärm gleich Leistung: Wer das Leistungsvermögen eines Gabelstaplers nach dieser Devise beurteilt, hat einen zentralen und lang anhaltenden Trend der Flurförderzeug-Technik übersehen. Elektrisch betriebene Stapler dringen immer häufiger in klassische Domänen der „Verbrenner“ ein. Dieser Trend ist in den Verkaufsstatistiken der Hersteller und Händler in Europa klar erkennbar. Er erklärt sich aus der technischen Weiterentwicklung von elektrischen Staplerantrieben, aber auch aus dem zunehmenden Wunsch der Betreiber nach Geräten, die vor Ort emissionsfrei fahren. Die Weiterentwicklung betrifft nicht nur die Leistungssteigerung der Antriebe und Batterien, sondern auch die verbesserte Servicefreundlichkeit der E-Stapler, die vor allem der Einführung der Drehstromtechnik zu verdanken ist.

Während noch vor einigen Jahren bei 1,5 bis 1,8 t die Einsatzgrenze gezogen wurde und die Anwender schon bei 2 t fast automatisch einen Diesel- oder Gasstapler kauften, hat sich diese Grenze nun deutlich nach oben verschoben. Damit vergrößert sich das Marktvolumen, und die Hersteller unternehmen große Anstrengungen, die Elektrostapler im oberen Tragkraftsegment noch attraktiver zu machen.

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Aktuelles Beispiel dafür sind die neuen Elektro-Gegengewichtstapler in der 2- bis 5 t-Klasse, die Linde jetzt im Markt einführt. Der Schlüssel zur - so Linde - höchsten installierten Leistung in dieser Stapler-Klasse ist der außergewöhnliche Zwei-Motoren-Frontantrieb. Beide Drehstrommotoren treiben das Fahrzeug mit jeweils 9 kW bzw. 11,9 kW an, wodurch das Gerät schnell reversiert und in kürzester Zeit auf die maximalen 20 km/h beschleunigt.

Flach oder hoch, lang oder kompakt

Mit allein 19 verschiedenen Standard-Modellvarianten in kurzer und langer, hoher und flacher Ausführung lässt sich für unterschiedlichste Einsatzbedingungen das passgenaue Fahrzeug finden. Die langen Modelle verfügen über eine größere Batterie und stellen zusätzliche Energiereserven zur Verfügung, erlauben aber auch die Verwendung von Standard-Poolbatterien. Die kompakten Modelle hingegen empfehlen sich für enge, schmale Arbeitsbereiche oder für weniger harte Einsätze.

Für ein hohes Maß an Sicherheit und zuverlässige Bodenhaftung auch bei schlechter Witterung sorgt die erste serienmäßige Traktionskontrolle für Gabelstapler. Sie verteilt die Antriebskraft des Elektromotors individuell auf beide Radmotoren und sichert auf diese Weise selbst dann Zugkraft, wenn ein Rad durchdrehen sollte. Zusätzliche Sicherheit bietet der Linde Driver Assistent, der automatisch die Geschwindigkeit reduziert, wenn der Bediener zu schnell in die Kurve fährt.

Kompakt, flexibel, sparsam

Die Still-Baureihe R 50/ RX 50 ist der weltweit meist gekaufte Dreirad-Elektrostapler mit Hinterradantrieb und Tragfähigkeiten von 1 bis 1,6 t. Für dieses echte Volumensegment hat Still nun eine neue Staplergeneration entwickelt. Da Dreiradgeräte oft in engen Bereichen wie Lagervorzonen sowie bei der Be- und Entladung von Lkw arbeiten, ist der Hersteller stolz darauf, dass es sich um den kompaktesten Stapler seiner Klasse handelt. Durch seine geringe Arbeitsgangbreite spart er Platz und ermöglicht so ein Mehr an Lagerfläche.

Der neue RX 50 verfügt serienmäßig über das Energiesparprogramm Blue-Q, das je nach Einsatz und Ausstattung bis zu 12 Prozent Energie einspart. Damit spart der Anwender nicht nur CO2, sondern - bei einer Nutzungszeit von fünf Jahren im Dreischichtbetrieb - auch bis zu 1.000 Euro Energiekosten. Die gekapselten Drehstrommotoren in Schutzart IP 54 schaffen die Voraussetzung dafür, dass der RX 50 auch in staubiger oder feuchter Umgebung zuverlässig arbeitet. Auch hier können neuere Generationen von elektrostaplern im Vergleich zu älteren Geräten punkten. Dasselbe gilt für die Wartungsintervalle, die bei komfortablen (und kostensparenden) 1.000 Betriebsstunden oder 12 Monaten liegen.

Typisch für moderne Elektrostapler ist die Möglichkeit, aus verschiedenen voreingestellten Fahrprogrammen jeweils das beste auswählen. Das feinfühlige Fahrverhalten und das präzise Befolgen aller Fahrbefehle erhöht - der Elektronik sei Dank - die Arbeitssicherheit. Bei der Bedienung kann der Käufer zwischen vier Varianten wählen: Mehrhebel-, Fingertipp-, Minihebel- und Joystickbedienung.

50-mf-still-RX 50 mit Terminal und Minihebel

Feamfähige Stapler

Der RX 50 ist ausgesprochen teamfähig: Optional ist er in ein Transportleitsystem integrierbar. Dazu gibtr es entsprechende Terminals und Scanner, z.B. ein 8,4-Zoll-Touch-Terminal. gutes Materialfluss-Management optimiert die Fahrwege, vermeidet Leerfahrten und ermöglicht papierlosen Informationstransport zeitgleich zur Warenbewegung. Auch die Einbindung in den "FleetManager" ist möglich. Er bietet eine Zugangskontrolle, einen Unfallrekorder und die Auswertung von Fahrzeug- oder Betriebsdaten - das ist besonders interessant für die stetig wachsende anzahl von Miet- und Leasingstaplern. In das selbe Marktsegment zielt Mitsubishi mit der neuen EDIA-Reihe, die sowohl als Dreiradversion (mit Tragkräften von 1,3 bis 2,0 t) als auch mit vier Rädern (1,6 bis 2,0 t) zur Verfügung steht. Noch größer wird die Wahlmöglichkeit dadurch, dass es jeweils drei Radstände mit unterschiedlichen großen Batterietrögen gibt.

Auch Mitsubishi nutzt die zahlreichen Vorteile, die sich aus der Kombination von elektrischem Fahrantrieb und moderner Elektronik ergeben. Die EDIA-Stapler bieten u.a. eine Rampenstop-Funktion, die ein Zurückrollen des Fahrzeugs verhindert. Die "Pitch Control" reduziert Stöße und Dynamikspitzen und sorgt so für eine bessere Kontrolle der Mast- und Staplerdynamik. Eine "Mode"-Taste erlaubt die Vorwahl der Fahrzeugcharakteristik. Einzelne Parameter sind darüber hinaus individuell programmierbar. Auch das Ansprechverhalten der "Steer by wire" - Lenkung lässt sich an die Wünsche des Bedieners anpassen.

Gute Marktaussichten

Die drei Neuheiten von Linde, Mitsubishi und Still dokumentieren nicht nur die Leistungsfähigkeit moderner Elektrostapler. Sie zeigen auch, dass die Elektroantriebe Zusatzfunktionen bieten, die mit „Verbrennern“ nicht oder nur mit großem Aufwand zu erreichen sind. Und sie belegen, dass die Hersteller ihr Programm immer weiter auffächern und größere Wahlfreiheiten, z.B. auch in puncto Radstand, Abmessungen, Bedienkonzept etc., bieten. Damit schaffen sie die Voraussetzung dafür, dass Anwender den optimal angepassten E-Stapler bekommt. Das dürfte die Marktaussichten - die aufgrund der Verschiebungen von Diesel-/Gasstaplern zu Elektrogeräten schon sehr gut sind - nochmals verbessern.

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Linde Material Handling GmbH & Co. KG E-Mail: [email protected], www.linde-mh.de

Mitsubishi Caterpillar, E-Mail: [email protected], www.mitsubishi-gabelstapler.de

Still GmbH, E-Mail: [email protected], www.still.de

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