Verpackungstechnik

Martin Schrüfer,

Päckchen packen ohne Luft

Immer mehr Mittelständler begeistern sich für die automatisierte Produktion passgenauer Versandkartons. Mit den Verpackungsanlagen von Sparck Technologies reduziert sich das Paketvolumen um bis zu 50 Prozent. Das erfolgreiche Konzept erläutert International Senior Sales Manager Claus Weigel.

materialfluss: Herr Weigel, vor gut zwei Jahren hat Sparck Technologies damit begonnen, den Vertrieb in der DACH-Region auszubauen. Wie lautet Ihr Fazit?

„Die Konkurrenz ist im Internet nur einen Mausklick entfernt”: Claus Weigel, International Senior Sales Manager für die DACH-Region bei Sparck Technologies. © Sparck Technologies

Claus Weigel: Ich bin sehr zufrieden. Durch meinen Kollegen Fabian Mütherich ist der Vertrieb hierzulande Ende 2021 verstärkt worden. Wir haben viele Anfragen – und das, obwohl Präsenzveranstaltungen wie etwa die Messe Logimat 2021 nicht über die Bühne gehen konnten. Wir haben in Deutschland mehrere neue Kunden gewinnen können, die sich für unsere automatisierten 3D-Verpackungslösungen CVP Everest und CVP Impack entschieden haben. Bekannt gegeben wurden schon das Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler E/D/E und der E-Commercespezialist Lampenwelt.de. Die Namen weiterer Neukunden, mit denen wir Verträge abgeschlossen haben, nennen wir in den nächsten Wochen. Es melden sich bei uns vermehrt nicht nur Großversender, sondern auch viele Mittelständler, die passgenaue Pakete mit einer CVP Impack produzieren wollen. Bereits ab 800 Versandpaketen pro Tag macht es betriebswirtschaftlich Sinn, in eine automatisierte Anlage zu investieren.

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mfl: Wie ist die Situation in Österreich und in der Schweiz?

Weigel: Bei SportOkay.com in Innsbruck läuft seit 2020 unsere erste Anlage in Österreich. Erfreulich war zudem, dass sich unser Kunde DeinDeal.ch aus der Schweiz dazu entschied, auch an seinem neuen Standort in Genf auf eine CVP Impack zu setzen. Damit produziert er automatisiert bis zu 500 maßgeschneiderte Pakete pro Stunde.

mfl: Im Oktober 2021 stand das Unternehmen Quadient in der Presse, weil der Investor Standard Investment aus Amsterdam die Verpackungssparte des Unternehmens im niederländischen Drachten erwarb – und die Firma seither als Sparck Technologies auf dem Markt auftritt. Was hat sich dadurch verändert?

Weigel: Wir haben unsere Bestandskunden natürlich über den neuen Eigentümer informiert. Gleichzeitig haben wir aber auch darauf hingewiesen, dass alle 300 Mitarbeiter von Standard Investment übernommen wurden und die Strategie lautet: Die Erfolgsgeschichte der nachhaltigen CVP-Lösungen soll weitergeschrieben werden. Das heißt: Standard Investment wird in die Weiterentwicklung von Service und Technologie investieren. Das Unternehmen hat sich bewusst für den Technologieführer und für die mehrfach preisgekrönten Verpackungssysteme entschieden, die automatisiert vermessen, schneiden, falten und die Pakete auch etikettieren. Unsere Maschinen laufen ja bereits seit acht Jahren erfolgreich – in inzwischen 13 Ländern.

mfl: Gibt es bereits Ergebnisse?

Weigel: Die Entwicklungsabteilung in Drachten arbeitet kontinuierlich daran, neue Services für unsere Kunden auf den Weg zu bringen. Lösungen im Bereich Monitoring sowie neue Funktionen mit der Hardware werden wir im Vorfeld der Logimat 2022 vorstellen.

mfl: Wie hat die Coronapandemie das Verhalten Ihrer Kunden verändert?

Weigel: Es ist kein Geheimnis: Während der stationäre Handel in den vergangenen beiden Jahren zum Teil schwer leiden musste, ging das Volumen im E-Commerce-Kanal nach oben. Der „Parcel Shipping Index 2021“ zeigt, dass das weltweite Paketvolumen 2020 um 27 Prozent gegenüber 2019 gestiegen ist. Dem wachsenden Paketberg auf der einen Seite steht in vielen Industrieländern ein schrumpfender Arbeitskräftemarkt gegenüber. Weil es langfristig immer schwieriger wird, neue Mitarbeitende für den Versandbereich zu gewinnen, denken viele Unternehmen konkret über Automatisierungsprojekte nach. Die CVP Everest für Großversender ersetzt beispielsweise bis zu 20 manuelle Packstationen. Selbst bei Vollauslastung, das heißt Produktion von rund 1.100 passgenauen Paketen pro Stunde, reichen zwei Personen zur Bestückung der Anlage mit Waren aus.

mfl: Ist der Arbeitskräftemangel das wichtigste Argument für den Kauf einer Anlage?

Weigel: Nicht in jedem Gespräch, aber sehr oft. Was die Unternehmen aber zunehmend mehr beschäftigt, sind neben den Themen Recruiting und Kosteneinsparungen die Einhaltung der Lieferversprechen. Denn die plötzlichen Lockdown-Verordnungen führten dazu, dass das Paketvolumen sprunghaft anstieg. Im März 2020 war quasi über Nacht vorweihnachtliche Hochsaison. Auch andere Ursachen für plötzliche Nachfrageschwankungen – beispielsweise Unglücke, Streiks oder Umweltkatastrophen - lassen Supply Chain Manager nicht mehr ruhig schlafen. Nur wer über eine transparente und flexible Lieferkette verfügt, kann seine Lieferversprechen gut einhalten. Neben der Digitalisierung ist die Automatisierung einer der wichtigsten Schlüssel, um den Endkunden nicht zu enttäuschen.

mfl: Ein Paket, das einen Tag später als geplant geliefert wird, ist noch kein Drama …

Weigel: Eines vielleicht nicht, aber Tausende schon. Im Internet gilt: Die Konkurrenz ist nur einen Mausklick entfernt. Niemand kann sich unzufriedene Kunden leisten. Die Einhaltung der Lieferversprechen ist nur ein Punkt, der den Verbrauchern immer wichtiger ist. Der andere ist das Thema nachhaltige Lieferungen. Dem Consumer-Barometer Verpackung von KPMG zufolge wünschen sich 91 Prozent der für das Barometer befragten Verbraucher, dass Onlineversender ihre Versandpakete auf das Nötigste reduzieren. Weil vor allem junge Verbraucher das Auspacken der Lieferungen auch gerne in sozialen Medien mit Familie und Freunden teilen, gehen Versender, die viel Luft oder Füllmaterial in ihren Paketen transportieren lassen, ein erhebliches Risiko in puncto Imageschädigung ein. Das heißt: Wer Pakete luftfrei verpackt, sorgt für eine deutlich höhere Kundenzufriedenheit und verbessert seinen Ruf als Versender. Gleichzeitig spart er Geld, denn durch unsere Anlagen reduziert sich das Paketvolumen um bis zu 50 Prozent, der Kartonverbrauch um bis zu 30 Prozent.

Messen, falten und verkleben

CVP Impack: Diese Verpackungsmaschine produziert bis zu 500 passgenaue Pakete pro Stunde. © Sparck Technologies

Sparck Technologies (früher Packaging by Quadient) ist Anbieter passgenauer Lösungen für maßgeschneiderte Verpackungen. Die automatisierten Anlagen messen, falten, verkleben und etikettieren Versandverpackungen, die einzelne oder mehrere Produkte beinhalten. Die CVP-Verpackungsanlagen sind seit 2014 bei Versendern aus den Bereichen B2B, B2C und Logistikdienstleistern in 13 Ländern im Einsatz. Nutzer profitieren von den automatisierten Verpackungssystemen, weil sie dadurch Verpackungsvolumen, -material und Personalkosten sparen. Sitz des Unternehmens mit mehr als 300 Mitarbeitern ist Drachten, Niederlande. Das Unternehmen hat Niederlassungen in den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien und gehört seit August 2021 zu Standard Investment in Amsterdam.

Der Beitrag erschien in materialfluss 5/22.

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