Verpackungstechnik

Optimiertes Verpacken – maßgeschneidert und umweltfreundlich

Der Systemhersteller und Papierproduzent Papier Sprick aus Bielefeld hat beim Werkzeughändler Gödde den Verpackungsbereich unter die Lupe genommen und unter ergonomischen und ökologischen Aspekten umgestaltet.

Fotos: Papier Sprick
Fotos: Papier Sprick

Täglich mehrere Tausend Pakete zu verpacken und zu versenden setzt eine gute und zuverlässige Organisation der logistischen Prozesse voraus. Jedes Unternehmen steht dabei den wachsenden Anforderungen nach umweltfreundlichen und recyclingfähigen Verpackungen gegenüber. Repräsentative Verbraucherstudien machen deutlich, dass die Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle spielt. Eine deutliche Mehrheit von über 75 Prozent der Kunden ist demzufolge sogar bereit, einen Aufpreis von durchschnittlich 12 Prozent für umweltfreundliche Verpackungen zu zahlen. Einen erkennbaren Einfluss in der Wahrnehmung ökologischer Produkte haben dabei die bekanntesten Nachhaltigkeitssiegel, wie zum Beispiel der Blaue Engel.

Nachhaltige Verpackungen sind entscheidend

Führende Markeninhaber und Händler haben diesen Trend bereits erkannt und bestätigen, dass nachhaltige Verpackungen entscheidend für das Geschäft sind. Während Altpapier ein seit Jahrzehnten gehandelter Wertstoff ist und die Recyclingquote von Papier entsprechend bei über 71 Prozent liegt, beläuft sich der Anteil der stofflichen Verwertung von Plastikabfällen nach wie vor auf nur etwa 12 Prozent. Der Rest wird in die Müllverbrennungsanlagen gebracht oder einfach exportiert. Die EU-Mitgliedstaaten verschifften lange Zeit den allergrößten Anteil ihrer Plastikabfälle nach China – mit ungeklärter finaler Lagerung oder Verwendung des Mülls. Durch den aktuellen Importstopp von Altplastik durch China wird das Thema Recycling von Verpackungen auch in Deutschland angesichts der jährlich über drei Milliarden Paketsendungen immer dringlicher. Grüne Alternativen für die Verpackung werden vor diesem Hintergrund unverzichtbar.

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PAPIER SPRICK

Das 1883 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Bielefeld entwickelt für seine Kunden individuelle Lösungen für prozessoptimierte Transportverpackungen auf Papierbasis. Der Hersteller und Verarbeiter von Recyclingpapier mit eigenem Maschinenbau profitiert dabei von seinem lang­jährigen Know-How entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Ergebnis stehen wirtschaftliche und ökologische Vorteile für die Kunden.

Die Kölner Gödde GmbH - ein Mitglied der Hoffmann Group - leistet bereits seit Jahren Pionierarbeit zum Thema Umweltschutz und optimiert außerdem stetig die Produktionsbedingungen sowie die Logistik- und Transportkonzepte. Das 1960 gegründete Unternehmen überzeugt seine Kunden mit Qualitätswerkzeugen aus den Bereichen Zerspanung, Spann-, Mess-, und Schleiftechnik sowie Handwerkzeugen. Daneben besteht ein breites Angebot in den Bereichen Industriebedarf, persönliche Schutzausstattung und Betriebseinrichtung. In 2017 erwirtschaftete Gödde mit 225 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Mit den Zielsetzungen Nachhaltigkeit und verbesserte Ergonomie wurde der Verpackungsbereich zusammen mit dem Bielefelder Verpackungsspezialisten Papier Sprick erfolgreich umgestaltet und optimiert.

Integrationsvariante
Integrationsvariante 1: Untertischsystem an den Großpackplätzen.

„Von Anbeginn des Projektes stand der Umweltgedanke im Vordergrund“, erzählt David Münch-Knochenhauer, betreuender Projektleiter bei Papier Sprick. „Unser Füll- und Polsterpapier ist mit dem Blauen Engel ausgezeichnet und war damit für unseren Kunden Gödde ein wesentliches Argument, um den Verpackungsbereich mit unseren PaperJet-Systemen auszurüsten“, so Münch-Knochenhauer weiter.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zufriedenere Mitarbeiter durch ergonomisch optimierte Arbeitsabläufe, Beschleunigung des Verpackungsvorganges, Minderung der Geräuschemissionen, Einsparung von Lagerplatz und dazu eine Kostenreduktion von etwa 25 Prozent. Zudem konnten die vorhandenen Prozesse und Betriebseinrichtungen aufgrund der kundenindividuellen Integration der Systeme unverändert bestehen bleiben. An den insgesamt elf Packplätzen hat Papier Sprick das Papierpolstersystem PaperJet in drei unterschiedlichen Varianten installiert, die für das jeweilige Packplatzdesign eigens entwickelt wurden.

Für die vorhandenen zwei „Großpackplätze“ an denen die sogenannten Maxipakete verpackt werden, wurde eine herausziehbare Untertischvariante des PaperJet entwickelt, welche die Papierpolster über einen speziell angefertigten Schacht direkt auf den Packtisch befördert. Auf diese Weise ist das Papierpolster in der ergonomisch optimalen Position stets verfügbar. „Das ermöglicht im Gegensatz zu früher ein bequemeres und auch schnelleres Arbeiten“, berichtet ein Verpacker der Firma Gödde.

Kompakte Abmessungen des PaperJet sind von großem Vorteil

Eine besondere Herausforderung lag in der Umrüstung der „Kleinpackplätze“, da hier in einer Nische zwischen dem Förderband für die Verpackungsgüter und dem Packtisch selbst nur wenig Platz für die Unterbringung einer Papierpolstermaschine zur Verfügung stand. Die kompakten Abmessungen des PaperJet waren bei der entwickelten Lösung von großem Vorteil. Für ein vereinfachtes Handling und einen optimalen Zugang zum System trotz beengter Platzverhältnisse wurde der PaperJet dazu in ein für den Kunden individuell konstruiertes, vorziehbares Gestell im Regal gebaut.

PaperJet
PaperJet® mit Endlos-Paletten-Gestell.

Fakten Kompakt

Papierpolstersystem PaperJet® • Platzsparend und flexibel integrierbar • Patentierte Schneidfunktion für besonders hohe Geschwindigkeit • Frei programmierbare Polsterlängen und -mengen • System 100 % Made in Germany

ComPackt®-Papier auf der Endlospalette • Mehrere tausend Meter Endlosmaterial je Palette • Ergonomievorteile durch deutlich reduziertes Handling • Einsparung von Lagerplatz und Verpackungskosten • Umweltfreundliches Recyclingpapier mit dem Blauen Engel • Papier 100 % Made in Germany

Dadurch wurde auch der Nachladevorgang für das Papier wesentlich vereinfacht. Ein Papierende-Erkennungssensor zeigt zudem den Nachladestatus an. Der besondere Clou der Lösung liegt dabei in der von Sprick entwickelten Endlospalette, auf welcher das sogenannte ComPackt-Papier für das System angeliefert wird. Vier hohe Papierstapel sind auf einer Palette miteinander verbunden und ergeben so einen kontinuierlichen Vorrat von mehreren tausend Metern Polsterpapier. Dieser kann ohne Unterbrechung verarbeitet werden. Zum Nachladen wird einfach die Palette mit einem Hubwagen ausgetauscht. Auf diese Weise entfällt das mühsame Heben von schweren Papierrollen oder -stapeln und auch das komplizierte und zeitaufwändige Ankleben von Einzelstapeln ist überflüssig. Die Arbeit wird durch die Endlospalette deutlich erleichtert und beschleunigt. „Papierstaus und Abrisse gibt es zudem so gut wie gar nicht mehr“, bestätigt Sebastian Rakoczy, Teamleiter von Gödde, der für den Warenausgang verantwortlich ist und an der Umsetzung der Lösung wesentlich beteiligt war.

Die vorteilhafte Endlospalette kommt auch an den restlichen vier Packplätzen zum Einsatz, allerdings mit noch höheren Papierstapeln für noch mehr Reichweite. Auch hier hat der Sondermaschinenbau von Papier Sprick ein passendes Gestell konstruiert, unter dem die mit Papier beladene Europalette direkt positioniert werden kann.

Der Blaue Engel: garantiert umweltfreundlich

Die Verwendung von Recyclingpapier ist eine besonders einfache und effiziente Maßnahme für die Schonung natürlicher Ressourcen. In der Produktion werden im Vergleich zu Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser eingespart sowie CO2-Emissionen vermieden. Die Verwendung des Rohstoffs Altpapier leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Wälder. Das weltweit erste und seit Jahrzehnten bekannteste Ökolabel für Recyclingpapier ist „Der Blaue Engel“. Es ist auch das Zeichen mit den höchsten ökologischen Standards für Papier und daher für Verbraucher und Einkäufer die umweltfreundlichste Wahl. Denn der „Blaue Engel“ steht nicht nur für den Einsatz von 100 Prozent Altpapier und damit für ein besonders nachhaltiges Recyclingprodukt. Er garantiert darüber hinaus auch den Verzicht auf Chlor, optische Aufheller, halogenierte Bleichmittel und weitere gesundheitsschädliche Chemikalien in den Produktionsprozessen.

Im Ergebnis beschäftigen sich die Mitarbeiter bei Gödde aufgrund der neuen Endlospalette nur noch einmal pro Woche mit dem Nachladen von Papier. Das erhöht wiederum die Produktivität im Verpackungsprozess, weil nur wenige Unterbrechungen notwendig sind, die zudem kaum Zeit in Anspruch nehmen.

„Mit dem Umstieg auf die Systeme von Papier Sprick sparen wir darüber hinaus an der für uns sehr wichtigen Lagerfläche, da wir auf Abruf just-in-time etwa alle zwei Wochen mit dem notwendigen Polsterpapier beliefert werden. Wir sind mit den Entwicklungen und dem Service unseres Partners Papier Sprick sehr zufrieden und wollen die Zusammenarbeit auf jeden Fall fortsetzen“, resümiert Rakoczy.

LogiMAT 2018: Halle 4, Stand D70 www.papier-sprick.de

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