Assistenzsysteme für Stapler

mm,

Neue Features für Ex-geschützten Warenumschlag

Je nach Gefahrstoff und Gefahrenzone verfügen Ex-geschützte Flurförderzeuge über Modifikationen zur Vermeidung von Zündquellen. Das heißt auch: Neue Assistenzsysteme der Serienfahrzeuge müssen angepasst werden. Um dem Wunsch vieler Logistikverantwortlicher nach einheitlichen hohen Sicherheitsstandards für die gesamte Flurförderzeugflotte gerecht zu werden, hat Linde Material Handling zwei weitere Features für Ex-geschützte Modelle entwickelt: die Linde Reverse Assist Camera und den Pre-Operational-Check.

Linde Material Handling hat mit der Linde Reverse Assist Camera und den Pre-Operational-Check zwei weitere Assistenzsysteme für Ex-geschützte Modelle modifiziert. © Linde Material Handling

Auch wenn die meisten Leute in erster Linie an die chemische oder pharmazeutische Industrie denken, wenn die Sprache auf explosionsgeschützte Flurförderzeuge kommt – sie spielen in vielen weiteren Branchen eine wichtige Rolle. Dazu gehört beispielsweise die Herstellung von Lebensmitteln, Getränken sowie das Recycling von Wertstoffen. Explosive Atmosphären entstehen in den unterschiedlichsten Bereichen. Für viele überraschend, gehören auch Whisky-Destillerien dazu. Denn bei der von Liebhabern geschätzten Spirituose handelt es sich um eine leichtentzündliche Flüssigkeit und es darf deshalb von den verwendeten Flurförderzeugen beim Warenumschlag kein Funkenschlag ausgehen. Das Gleiche gilt für die Herstellung von Produkten aus Aluminium beziehungsweise Aluminiumlegierungen. Hier geht das Risiko von leitfähigen, brennbaren Stäuben aus, die sich ansammeln und beispielsweise durch Zündquellen wie Reib- oder Schlagfunken explodieren können. Dabei kann die von der Explosion verursachte Druckwelle Staub an anderer Stelle aufwirbeln und so zu einer Kettenreaktion mit „Sekundärexplosionen“ führen.

Anzeige

Neue Assistenzsysteme für die ATEX-Zonen 1 und 2

Doch nicht nur in explosionsgeschützten Bereichen, sondern für den gesamten innerbetrieblichen Materialfluss gelten in vielen Unternehmen mittlerweile hohe Standards für die betriebliche Sicherheit. Gefragt sind Staplerfunktionen oder Assistenzsysteme, mit denen Unfällen vorgebeugt werden kann. Dazu gehören beispielsweise LED-Lichtlösungen wie der Linde BlueSpot. Er macht Fußgänger oder andere Staplerfahrer auf herannahende Fahrzeuge aufmerksam, indem ein blauer Punkt auf den Fußboden projiziert wird. Stark gewachsen ist zudem das Angebot an Assistenzsystemen, wie beispielsweise der Linde Safety Guard zur automatischen Geschwindigkeitsreduzierung in Bereichen mit viel Fahrzeug- und Personenverkehr.

Mit der Linde Reverse und Front Assist Camera gibt es erstmalig ein System für die Personenerkennung in Ex-Bereichen. Die Lösung ist für Gegengewichtsstapler der 12xx-Baureihe der ATEX-Zonen 1/21 und 2/22 verfügbar und nachrüstbar und adressiert eine der Hauptursachen für Unfälle mit Staplern im Lager: das Rückwärtsfahren. Denn immer dann, wenn Waren im Blocklager beziehungsweise Regal ein- und ausgelagert werden oder Lkws be- und entladen werden, ist besondere Vorsicht geboten. Hier setzt die Linde Reverse Assist Camera an. Sie wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz entwickelt und hat „gelernt“, bei auftauchenden Hindernissen im rückwärtigen Raum des Staplers zu unterscheiden, ob es sich um Menschen oder Objekte handelt. Entdeckt sie in einem festgelegten Winkel um die Kamera eine Person, wird ein mehrstufiges Warnsystem ausgelöst: Der Fahrer wird sowohl visuell als auch über ein akustisches Signal auf die potenzielle Gefahr aufmerksam gemacht. Damit der Fahrer die Anzeige der Linde Reverse Assist Camera bequem im Blick hat, dabei aber die Sicht nicht durch einen zusätzlichen Bildschirm eingeschränkt wird, ist sie vollständig in das Fahrzeugdisplay integriert. Zusätzlich lässt sich eine automatische Reduktion der Fahrgeschwindigkeit aktivieren, um das Unfallrisiko weiter zu minimieren. Indem der Algorithmus nur auf die besonders kritischen Kollisionen mit Personen abzielt, wird verhindert, dass die Fahrer abstumpfen und irgendwann immun gegen die Warnsignale werden. Auch eine Verknüpfung der Reverse Assist Camera mit anderen Assistenzsystemen in explosionsgefährdeten Bereichen ist möglich. Dazu zählt zum Beispiel der Linde Safety Guard, der als modulares System eine ganze Bandbreite an Unfallursachen in Lager und Produktion in den Fokus nimmt, darunter nicht angemessene, zu hohe Geschwindigkeit, Unachtsamkeit, stark frequentierte Lager- und Produktionsbereiche mit Personen und Staplerverkehr oder schlecht einsehbare, enge Kreuzungen, Regalgassen und Fußwege.

© Linde Material Handling

Eine weitere Neuheit ist die Integration des Pre-Op(erational)-Checks in das Ex-geschützte Display. Diese für alle Linde-Elektrogegengewichtsstapler verfügbare Funktion macht ein zusätzliches Ex-geschütztes Gerät, zum Beispiel ein Mobiltelefon, überflüssig. Mit Hilfe der App prüft, bestätigt und dokumentiert der Bediener vor seiner Schicht, dass sich das Fahrzeug in einem sicheren und ordnungsgemäßen Zustand befindet. Die digitale Lösung ersetzt die händische Dokumentation mit Stift und Papier und fungiert gleichzeitig als Zugangskontrolle, denn das Fahrzeug lässt sich erst in vollem Funktionsumfang starten, wenn der Fahrer die Abfrage vollständig durchgeführt hat. Welche Parameter abgefragt und monitort werden, können die Flottenmanager individuell zusammenstellen. Zur Wahl stehen bis zu 50 sicherheitsrelevante Kriterien.

Neue Flurförderzeuge für den Einsatz in Ex-Bereichen

Von Anfang an verfügbar ist die App bei den neuen Staplern Linde E40 – E50 EX für die ATEX-Zone 2/22. In diesen Bereichen tritt eine explosionsfähige Atmosphäre im normalen Betrieb wahrscheinlich nicht auf, und wenn doch, dann nur für einen kurzen Zeitraum. Die Vorteile der großen Elektrogegengewichtsstapler wie Performance durch Synchron-Reluktanz-Motoren oder das angenehme Arbeitsumfeld mit guter Sicht auf Last und Arbeitsumfeld stehen nun auch in der Ex-geschützten Variante zur Verfügung. Ein weiteres neues Ex-geschütztes Fahrzeug ist der Hochhubwagen Linde L10 bis L16 B EX. Die kompakten Mitgängerfahrzeuge im Traglastbereich von 1,0 bis 1,6 Tonnen und Hub­höhen bis 5,47 Meter sind für eine breite Palette an Trans­portaufgaben konzipiert. Dank ihrer kurzen Bauweise sind sie außerdem für den Umschlag in engen Gängen und Ladezonen sowie Produktionsversorgung oder Regalbestückung geeignet.

Allen Ex-geschützten Linde-Flurförderzeugen gemeinsam ist ihre große Nähe zu den Serienfahrzeugen. Bei den Ex-geschützten Hochhubwagen gehören dazu der ergonomische Deichselkopf oder der lange Deichselarm, durch den sich die Bediener in einem sicheren Abstand zum Fahrzeug befinden. Für Sicherheit im Einsatz sorgt außerdem das tiefgezogene Chassis, denn es verhindert, dass die Füße des Bedieners unter die Stahlschürze gelangen und eingeklemmt werden. Das Gleiche gilt für die optionale „aktive Fußschutzleiste“. Sie registriert Berührungen und bremst das Fahrzeug automatisch ab oder bewegt sich in einer weiteren Variante im Fall einer Berührung aktiv vom Bediener weg.

Hohe Fahrzeugverfügbarkeit

Eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist im Ex-Schutz besonders wichtig, da ein Ersatz durch Seriengeräte nicht möglich ist. Um Ausfällen so weit wie möglich vorzubeugen, gibt es die Ex-Monitoring-App. Sie liefert ein Zustandsmonitoring und gibt dem Fahrer Handlungsempfehlungen bei auftretenden Störungen. Zudem überwacht sie auch sicherheitskritische Verschleißteile und informiert in diesem Fall vorausschauend über notwendige Wartungen, um Ausfallzeiten zu verhindern. Die Wartungen übernehmen speziell geschulte Techniker aus dem engmaschigen Linde-MH-Servicenetzwerk, die Ersatzteilversorgung erfolgt in den meisten Fällen binnen eines Tages. Mit einer eigenen Tool-Box werden die Fahrzeuge direkt bei den Kunden vor Ort gewartet und repariert.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren