Interview

"Elektrische Flurförderzeuge werden kontinuierlich leistungsstärker"

Ein gestiegenes Nachhaltigkeitsbewusstsein, Leistungsfähigkeit und Effizienz des Elektroantriebes führen dazu, dass auch im Schwerlastbereich häufiger Elektrostapler eingesetzt werden. Patrick Gojer und Andreas Prielinger, Leiter der Business Unit Perfect Charging bei Fronius International, sprechen über daraus entstehende Herausforderungen und wie Fronius hierbei unterstützt.

Patrick Gojer (r.) und Andreas Prielinger (m.), Leiter der Business Unit Perfect Charging bei Fronius International. © Fronius International

Die Elektrifizierung schreitet auch im Schwerlastbereich immer weiter voran. Welche Entwicklungen können am Markt beobachtet werden?

Gojer: Für den Warenumschlag in der Holzindustrie, im Recycling Bereich oder in Häfen und auf Frachtschiffen sind Schwerlaststapler, Reach Stacker, und Container Handler unverzichtbar. In diesen Branchen müssen schwere Lasten und sperrige Güter im Innen- und Außenbereich transportiert und gehoben werden. Derzeit sehen wir bei diesen Anwendungen den Trend weg vom Verbrennungsmotor, hin zum Elektroantrieb. Grund dafür ist einerseits ein gestiegenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit sowie andererseits Kosteneinsparungspotenziale. Elektrische Flurförderzeuge werden kontinuierlich leistungsstärker. Auch Einsatzgebiete mit großen Tragkräften – die früher Staplern mit Verbrennungsmotoren vorbehalten waren – werden sukzessive elektrifiziert.

Welche Herausforderungen haben die Anwender in diesen Bereichen?

Gojer: Mit der Elektrifizierung von Schwerlast-Flurförderzeugen steigt auch der Energiebedarf. Sowohl Batterien als auch Ladegeräte müssen in größerem Maßstab ausgelegt werden. Um hohe Tonnagen bewegen zu können, werden Traktionsbatterien mit 96 bis 120 Volt eingesetzt. Die Anschaffung dieser Batterien kann sehr kostenintensiv sein. Ungeeignete Batterieladetechnik verursacht einen hohen Wartungsaufwand und unnötige Kosten für häufige Neuanschaffungen von Batterie und Ladegerät. Auch anspruchsvolle Bedingungen wie schwankende Stromnetzqualität oder extreme Temperaturschwankungen im Außenbereich stellen für unsere Kundinnen und Kunden eine Herausforderung dar. Hinzu kommt, dass in den Schwerlaststaplern oft zwei Batterien parallel genutzt werden. Aus den genannten Gründen ist es sehr wichtig, auf eine leistungsfähige und verlässliche Ladetechnologie zu setzen.

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Mit welchen Lösungen unterstützt Fronius seine Kundinnen und Kunden hierbei?

Prielinger: Speziell für diese Anwendungen haben wir ein neues Ladetechnik-Portfolio entwickelt. Die Fronius Selectiva 4.0 96V und 120V Ladegeräte erlauben ein sicheres und effizientes Laden für alle gängigen Blei-Säure-Batterien in hohen Leistungsklassen. Ein besonderer Vorteil ist die hohe Flexibilität. Die Geräte verfügen über Kennlinien für Blei-Säure-Batterietypen (PzS, EPzS, PzQ und CSM) mit unterschiedlichen Spannungen. Das vereinfacht die Ladeprozesse und hilft Flurförderzeug-Betreibern, Kosten einzusparen. Da Anwendungen oft auch im Außenbereich erfolgen, bieten wir ein umfangreiches Outdoor-Portfolio an, das auf die spezifischen Herausforderungen für das Laden im Freien ausgerichtet ist.

Batterien werden bei Schwerlaststaplern oft parallel genutzt. Was muss hier beim Laden beachtet werden?

Prielinger: Bei falscher Handhabung, etwa einer zu frühen Batterieentnahme oder einem fehlerhaften Ladegerät, kann es zu hohen Ladezustandsabweichungen der Batterien kommen. Dadurch können bei der Verbindung der Batterien mit dem Fahrzeug hohen Ausgleichsströme zwischen den Batterien auftreten. Dies führt eventuell zu Schäden an den Batterien und am Fahrzeug. Um diese Situation zu verhindern, lassen sich die Selectiva 4.0 96V und 120V Ladegeräte mit dem Fronius Charger InterLock ausstatten. Dieser stellt sicher, dass bei der Batterieentnahme beide Batterien vollständig geladen sind und den gleichen Ladezustand haben. Die Anwender profitieren von einer höheren Batterielebensdauer, was auch wirtschaftlich betrachtet bei diesen Batterietypen nicht uninteressant ist.

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