Stapler & Komponenten

Automatisch und dynamisch

Kommissionieren und auch für Nachschub sorgen - das schafft Samsonite mit seinem neuen Logistikkonzept, das den Einsatz speziell modifizierter Schmalgangstapler vorsieht. Mit dem Namen Samsonite verbindet man in erster Linie ein qualitativ hochwertiges Reisegepäck-Sortiment.

Ein wichtiger Bestandteil des jüngsten Logistikprojektes von Samsonite, eines dynamischen Lagers für die langsam drehenden Waren von Samsonite, sind drei automatische, sowohl frei als auch induktionsgeführt fahrende Schmalgangstapler der Modellreihe Linde K. Die mit Laserscannern, Teleskopgabeln und Konturenkontrolle ausgestatten Fahrzeuge sind das Ergebnis der Zusammenarbeit von E&K Automation und Linde Material Handling.

„Das immer variationsreichere Sortiment wurde für uns zur wachsenden logistischen Herausforderung. Um die Vielzahl an Produkten zu bewältigen, mieteten wir bereits vor Jahren zusätzliche Lager in der näheren Umgebung an. Doch diese Lösung war weder kostengünstig, noch schnell, noch flexibel und stieß deshalb irgendwann an ihre Grenzen“, beschreibt Germain Ghys, Logistikmanager von Samsonite in Oudenaarde die Situation, die zum Bau des neuen Lagers führte.

Die ersten Überlegungen begannen Ende 2007 mit der Idee, ein dynamisches Lager zu bauen, in dem sowohl kommissioniert, als auch für Nachschub gesorgt werden kann. Nachdem verschiedene Alternativen durchgespielt worden waren, begann im Sommer 2008 der Bau auf der grünen Wiese. Das Projekt endete dann nach einem knappen Jahr im April 2009.

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Zu Beginn standen drei mögliche Lösungen für das dynamische Lager im Raum: Erstens eine individuelle Lösung mit vollautomatischen Regalbediengeräten, zweitens manuell bediente Schmalgangstapler und drittens manuell bediente Schubmaststapler. Die erste Lösung schied aus Kostengründen aus, ebenso die beiden anderen, die eine zu große Zahl an Fahrzeugen nötig gemacht hätten. Die Recherche nach weiteren Alternativen führte Ghys unter anderem zum FTS Lieferanten E&K Automation.

„Die vorhandene Erfahrung, aber auch die gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen E&K und Linde gab am Ende den Ausschlag für unsere Wahl. Zudem lieferten die automatisierten Schmalgangstapler den Backup-Plan für einen möglichen Elektronik-Ausfall an die Hand. Durch die Ausstattung der Geräte mit Fahrersitz könnten sie, auch wenn dieser Fall noch nicht eingetreten ist, zur Not manuell bedient werden“, berichtet Ghys.

Zudem sprach die einfache Wartung für die Lösung mit fahrerlosen Seriengeräten. Die Wartungsintervalle richten sich dabei wie gewohnt nach Einsatzdauer bzw. Betriebsstundenzahl der Geräte. Zudem war mit dem Vorhandensein einer entsprechenden Schnittstelle am Linde K-Fahrzeug, über die E&K auf die Elektronik des Regalbediengerätes zugreifen konnte, die Voraussetzung für die Automatisierung der Hochregalstapler gegeben.

Lastübergabe über Kragarme Die im dynamischen Lager einzulagernden Langsamdreher gelangen von der Produktion ebenfalls über eine der Rampen ins neue Lager. Per Elektro-Frontgabelstapler setzen sie die 1 400 x 1 400 mm breiten/tiefen sowie bis zu 2 000 mm hoch beladenen Sonderpaletten in der Lagervorzone ab. Nach Abschluss der  Konturenkontrolle erfolgt die Lastübergabe über Kragarme in den automatisierten Lagerbereich.

Die fahrerlosen K-Geräte greifen die Sonderpaletten über ihre Teleskopgabel und transportieren sie zum übermittelten Regalplatz. In der Gasse werden die automatisierten K-Geräte induktiv geführt, wobei es rechts und links des Regals einen 15 Zentimeter breiten Sicherheitsabstand gibt. Außerhalb der Gasse erfolgt die Steuerung über einen Navigations-Laserscanner. Die Laserstrahlen werden über Reflektoren zurückgesendet, wobei immer drei Punkte zur Steuerung im Raum genutzt werden. Ebenso hat jeder Palettenplatz einen Reflektor, durch welchen die Kamera die genaue Einlagerposition innerhalb des Lagers erfährt. Die Toleranzen der Positionierung, der bis zu 10 t schweren Schmalgangstapler, liegen bei weniger als 15 mm.

Da zwischen den einzelnen Palettenstellplätzen lediglich 75 bis 100 mm Platz ist, verfügen die fahrerlosen Regalbediengeräte zudem über eine auf die Gabelzinken montierte, mobile Konturenkontrolle. Diese sorgt dafür, dass die Last im Regal ohne nochmalige Prüfung der Abmessungen eingelagert werden kann, und dass die Waren von zwei benachbarten Regalpositionen nicht gegeneinander stoßen können.

Linde

Die von Samsonite gestellten Sicherheitsanforderungen an das System waren hoch. Dies resultiert daraus, dass in dem Lager zur gleichen Zeit fahrerlose Schmalgangstapler, Stapler mit Fahrern und Lagermitarbeiter tätig sind. Ein abgesichertes Sicherheitssystem sorgt dafür, dass Zusammenstöße zwischen den Akteuren verhindert werden. Gleichzeitig garantiert es eine höchstmögliche Verfügbarkeit der Anlage.

Samsonite E-Shopinvest, www.samsonite.de Linde Material Handling GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.linde-mh.de E&K Automation GmbH, E-Mail: [email protected], www.ek-automation.com

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