Software in Logistik und Transport
Gastkommentar: Software beherrschen!
In den Zeiten der digitalen Transformation gilt mehr denn je: reine Transport- oder andere klassische Logistikdienstleistungen reichen nicht mehr. Wer nicht auch Software kann, hat keine gute Zukunft vor sich.
Im digitalen Zeitalter ist Software untrennbar mit allen Wirtschaftsphänomenen verbunden, insbesondere mit der Logistik – warum? Weil sie einen phänomenalen Vorteil genießt: Alle Grundprinzipien der Logistik lassen sich vollständig mit Hilfe von Algorithmen abbilden. Deshalb sind wir am Fraunhofer IML schon länger davon überzeugt, dass die Logistik eines der ersten Felder sein wird, auf dem sich die Künstliche Intelligenz (KI) durchsetzen wird. Es gibt bereits einzelne Beispiele in der Praxis, bei denen KI-gestützte Anwendungen laufen, wie bei der Tourenplanung oder um Lernprozesse von Maschinen im Umfeld der Produktionslogistik zu implementieren. Momentan sind dies noch vereinzelte Lösungen.
Was es braucht, ist daher eine Plattform, auf der durch die Verbindung von Logistik und IT die KI auf breiter Basis aufgesetzt werden kann. Nur so kann die Wirtschaft profitieren. An dieser Plattform bauen wir in Form der „Silicon Economy“ – also der vollständigen Virtualisierung von Wertschöpfungsprozessen. Die IT-Basis dieser Silicon Economy wird dabei gebildet aus der Verbindung von Internet of Things (IoT), Blockchain und Logistik. Dafür entwickeln wir derzeit drei „Zwischenhändler“ – sogenannte Broker: Einen IoT-Broker, der die Daten im Internet of Things sammelt; einen Blockchain-Broker, mit dessen Hilfe Daten gehandelt und gebucht werden können; und einen Logistics-Broker, der auf dieser Basis logistische Prozesse orchestrieren und optimieren wird.
Daran arbeiten wir im Rahmen des Zukunftsprogramms der Logistik, das vom Verkehrsministerium verfolgt wird. Damit legen wir eine Basis für die Verknüpfung von Logistik und IT, von Soft- und Hardware, mit der wir mit unseren Partnern aus der Praxis neue Geschäftsmodelle entwickeln. Wir leisten damit unseren Beitrag zur künftigen Daten-Ökonomie, indem wir die Daten zusammenführen und durch KI und Big Data Algorithmen veredeln. Ziel ist, die Lösungen dann zugänglich zu machen, damit alle davon profitieren können – insbesondere der Mittelstand.
Eine zweite, große Initiative ist Blockchain Europe – Das Projekt zum Aufbau des Europäischen Blockchain-Instituts in Nordrhein-Westfalen. Diese vom Land NRW geförderte Initiative ist untrennbar mit der Realisierung einer Silicon Economy verbunden. In diesem Projekt fokussieren wir als IT-Kern den Blockchain-Broker, der eine zentrale Rolle für die Verbindung von IoT und KI für die Logistik darstellt. Gleichzeitig werden der Material- und Informationsfluss mit dem Finanzfluss verbunden und ein umfassendes Supply Chain Management Wirklichkeit.
Für den Blockchain-Broker entwickeln wir sowohl Software- als auch Hardware-Lösungen, die sukzessive allgemein zugänglich werden. Denn ebenso wichtig wie die Software für die Logistik wird in Zukunft die Open-Source-Weiterentwicklung logistischer Lösungen sein, um gemeinsam eine Logistik-Plattform zu bauen, die dann auch im internationalen Wettbewerb mit den großen Playern aus den USA und China bestehen kann. Wir laden alle aus der Community dazu ein, gemeinsam mit uns an dieser großen Zielvision zu arbeiten, die wir Silicon Economy – Supply Chain Eco Systems nennen. Unser Open-Source-Ansatz macht das möglich, denn Open Source heißt: Alle dürfen und sollen mitmachen!










