Schwere Ford-Lkw in Deutschland

Marvin Meyke,

Ein neues Gesicht auf heimischen Straßen

Der ehemalige Flugzeughangar im baden-württembergischen Crailsheim bildete die Kulisse für die Vertragsunterzeichnung der Verantwortlichen von Ford Otosan und Ford Trucks Deutschland, die künftig als Generalimporteur für Ford-Lkw in Deutschland auftritt.

© Ford

Im Hintergrund des Markteinstiegs mit schweren Ford-Lkw in Deutschland steht ein großer Player: Ford Otosan ist der größte Automotive-Hersteller in der Türkei. An fünf Produktionsstandorten beschäftigt das Unternehmen mehr als 30.000 Mitarbeiter. Dave Johnston, stellvertretender Generaldirektor des Herstellers Ford Otosan, stellte die Strategie des Unternehmens vor. „Wir wollen mit dem Eintritt in den deutschen Markt unsere Expansion in Europa fortsetzen.“ Derzeit sei Ford mit schweren Lkw in 45 Ländern vertreten. Innerhalb der kommenden Jahre solle die Zahl auf 55 Länder erhöht werden. „Deutschland spielt für uns eine ganz besondere Rolle, es ist ein Schlüsselmarkt. Wir sind stolz darauf, auf dem größten Markt für schwere Nutzfahrzeuge in Europa Fuß zu fassen.“ Die neue F-Max-Zugmaschine sei für ihre Technik, ihr Design und ihre Leistung hoch gelobt worden. „Das hat uns ermutigt, unsere Wachstumspläne zu beschleunigen“, so der Manager. Der F-Max ist das Nachfolgemodell des bekannten Ford Cargo. Mit dem 2019 als Truck of the Year prämierten Fahrzeug soll der Markteinstieg für schwere Lkw aus dem Hause Ford in Deutschland gelingen.

Anzeige

Langjährige Partnerschaft als Basis

Johnston drückte der F-Trucks Deutschland, eine Tochtergesellschaft der Stegmaier Group, sein volles Vertrauen aus. Zwischen Stegmaier und dem Hersteller besteht bereits eine jahrzehntelange Geschäftsbeziehung: Der Gründer der Unternehmensgruppe, Hermann Stegmaier I, schloss 1930 einen noch heute gültigen Handelsvertrag mit Ford ab.

Den Anfang für die schweren Lkw von Ford in Deutschland macht die Zugmaschine F-Max. Weitere Modelle, auch aus dem Construction-Bereich, sollen in den kommenden Jahren folgen. Wichtige Selling Points, mit denen der F-Max unter anderem punkten soll, sind eine komfortable Ausstattung für den Fahrer und die Total Cost of Ownership. Es gebe bereits zahlreiche positive Rückmeldungen von Probefahrern, die den F-Max bereits testen konnten. Zudem sollen eine leistungsfähige Präsenz im Aftersales, eine starke Marke Ford, Lösungen für die Finanzierung sowie neue Dienstleistungen mit Mehrwert für die Kunden überzeugen.

Bereits 21 Partnerstützpunkte

Bisher gibt es deutschlandweit 21 Partnerstützpunkte von F-Trucks. Bis Ende des nächsten Jahres sollen 60 Stützpunkte am Netz sein. In dem Netzwerk der Fleet Mobility Concept (FMC) haben sich mehrere Ford-Vertragspartner zusammengeschlossen. Über jeden FMC-Standort können Kunden Nutzfahrzeuge und Spezialfahrzeuge mieten.

Wie gestaltet sich der Markteintritt für F-Trucks in Deutschland? Wohin soll die Reise in den kommenden Jahren gehen? materialfluss sprach mit Alex Kröper, Geschäftsführer und Gesellschafter bei F-Trucks Deutschland.

materialfluss: Herr Kröper, was denken Sie sind die schwersten Hürden beim Markteintritt von F-Trucks in Deutschland?

Alex Kröper: Die Hürde Nummer eins ist natürlich, dass wir in Deutschland zwei große Marken haben, die auch hier im Land produzieren, und es bereits sieben etablierte Marken auf dem deutschen Markt gibt. Als achte Marke mit einem neuen, in Deutschland unbekannten Produkt, müssen wir unser Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten und den Kunden zeigen, dass wir ein gutes Fahrzeug haben, sowie unser Servicenetz weiter ausbauen.

mfl: Wo soll F-Trucks 2025 in Deutschland stehen im Hinblick auf den Marktanteil?

Kröper: Wir wollen nachhaltig und gut wachsen, zusammen mit unseren Partnern und Werkstätten. Daher streben wir erstmal einen Marktanteil zwischen drei und fünf Prozent an.

mfl: Das von Ihnen erwähnte Fleet Mobility Concept (FMC) soll dem Kunden einen großen Mehrwert bieten. Können Sie uns dieses nochmal kurz in ein, zwei Sätzen erklären?

Kröper: Für den Kunden steht seine Mobilität an erster Stelle. Daher erhält er von uns ein Mobilversprechen: Fällt ein Fahrzeug aus, das wir nicht innerhalb einer Stunde reparieren können, bieten wir dem FMC-Kunden ein Ersatzfahrzeug an.

mfl: Für welche weiteren Modelle im Fernverkehr und im Zustellbereich ist die Markteinführung in Deutschland bereits geplant?

Kröper: Im Fernverkehr sind wir ja jetzt bereits mit dem F-Max, einem international bewährten Produkt, auf dem deutschen Markt vertreten. Mit der Road Series Roadline starten wir voraussichtlich auch in zwei bis drei Jahren, 2024 in Deutschland und können zu diesem Zeitpunkt die gleiche Bandbreite wie unsere Mitbewerber anbieten.

Der Artikel erschien in materialfluss 11-21/21.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Spendenaktionen

MAN hilft Ukrainern in Not

Spendenbereitschaft und Unterstützung über alle Standorte und Ländergesellschaften der MAN Truck & Bus hinweg: Beschäftigte des Nutzfahrzeugherstellers haben seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine Hilfe für die Menschen in Not geleistet.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite