Kolumne: Intra Logistik

Manchmal geht es eben nur bergauf

Jetzt ist wieder Hochsaison für Optimisten, Pessimisten, für Besserwisser und Klugscheißer. Für Glaskugel-Gaffer, Konjunkturpropheten, Wirtschaftsweise und Dummschwätzer: Wie wird 2019?

© WBM

Die Zeichen stehen gut: Jedes Unternehmen, das nicht gerade mit Diesel-Autos handelt, weiß zurzeit nicht wohin mit den Aufträgen. Und die Intralogistik-Anbieter stöhnen am meisten über Arbeitslast, weil ihre Kunden irgendwie herausgefunden haben, dass sie mit den richtigen Materialfluss-Lösungen ihren Profit steigern können und dafür nicht so viel Personal brauchen. Mancher Intralogistik-Anbieter ist 2019 bereits komplett ausgebucht, lächelt milde bei der Frage, wie das neue Jahr wohl werden möge, und hofft insgeheim, dass sich alles etwas beruhigt, damit er endlich wieder liefern und die überfüllten Arbeitszeitkonten seiner Mitarbeiter senken kann. Andere sehen das gründlich anders. Denn die Zeichen stehen schlecht: Brexit, Autokrise und Dieselaffäre, Handelskrieg, EU im Dauertief, Italien ist das neue Griechenland, weltweite Flucht, Rechtsruck.

Ein gefährlicher orangefarbiger Einfaltspinsel in den USA, der FC Bayern nicht seit Wochen bereits Fußballmeister, Deutschland ohne Regierung. Die staatlichen Unken, die halbwissenschaftlich nachgerechnet haben, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal so langsam gewachsen ist wie zuletzt was weiß ich wann. Die Wirtschaftsweisen, die ihre Wachstumsprognosen für 2019 von 1,8 auf 1,5 Prozent senken. Es ist das alte Spiel vom halb vollen und vom halb leeren Glas, und ich erspare uns allen den Ingenieurs-Witz, dass es nur falsch dimensioniert sei. Es dürfte dem optimistischsten Schönrechner klar sein, dass es nicht immer nur steil bergauf gehen kann, manchmal geht es eben nur bergauf. Und selbst demjenigen, der ohne Gürtel, Hosenträger und beiden Händen am Hosenbund keinen Schritt vor die Tür macht, dürfte das Beispiel von 2010 noch vor Augen stehen: Auch nach einem Crash geht’s aufwärts! Ob es 2019 weiter steil bergauf geht oder nur bergauf: Wir dürfen nur nicht auf die gerne typisch deutschen Statementfasler hören – die Krisen herbeireden und das als „Vorsicht“ bezeichnen. Die auf der Autobahn ohne Anlass bremsen, und fünf Kilometer weiter hinten wundert sich jeder, warum er im Stau steht. Besser selber denken und Klartext reden. Vorwärtsarbeiten und sich weiterhin von keinen Zeichen beirren lassen. Dann wird das auch 2019 was.

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