Editorial materialfluss SPEKTRUM 2019

Martin Schrüfer,

Das große Nachdenken

In dem bekannten bayerischen Volkslied „Sepp bleib do“, hier dem interkulturellen Dialog zuliebe leicht eingedeutscht wiedergegeben, heißt es so schön: „Es kann regnen oder schnein‘, oder auch schön‘ Wetter bleibn“. Was soll er also tun, der Sepp?

Martin Schrüfer, Chefredakteur materialfluss. © Oliver Tamagnini

Zuhause bleiben oder losmarschieren? Ähnlich wie dem Sepp geht es aktuell vielen Geschäftsführern, die von allen Seiten unterschiedlichste Meinungen und Weisheiten zur Konjunkturlage hören und lesen und die nun eine Entscheidung treffen wollen. Gehen, bleiben, Schirm mitnehmen? Vorräte anlegen, die Fensterläden zu und an den Kosten arbeiten? Werbebudgets einfrieren? Und das, obwohl statt einem, sagen wir, Umsatzplus von 20 Prozent im Vorjahr aktuell noch plus acht Prozent im Buche unseres fleißigen Geschäftsführers ­stehen?

Ähnlich unkalkulierbar wie das Wetter ist die Frage nach der nach der sogenannten „Stimmung in der Wirtschaft“ (eine Flasche Champagner für denjenigen, der mir endlich schlüssig erklären kann, was das ist). Zudem ist sie müßig und auch gefährlich. Diese Stimmung soll dem Vernehmen nach etwas mit der Konjunktur zu tun haben. Machen sich also genügend Menschen Sorgen, und davon gibt es in Deutschland immer genügend, entsteht daraus ein Sog und im schlimmsten Fall tritt das ein, was man befürchtet. Nur weil man es befürchtet. Mit Fakten hat das alles aber immer noch nichts zu tun. Ich wage zu behaupten, dass Unternehmen, die sich nicht von ihrem Kurs abbringen lassen und die die Gunst der guten Umsätze nutzen, um zu forschen, zu entwickeln und zu modernisieren, besser fahren werden als übervorsichtige Bedenkenträger. So ist auch nicht ohne Zufall die Modernisierung im Lager das Sonderthema der diejährigen SPEKTRUM-Ausgabe: Auf 24 Seiten geben wir Tipps für erfolgreiche Modernisierungen und haben Expertenmeinungen eingeholt (ab Seite 13).

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Mit dieser SPEKTRUM-Ausgabe verabschieden sich meine Kolleginnen, Kollegen und ich in die Sommerpause – materialfluss lesen Sie wieder am 18. September mit der Ausgabe 8-9/19. Dann steht ein Messehighlight unmittelbar bevor: Unsere Lieblingsverpackungsmesse Fachpack in Nürnberg. Doch nun genug geredet vom Business, ich wünsche Ihnen einen sonnigen und unvergesslichen Sommer. Erholen Sie sich gut!

Martin Schrüfer
Leitender Chefredakteur

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