Zulassungsverfahren absolviert

Martin Schrüfer,

Neue Generation Güterwagen ist jetzt reif für die Serie

Ein neuer Typ Güterwagen wird für mehr Fracht auf der klimafreundlichen Schiene sorgen. DB Cargo und VTG haben den modularen m²-Wagen (sprich: „m-quadrat“) entwickelt und nun grünes Licht für die Serienreife erhalten.

Der Wagen macht den Schienengüterverkehr flexibler. Nun kann ein einziger Güterwagen beliebig in Länge, Verwendungszweck und Aufbau für ganz unterschiedliche Ladungen schnell umgebaut und neu „konfiguriert“ werden. Bislang ist die Zulassung eines Wagens an eine bestimmte Ladungsart gebunden und lässt sich nachträglich nicht ändern.

Herkömmliche Güterwagen haben bei ihrer Zulassung einen "lebenslangen" Verwendungszweck erhalten. Mit den neu entwickelten m²-Wagen entfällt diese Einschränkung. Sie sind anpassbar auf unterschiedliche Güter. Möglich wird dies durch modularen Aufbau. Abnehmbare Behälter und Aufbauten können ebenso wie die Länge variieren. Beispielsweise kann ein Wagen für grobe Baumstämme durch das Baukastensystem bei Bedarf ebenso nässeempfindliche Zellstoffe und Papierrollen transportieren.

Der Wagen für fabrikneue Stahlcoils aus dem Stahlwerk kann ebenso als Schrott fahren und erlaubt klimafreundliche und sehr wirtschaftliche Kreislaufverkehre. Der Wechsel dauert je nach Einsatzszenario maximal einen Tag, teilweise sogar nur Minuten. Schon vor einiger Zeit gab die Agentur der Europäischen Union für Eisenbahnen (ERA) grünes Licht für das Vorhaben und erteilte DB Cargo die Zulassung für den einzelwagenfähigen Wagen. Seither treibt DB Cargo die Markteinführung voran und wird bei Neu- und Ersatzanschaffungen auf das innovative Güterwagensystem setzen. Damit könnten langfristig auch Ressourcen im Wagenpark eingespart werden: Derzeit hält DB Cargo allein in Deutschland rund 63.000 Güterwagen vor.

Entwickelt wurde der multifunktionale und modulare Güterwagen in einer Forschungspartnerschaft von DB Cargo mit dem Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen VTG.

„Die Zulassung eines Güterwagens als komplettes und flexibles System ist ein echter Meilenstein. Dabei profitieren vor allem unsere Kunden – und am Ende das Klima. Denn wir können so schneller und mehr Güter auf die Schiene setzen und unsere Züge besser auslasten. Die ersten Wagen fahren testweise im Kundeneinsatz – und wir freuen uns über das rundweg positive Echo “, sagt Pierre Timmermans, Vorstand Vertrieb bei DB Cargo.

Sven Wellbrock, Chief Operating Officer Europe & Chief Safety Officer der VTG AG sagt: „Das Baukastensystem m² adressiert passgenau die individuellen Bedürfnisse der verladenden Wirtschaft. Gemeinsam mit der Digitalisierung eröffnet die Modularisierung im Schienengüterverkehr neue Welten und steigert die Verfügbarkeit der Flotte für die Kunden. So gewinnt die Schiene deutlich an Attraktivität dazu.“

Je nach Einsatzzweck können die Wagen mit einer Ladelänge zwischen rund 10 bis über 22 Meter Länge konfiguriert werden. Auch die Auswahl von Komponenten wie Drehgestelle, Radsätze oder Bremsen (Klotz- oder Scheibenbremsen) ist variabel. Damit lassen sich die Wagen je nach Kundenbedürfnissen anpassen, etwa nach Gewicht, Laufleistung oder Kosten

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