Konjunkturumfrage Maritime Wirtschaft

Martin Schrüfer,

Deutliche Erholung bei Schiffbau, Hafenwirtschaft und Schifffahrt

Die Konjunktur der maritimen Wirtschaft in Deutschland hat sich im Herbst im Vergleich zum Frühjahr 2020 erholt, die Zahlen liegen aber immer noch unter dem Niveau des Vorjahres. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der IHK Nord, dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher Industrie- und Handelskammern. Die drei Teilbranchen Schiffbau, Hafenwirtschaft und Schifffahrt verzeichnen dabei deutliche Zuwächse beim Geschäftsklimaindex.

© IHK

Am stärksten zulegen kann das Konjunkturbarometer in der Schifffahrt: Es verzeichnet ein Plus von 67 Punkten und springt so auf 75,8 Punkte. „Insgesamt ist die Schifffahrt bislang besser durch die Krise gekommen als noch im Frühjahr erwartet“, sagte Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord. Dabei gebe es aber durchaus ein unterschiedliches Bild: Während große Linienreeder wieder Gewinne erzielen, liege die Kreuzschifffahrt noch weitgehend am Boden. „Die allgemeine Warnung vor Kreuzfahrten auf der Webseite des Auswärtigen Amtes kommt einem faktischen Branchen-Lockdown gleich. Beim Kreuzfahrtgipfel mit Politik und Unternehmen sollte diese Warnung neu bewertet werden“, so die IHK Nord-Vorsitzende.

Nicht ganz so stark wie in der Schifffahrt steigt der Geschäftsklimaindex bei den Werften von 38,9 auf 59,2 Punkte. Vier von fünf der befragten Betriebe sehen große Probleme mit Blick auf die Auslandsnachfrage. „Besonders der Kreuzfahrtschiffbau leidet unter der Krise“, sagte Marahrens-Hashagen. Um die Werften zu erhalten und Tausende Arbeitsplätze bei den Zulieferern zu sichern, sollte der Bund das sogenannte Großbürgschaftsprogramm (parallele Bund-Länder-Bürgschaften) uneingeschränkt auf den Schiffbau anwenden und auch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds gezielt zur Stützung einzelner Betriebe einsetzen.

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Auch in der Hafenwirtschaft kann das Stimmungsbarometer zulegen. Es steigt um rund 36 Punkte und steht aktuell bei 59,9 Punkten. „Trotz dieser erfreulichen Nachricht sind vor allem die großen deutschen Seehäfen seit Beginn der Pandemie gegenüber der Konkurrenz aus Rotterdam und Antwerpen weiter ins Hintertreffen geraten“, sagte Marahrens-Hashagen. „Positiv hervorzuheben ist, dass die Regionalhäfen sowie die Seehäfen der Ostsee von den Folgen der Pandemie weniger stark betroffen sind und fast durchgängig ihr Vorjahresergebnis im Gütertransport erreichen können.“ Aus Sicht der norddeutschen Industrie- und Handelskammern sollten die Anlaufkosten von Schiffen zu den deutschen Seehäfen dauerhaft gesenkt werden. Die Corona-Pandemie hat ebenfalls sehr deutlich gemacht, dass auch in der maritimen Wirtschaft digitale Lösungen gebraucht werden. Daher sollte die Digitalisierung z. B. in den Häfen noch schneller als bislang vorangetrieben werden.

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