Logistik-Dienstleister

Green Logistics – Teil der Unternehmens-DNA

Green Logistics ist quasi in der DNA der Logistik-Dienstleister fest verankert. Denn neben der stetigen weiteren Professionalisierung der Transportleistungen und Diversifizierung der komplexen Services entlang der gesamten Supply Chain spielt nachhaltiges und umweltfreundliches Wirtschaften eine zentrale Rolle. Das Einsparen von Energie- und Treibstoffkosten sowie alternative Antriebskonzepte für die Fahrzeuge rangieren dabei ganz oben.

StreetScooter
Start frei für Elektrofahrzeuge für die Paketzustellung: In der Anfangsphase werden in Köln 36, bis Ende des Jahres weitere 30 StreetScooter eingesetzt. Foto: Deutsche Post DHL Group

Dreiundzwanzig Prozent der globalen energiebezogenen Treibhausgasemissionen entstehen in der Transportkette, zu der auch die Logistik zählt“, meldet die

: „Durch unsere Aktivitäten als weltweist größter Logistik-Dienstleister stehen wir deshalb in einer besonderen Verantwortung, die negativen Auswirkungen unseres Geschäftes auf die Umwelt zu reduzieren“. Das konzernweite Umweltschutzprogramm GoGreen ist Ausdruck dieser Verantwortung. Der Schwerpunkt liege dabei in der Vermeidung, Reduktion und, wenn nötig, auch in der Kompensation von Treibhausgasemissionen. Dabei stünden an erster Stelle die CO2-Emissionen, die für die Logistik in Summe den größten negativen Einfluss auf die Umwelt haben. 2008 hat DHL als erster Logistikanbieter weltweit ein messbares Klimaziel eingeführt: „Wir wollen die CO2-Effizienz unserer eigenen Transportdienstleistungen bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent gegenüber dem Wert von 2007 steigern“.

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Matthias Schadler,
„Die Bedeutung von Green Logistics in unserer Branche wächst mit jedem Tag. Einer der Wegbereiter von nachhaltigen Konzepten in der Logistik ist die Digitalisierung: Sie macht viele Wege kürzer, hilft, Lieferketten effizienter zu managen, spart Ressourcen und damit natürlich CO2.“

Matthias Schadler Geschäftsführer pfenning logistics Foto: pfenning logistics

CO2-freie Paket-Zustellung in Köln und Bochum

Die aktuellste Maßnahme in diesem Kontext ist der Einsatz von StreetScooter-Elektrofahrzeugen für die Paketzustellung. So werden in Köln bis Jahresende insgesamt 66 dieser Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Dies hat am 8. September Jürgen Gerdes, der Konzernvorstand für das Brief- und Paketgeschäft der Deutsche Post DHL Group, zusammen mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker bekannt gegeben. „In Zeiten des boomenden E-Commerce wächst nicht nur die Zahl der Pakete, die wir zum Kunden bringen, sondern auch unsere Verantwortung gegenüber unserer Umwelt“, so Jürgen Gerdes. „Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst; deshalb starten wir jetzt die CO2-freie Paketzustellung jetzt auch in Köln als größter Stadt Nordrhein-Westfalens“. Durch die Umstellung der Paketzustellung auf rein elektrische Autos bis Ende 2016 werden in Köln jährlich fast 200 Tonnen CO2 eingespart.

Auch in Bochum hat die Deutsche Post DHL im Juli dieses Jahres den Startschuss für die CO2-freie Paketzustellung durch den umweltfreundlichen StreetScooter gegeben. Mittelfristig will die Deutsche Post DHL Group ihre gesamte Zustellflotte auf E-Fahrzeuge umstellen. Hierzu wird derzeit die Produktionskapazität im StreetScooter-Werk in Aachen erweitert, sodass ab 2017 rund 10.000 dieser Elektrofahrzeuge jährlich produziert werden können.

Green Logistics bei pfenning logistics

Foto: pfenning logistics
Das mehrfach preisgekrönte Logistikzentrum multicube Rhein-Neckar von pfenning logistics mit der größten kristallinen Aufdach-Solaranlage Europas setzt Maßstäbe für nachhaltige Industriebauten. Foto: pfenning logistics

Als einem der großen Handelslogistiker Deutschlands kommt

im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen eine besondere Verantwortung zu. „Jeder Kilometer, den wir umweltfreundlich unterwegs sind, ist ein Plus für die Umweltbilanz unserer Kunden“, sagt Matthias Schadler, Geschäftsführer von pfenning logistics. „Konsequent umgesetzt, ist Green Logistics aber auch ein Effizienzgewinn für uns als Logistiker und letztlich für uns als Menschen.“

Bereits seit fünf Jahren folgt das Unternehmen bei Investitionsplanungen, in der Projektentwicklung und in der operativen Praxis einer eigenen Nachhaltigkeits-Verpflichtung, die alle Bereiche des Unternehmens umfasst und bis in die Verantwortung des einzelnen Mitarbeiters reicht.

Mit der Planung und dem Bau von Logistikzentren wie dem multicube rhein-neckar setzt pfenning logistics europaweit Maßstäbe. Die 2012 in Betrieb genommene Multi User Anlage belegt seit der DGNB-Zertifizierung in 2013 durchgehend Platz 1 aller Industrieneubauten Europas, erhielt zunächst das Gold-Zertifikat mit einer Bestnote von 1,21 und 2015 das Platin-Zertifikat von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Die Bestnote 1,21 entspricht 93 Prozent aller erreichbaren Punkte. Das Objekt erzielte in den Kategorien ökologische Qualitätsbewertung und Prozessqualität jeweils einen Spitzenwert von 100 Prozent. 2013 wurde der multicube rhein-neckar mit dem 1. Deutschen Logistikimmobilien Award „logix“ ausgezeichnet.

Umweltwirksame Bündelungseffekte erzielen

„Es freut uns, mit Green Logistics-Konzepten Awards zu gewinnen“, sagt Schadler. „Mehr noch freut uns allerdings, Energiekosten zu sparen und durch innovative Standortkonzepte nachhaltig wirksame Bündelungseffekte für unsere Kunden erzielen zu können. Green Logistics ist Teil unserer DNA.“

Der „multicube rhein-neckar“ bietet auf einer Lagerfläche von 128.000 Quadratmetern Raum für eine 360-Grad-Logistik mit hohem Wertschöpfungspotenzial: Er ist in abgegrenzte Hallenmodule unterteilt und ermöglicht somit die Lagerung unterschiedlicher Produkt- und Handelssortimenten aus den Bereichen Chemie, Food, Pharma oder FMCG parallel unter einem Dach.

Das Dach der Anlage, ausgestattet mit Europas größter kristalliner Aufdach-Solaranlage, ist ein Solarkraftwerk: 33.000 Solarmodule auf 11 Hektar Dachfläche liefern eine Stromleistung von 8,1 Megawatt und sparen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen 5.171 Tonnen CO2 im Jahr. Dieses Volumen kann die Versorgung von bis zu 5.000 Haushalten sicherstellen.

Frank Sportolari
„Mit dem Einsatz von Elektrofahrzeugen in ganz Deutschland bekennt sich UPS zu Innovation und Nachhaltigkeit.“

Frank Sportolari Generalbevollmächtigter UPS Deutschland Foto: UPS

Auch im Bereich Transport investiert pfenning logistics in Technologien, die eine umweltfreundliche Logistik ermöglichen. Mehr als 17 Millionen Euro sind innerhalb der vergangenen zwei Jahre in die Modernisierung des Fuhrparks geflossen, der aktuell aus 600 Fahrzeugen besteht. Rund 80 Prozent der Sattelzugmaschinen sind mit modernen Euro-VI-Motoren ausgestattet. Die Neufahrzeuge sind mit einem Telematiksystem ausgerüstet, mit dem sich die Einsatzplanung und Wirtschaftlichkeit der Flotte optimieren lässt. Alle bei pfenning logistics beschäftigten Berufskraftfahrer lernen in der pfenning Academy, ökonomisch zu fahren.

Dem Familienunternehmen in dritter Generation liegt die Erhaltung der Umwelt besonders am Herzen. So ist bei pfenning logistics die freiwillige Umweltmanagement Zertifizierung nach ISO 14001 ein fester Bestandteil der Green Logistics-Philosophie.

„Im Idealfall kommen die Retouren CO2-neutral zurück“

„Wer Green Logistics zum Bestandteil seiner Unternehmensphilosophie macht, erntet dafür nicht nur Anerkennung, sondern kommt auch zu besseren, häufig sehr innovativen Lösungen“, erläutert Schadler mit Blick auf wachsende Retourenquoten im Online-Handel. „Man muss die Supply Chain vom Ende her denken, um zu wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Lösungen in der Reverse Logistik zu kommen.“

Mit integrierten Konzepten berücksichtigt pfenning logistics für seine marktbekannten Handelskunden daher jeden Schritt der Rückführung: Von Anforderungen an das Verpackungsdesign über umweltfreundliches Verpackungsmaterial bis hin zur standortübergreifenden Konsolidierung von Retouren. „Im Idealfall kommen Retouren CO2-neutral zurück“, so Schadler.

Foto: Dachser
Im europäischen Stückgutnetzwerk von Dachser minimieren hohe Auslastungsgrade und konsequent gebündelte Warenströme die Belastung an CO2 und Feinstaub. Foto: Dachser
Dachser

hat für Blueair mit zwei europäischen Warehouse-Hubs und dem intelligenten Zusammenspiel seiner Business Fields eine nachhaltige, zentral gesteuerte Logistik umgesetzt. Dabei gilt die Devise: Je weniger Transporte, desto bessere Luft“. Denn Umweltschutz und ein minimaler CO2-Fußabdruck sind für den Hersteller von innovativen Luftreinigern und -filtern integrale Bestandteile des Markenversprechens. Entscheidend ist hierfür die Logistik, da Händler in mehr als 60 Ländern mit den Produkten beliefert werden.

Eine detaillierte Sendungsdatenanalyse des zentralen Kontraktlogistikteams von Dachser ergab, dass Hamburg aufgrund der eingehenden Containervolumina der geeignete Warehouse-Standort für die Europalogistik von Blueair war.

Umweltfreundliche Warenströme für Luftfilter-Hersteller

Blueair produziert viele Produkte in China und verkauft einen beträchtlichen Teil gleich dort. 90 Prozent der für den europäischen Markt bestimmten Luftreiniger und -filter werden seit Herbst 2015 in den Hamburger Hafen geroutet und im Dachser Warehouse entpackt und palettiert. „Für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der einzelnen Produkte scannen wir die Seriennummern ein, drüber hinaus beachten wir spezielle Packvorschriften für einzelnen Empfänger“, so Nils Ziegler, Betriebsleiter Warehouse im Dachser Logistikzentrum Hamburg.

oto: UPS
Mehr als die Hälfte der insgesamt 100 umgebauten Elektrofahrzeuge mit 7,5 Tonnen Gesamtgewicht setzt UPS in Deutschland ein. Foto: UPS

Über die Schnittstelle zum Paketdienstleister

werden Ersatzlieferungen bei Serviceverträgen direkt aus dem Warehouse zu den Endkunden geliefert. Auch die palettierte Ware bleibt nicht lange im Warehouse, da die begehrten Luftfilter bereits vor ihrem Landgang in Hamburg an Händler in 12 europäischen Ländern verkauft sind. Daher werden die Produkte rasch in das europäische Stückgutnetzwerk des Logistikdienstleisters eingespeist. Hier minimieren hohe Auslastungsgrade und konsequent gebündelte Warenströme die Belastung an CO2 und Feinstaub.

Für den skandinavischen Markt hat Dachser das Set-up in Hamburg exakt gespiegelt und noch einmal in Stockholm aufgesetzt: In das dortige Warehouse routen Blueair und Dachser zehn Prozent der Seecontainer, danach erfolgt die Landverkehrsverteilung in den nordischen Ländern.

Nils Ziegler: „Da wir alle mit demselben WMS Mikado arbeiten, waren keine neuen Schnittstellen nötig. Vieles konnten wir bereits in Hamburg vorbereiten.“ Blueair spart damit Transporte und die damit verbundenen Emissionen. „Lediglich ein Shuttle-Verkehr zwischen den Lagern in Hamburg und Stockholm bleibt bestehen“.

Jörn Peter Struck
„Wir haben es gemeinsam mit unseren Partnern in kurzer Zeit geschafft, unseren CO2-Fußabdruck um mehr als sieben Prozent zu verringern.“

Jörn Peter Struck Vorsitzender der Geschäftsführung von Cargoline Foto: CargoLine

Für die Zukunft sind zunächst Warehouse-Hubs nach Hamburger und Stockholmer Vorbild in Großbritannien und Indien geplant, zudem soll das B2C-Geschäft in Europa weiter ausgebaut werden. „Mit Dachser ist es uns gelungen, die Transportkosten zu senken und gleichzeitig unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern“, betont Carl-Johan Holmdahl, Order & Logistics Manager bei Blueair. „Das ist gut fürs Geschäft und gut für die Umwelt.

CO2-Ausstoß pro Sendung oder Kunde berechnen

Foto: CargoLine
Durch regelmäßige Schulungen zum kraftstoffsparenden Fahren lässt sich der Treibstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent senken. Foto: CargoLine

Jörn Peter Struck, Vorsitzender der Geschäftsführung von CargoLine: „Ende 2011 haben die Gesellschafter der

Nachhaltigkeit zu einem der strategischen Unternehmensziele erklärt. Seither haben wir unsere Emissionen als Netzwerk normgerecht erhoben und einen Rechner entwickelt, mit dem wir den CO2-Ausstoß pro Sendung oder pro Kunden auf Basis dieser Echtwerte ermitteln können. Dies ließen wir von einer unabhängigen Prüfstelle nach DIN ISO 14064 und DIN EN 16258 validieren.

Durch zahlreiche Maßnahmen wie eine bessere Auslastung der Lkw, den Einsatz von Euro-6-Lkw, elektrobetriebene Gabelstapler, Photovoltaikanlagen, Ökostrom, optimierte Routen, Fahrerschulungen und vieles mehr konnten wir die Emissionen bereits deutlich senken. Darüber hinaus kompensieren wir den CO2-Ausstoß der CargoLine-Systemzentrale. An diesen Bemühungen wollen wir auch künftig festhalten“. Wie Struck weiter betont, „haben wir es gemeinsam mit unseren Partnern in kurzer Zeit geschafft, unsere CO2-Fußabdruck um mehr als sieben Prozent zu verringern.“

Umfassende Nachhaltigkeit setzt sich aus vielen Maßnahme-Bausteinen zusammen. So entwickelten die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Grüne Logistik“ von CargoLine beispielsweise umsetzbare Maßnahmen zur Senkung der sendungsspezifischen CO2-Emissionen. Die erarbeiteten Ergebnisse sind als Handlungsempfehlungen an die Kooperation zu verstehen und werden bereits bei vielen Partnern erfolgreich umgesetzt.

Als Ansatzpunkte für die CO2-Reduktion wurden die folgenden Themenschwerpunkte gewählt: Organisatorische und technische Innovationen im Fuhrpark, Fahrerschulungen und Anreizsysteme zum kraftstoffsparenden Fahren, Unterstützung durch Telematik und softewaregestützte Tourenplanung, alternative Antriebstechnologien, sowie stationäre und mobile Reifendrucksysteme. So lässt sich beispielsweise durch regelmäßige Schulungen zum kraftstoffsparenden Fahren der Treibstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent senken.

Umrüstung von Diesel auf Elektro für nachhaltige Transportlogistik

UPS hat im März 2016 seinen 100. Elektrotransporter in der europäischen Fahrzeugflotte eingeführt. Der P34e mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen basiert auf einem Mercedes-Sprinter und ist im typischen UPS Fahrzeugdesign gehalten. Eingesetzt wird er vor allem und zunächst in Paris, wo ein dichter Straßenverkehr kleinere und wenige Fahrzeuge erfordert. Der Einsatz des 100sten Elektrotransporters ist Teil der globalen Strategie von UPS, Dieseltransporter auf Elektrofahrzeuge umzurüsten. In Deutschland nutzt UPS bereits seit 2010 umgebaute Elektro-Zustellfahrzeuge mit 7,5 Tonnen Gesamtgewicht, die so genannten P80e. von den 100 umweltfreundlichen Fahrzeugen ist derzeit die Hälfte in Deutschland im Einsatz.

„Deutschland ist mit seinen verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten für UPS einer der führenden Märkte in Bezug auf Umweltinitiativen“, so Frank Sportolari, Generalbevollmächtigter UPS Deutschland. UPS begann 2012 sich stärker auf dem Gebiet der alternativen Kraftstoffe zu engagieren und setzte sich das Ziel, bis Ende 2017 eine Milliarde Meilen mit alternativen Kraftstoffen zurückzulegen. Dieses Ziel wurde nun ein Jahr früher erreicht. Dies bedeutet, dass etwa 12 Prozent des zuvor vom UPS-Fuhrpark verbrauchten Diesel- und Benzinkraftstoffes nun durch alternative Kraftstoffe wie erneuerbares Naturgas und erneuerbaren Diesel ersetzt werden.

Reinhard Irrgang

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