EBIT-Marge 9,8 Prozent

Martin Schrüfer,

Deutsche Post DHL Group schließt 2021 mit Rekordergebnis ab

Der Logistikkonzern Deutsche Post DHL Group ist im abgelaufenen Geschäftsjahr profitabel gewachsen. Der Umsatz des Konzerns konnte im Vergleich zum Vorjahr um 22,5 Prozent auf 81,7 Milliarden Euro gesteigert werden.

© Deutsche Post DHL

Damit erzielte das Unternehmen den höchsten Umsatz der Konzerngeschichte. Alle fünf Geschäftsbereiche haben zur besten Geschäftsentwicklung aller Zeiten beigetragen. Die dynamische Entwicklung führte zu einem Rekordergebnis von 8,0 Milliarden Euro (2020: 4,8 Milliarden Euro) und einer EBIT-Marge von 9,8 Prozent (2020: 7,3 Prozent).

„Wir haben in herausfordernden Zeiten unsere volle Stärke bewiesen und eine neue Bestmarke bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Nie zuvor hat Deutsche Post DHL Group weltweit so viele Frachtgüter, Expresssendungen und Pakete transportiert. Mit der Impfstofflogistik leisten wir zudem einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Unser Dank gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außerordentliches Engagement in einem anspruchsvollen Jahr“, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL Group. 

Prognose 2022: Fortsetzung des Wachstumskurses erwartet

Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der Konzern ein EBIT von 8,0 Milliarden Euro mit einer Abweichung von + / – 5 Prozent. Die Prognose basiert auf der Annahme, dass der Onlinehandel seine Stärke beibehält und nach einer Normalisierungsphase sein strukturelles Wachstum fortsetzen wird. Nach der dynamischen Erholung des Welthandels im Verlauf des Jahres 2021 sollte sich das Wachstum in den globalen Logistikaktivitäten mit geringerer Geschwindigkeit weiter fortsetzen. Eine Entspannung bei den interkontinentalen Transportkapazitäten wird frühestens im zweiten Halbjahr 2022 erwartet.

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„In unserer Prognose sind die derzeitig schwer abschätzbaren Auswirkungen des Konflikts in Osteuropa auf das globale Wirtschaftswachstum und die weltweiten Transportmärkte nicht enthalten. Jetzt geht es zunächst darum, den Menschen im Kriegsgebiet zu helfen, die Sicherheit aller unserer Beschäftigten zu gewährleisten und die globalen Lieferketten am Laufen zu halten“, so Frank Appel.

Mit Vorlage des Geschäftsberichts hat der Konzern seine mittelfristigen Finanzziele bis zum Jahr 2024 vorgestellt. Das EBIT soll auf rund 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 steigen. Ohne Berücksichtigung von Akquisitionen, wie der geplanten Übernahme von Hillebrand, erwartet der Konzern im Zeitraum von 2022 bis 2024 einen kumulierten Free Cashflow von rund 11 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum prognostiziert das Unternehmen kumulierte Investitionen (Capex) von rund 12 Milliarden Euro. 

„Ich freue mich sehr, dass wir das dritte Geschäftsjahr in Folge mit einem Rekordergebnis abschließen konnten. Wir haben die Finanzkraft des Konzerns mit einem massiven Wachstumssprung in allen finanziellen Dimensionen fundamental verbessert. Das stärkt unsere Ausschüttungsfähigkeit und schafft Freiräume für die Verwendung des verbleibenden Free Cashflow“, sagte Finanzvorstand Melanie Kreis.

Das Rekordergebnis spiegelt sich auch in einem höheren Jahresüberschuss wider. Der Konzerngewinn nach nicht beherrschenden Anteilen konnte mit 5,1 Milliarden Euro (2020: 3,0 Milliarden Euro) gesteigert werden. Damit betrug das unverwässerte Ergebnis je Aktie 4,10 Euro (2019: 2,41 Euro). 

Alle Divisionen verzeichnen Umsatz- und Ergebniswachstum

Express: Umsatz und Ergebnis des Geschäftsbereichs Express entwickelten sich 2021 positiv.  Das EBIT stieg um 53,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Der Umsatz lag mit 24,2 Milliarden Euro (2020: 19,1 Milliarden Euro) über dem des Vorjahres. Maßgeblich dafür war das Wachstum der internationalen zeitgenauen Express-Sendungen (TDI) von 10,3 Prozent sowie eine Zunahme des durchschnittlichen Gewichts pro Sendung. Express erzielte eine Rekord-EBIT-Marge von 17,4 Prozent (2020: 14,4 Prozent).

Global Forwarding, Freight (GFF): Das EBIT hat sich mehr als verdoppelt auf 1,3 Milliarden Euro (2020: 0,6 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg auf 22,8 Milliarden Euro (2020: 15,8 Milliarden Euro). Die weiterhin stark reduzierten Transportkapazitäten trafen 2021 auf eine deutlich höhere Nachfrage – Treiber war der wieder in Schwung gekommene Welthandel. Die Volumina in der Luft- und Seefracht stiegen um 25,7 Prozent bzw. 8,7 Prozent. Auch die Sendungsmengen in der Straßenfracht wuchsen um 7,8 Prozent. Die EBIT-Marge der Division verbesserte sich auf 5,7 Prozent (2020: 3,7 Prozent).

Supply Chain: Zuverlässige Lieferketten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr gefragt. Der Unternehmensbereich realisierte einen Ergebnissprung auf 705 Millionen Euro (2020: 424 Millionen Euro). Basis waren eine Umsatzsteigerung auf 13,9 Milliarden Euro (2020: 12,5 Milliarden Euro) und Effizienzverbesserungen. Gezielte Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekte sowie ein erfolgreiches Kostenmanagement ließen die EBIT-Marge auf 5,1 Prozent steigen (2020: 3,4 Prozent). 

eCommerce Solutions: Im Geschäftsjahr 2021 konnte die Division ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Das EBIT betrug 417 Millionen Euro (2020: 158 Millionen Euro). Maßgeblich dazu beigetragen hat das dynamische Wachstum der Sendungsvolumina im Onlinehandel. Nahezu alle Regionen konnten zweistellige Zuwachsraten erzielen. Besonders stark entwickelte sich das Geschäftsvolumen in den Niederlanden und Indien. Auch die Sendungsmengen im grenzüberschreitenden Transport in Europa legten um 21,6 Prozent zu. Das ungebremst starke Wachstum im internationalen Paketgeschäft machte eine effizientere Auslastung der Netzwerke möglich. Nachdem die Division im Vorjahr erstmals eine positive EBIT-Marge erzielte, lag diese 2021 bei bemerkenswerten 7,0 Prozent (2020: 3,3 Prozent).

Post & Paket Deutschland: Der Unternehmensbereich steigerte Ergebnis und Umsatz. Das EBIT konnte auf 1,75 Milliarden Euro (2020: 1,6 Milliarden Euro) zulegen. Die Division transportierte 2021 eine Rekordmenge von über 1,8 Milliarden Paketen (2020: 1,6 Milliarden Pakete). Entsprechend entwickelte sich der Umsatz auf 17,4 Milliarden Euro (2020: 16,5 Milliarden Euro) bei nahezu unveränderten Volumina im Geschäftsfeld Post Deutschland mit 14,2 Milliarden Briefen. Die EBIT-Marge lag mit 10,0 Prozent (2020: 9,7 Prozent) auf Vorjahresniveau.

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