Stabiler Umsatz

Martin Schrüfer,

BLG Logistics verbessert Ergebnis

Der Vorstand der BLG Logistics räsentierte auf seiner Bilanz-Pressekonferenz am 27. April die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2021.

© BLG Logistics

Obwohl das Jahr erneut von der Corona-Pandemie und schwierigen Marktumständen wie z. B. der fehlenden Teileverfügbarkeit geprägt war, resümiert der Vorstandsvorsitzende Frank Dreeke zufrieden: „Wir haben im Geschäftsjahr 2021 unser Ergebnis deutlich verbessert und liegen über den Erwartungen. Wir haben die Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Mit unseren weiterhin knapp 12.000 Mitarbeitenden konnten wir unsere Kundenbasis stabil halten und in einigen Geschäftsbereichen sogar ausbauen.“ Nach einem Verlust vor Steuern von -116,1 Millionen Euro im Jahr 2020 weist BLG Logistics für das Geschäftsjahr 2021 einen Gewinn vor Steuern (EBT) von 52,2 Millionen Euro aus.* Die Eigenkapitalquote des Unternehmens liegt – auch aufgrund des guten Ergebnisses – nun bei 12,8 % (Vorjahr 5 %). Der Umsatz liegt mit knapp 1,1 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau (-1,4 %).

*Die Kapitalerhöhung durch die Stadt Bremen in Höhe von 53 Millionen Euro zum Ausgleich der coronabedingten Verluste im Jahr 2020 floss direkt in die Kapitalrücklage und ist damit nicht Teil der Gewinn- und Verlustrechnung.

Der Geschäftsbereich Automobile blieb durch die schwierige Situation in der Branche mit einem Ergebnis vor Steuern von -1,1 Millionen Euro deutlich unter Plan. Nicht nur die Produktionsrückgänge der Automobilhersteller aufgrund fehlender Teile prägten das Ergebnis, sondern auch hohe Kosten in Folge der Umsetzung von Corona-Regelungen.

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© BLG Logistics

Im gesamten BLG-Automobile-Netzwerk wurden 4,8 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet. Das entspricht trotz des herausfordernden Umfelds dem Niveau von 2020. Am größten Standort, dem Autoterminal in Bremerhaven, wurden – ähnlich wie 2020 – im vergangenen Jahr rund 1,7 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen. Der Standort verbuchte dabei ein Ergebnis von -11 Millionen Euro. Die Produktivität brach massiv ein, u. a. durch Corona-Maßnahmen und eine hohe Krankenquote.

Der High & Heavy-Bereich profitierte vom weltweiten Mangel an Containern und dem verstärkten Transport von Ware auf RoRo-Schiffen. Auch der Neustädter Hafen behauptete sich gut mit 1,3 Millionen Tonnen Umschlag in einem wettbewerbsintensiven Umfeld.

Zu den Erfolgen im Geschäftsbereich gehörten neben dem Joint Venture mit Hyundai Glovis u.a. die Erweiterung des Geschäfts in Dodendorf und Kelheim.

Gute Entwicklungen im Contract-Bereich

Das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsbereich Contract betrug 8,7 Millionen Euro und lag damit deutlich über dem negativen Ergebnis von 2020 (knapp -14 Millionen Euro). Während sich an Standorten der Industrielogistik, in denen die BLG für die Automobilindustrie arbeitet, ebenfalls die mangelhafte Teileverfügbarkeit niederschlug, ergab sich bei der Handelslogistik ein sehr positives Bild.
Konsumgüter und Dienstleistungen im Bereich eCommerce waren stark gefragt. Das Geschäft in den USA, Südafrika und Indien entwickelte sich dank zusätzlicher Neugeschäfte gut und liegt leicht über Plan. Die Speditionsaktivitäten waren im ersten Quartal 2021 bis auf den Standort Bremen verkauft worden.
Neue Standorte wurden u.a. für PUMA und einen Kunden aus dem Lebensmittelhandel eröffnet, Dienstleistungen für Kunden wie Siemens-Energy erweitert sowie der Grundstein für das nachhaltige Logistikcentrum „C3 Bremen“ gelegt. Insgesamt konnten fast alle Verträge mit Kunden verlängert sowie neue Kunden akquiriert werden.

Container profitiert

Der Geschäftsbereich Container der BLG-Gruppe wird durch die Hälfte der Gesellschaftsanteile an Eurogate repräsentiert. Das Beteiligungsergebnis stieg von -60,7 Millionen auf 61,8 Millionen Euro. Insgesamt konnten 13,1 % mehr Container umgeschlagen werden, was auf ein starkes Wachstum durch Nachholeffekte, aber auch die Inbetriebnahme eines zweiten Terminals in Tanger zurückzuführen ist. Deutliche Verwerfungen in den Fahrplänen führten einerseits zu gestiegenen operativen Kosten, andererseits zu ungeplant hohen Zusatzerlösen, unter anderem durch Lagergelder.

Auch der Standort Wilhelmshaven, der durch den geplanten Einstieg von Hapag-Lloyd und den Automatisierungsvorhaben eine deutlich positive Entwicklungsperspektive hat, profitierte von den veränderten Marktbedingungen.

Planmäßig voran kam das Transformationsprogramm „Zukunft Eurogate”. In den acht Monaten, in denen die ersten Umsetzungen des Transformationsprozesses realisiert wurden, konnte bereits ein zweistelliger Millionenbetrag einspart werden.

Auch Klimaschutz und Digitalisierung standen im Jahr 2021 weiterhin auf der Agenda der BLG. Für die Entwicklung neuer Lösungen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz investierte das Unternehmen rund 14,6 Millionen Euro in sieben Verbundprojekte. Im Bereich Klimaschutz erhielt BLG Logistics verschiedene Auszeichnungen.

BLG-Vorstandsvorsitzender Frank Dreeke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2022 eine hohe Unsicherheit, u.a. prägt die Situation in Osteuropa die weltwirtschaftliche Lage. „Der Krieg hat die Lieferketten und die Produktionen unserer Kunden erneut erheblich gestört. Bereits jetzt spüren wir fehlende Vorleistungsgüter und weitere Turbulenzen in den weltweiten Lieferketten. Auch die Energiepreise, die bereits auf hohem Niveau lagen, ziehen kräftig an.” Trotzdem zeigt sich Dreeke optimistisch, dass die BLG dank ihrer breiten Aufstellung auch diese schwierigen Rahmenbedingungen bewältigt.

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