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Artikel und Hintergründe zum Thema

Lager- und Regalsysteme

Technik-Trend AKL - Schneller zum Kleinteil im Lager

Schneller und höher: Zumindest zwei Drittel des olympischen Mottos treffen auch auf die AKLs zu. Dies zeigt ein Überblick über aktuelle Trends und Anwendungsbeispiele bei automatischen Kleinteilelagern. Warum die Geschwindigkeit der bestimmende Faktor bei vielen AKL-Projekten ist, zeigt ein aktueller Einsatzfall von Viastore.

 Das Unternehmen errichtete für den Werkzeugmaschinen- Hersteller Trumpf in Ditzingen ein neues Service- und Verbrauchsteilelager. Von dort aus erhalten die weltweit mehr als 10 000 Kunden die benötigten Ersatzteile. Rund 228 000 verschiedene Teile sind gelistet, und der Kunde erwartet, dass er schnell beliefert wird, wenn die Maschine steht. Deshalb sind im Schnitt 90 % der eingehenden Aufträge Sofortbestellungen, und pro Schicht werden rund 1 000 Aufträge kommissioniert. Sonderbestellungen sind sogar innerhalb von 30 Minuten versandfertig.

Möglich ist dies nur durch eine Aufteilung in vier Lagerzonen, von denen eine für eine AKL-Anlage mit den „Schnelldrehern" vorgesehen ist, und eine ebenso schnelle Datenverwaltung: Die gesamte operative Logistik wird in SAP LES ausgeführt. Das dreigassige AKL bietet Platz für 5 000 Behälter, die wegen der unterschiedlichen Abmessungen in bis zu 16 Module unterteilt sind. Die Ein- und Auslagerung an den Kommissionierplätzen erfolgt im Pick-to- Light-Modus mit Lichtpositionsanzeigen. Um Zeit zu sparen, verzichtet man auch auf die bisher üblichen Scan- Pistolen und scannt statt dessen automatisch - allein das spart, bei einer halben Million Scans pro Jahr, einige Mann-Tage.

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Schnell in Zugriff und Amortisation Auch bei Bito sieht man den zentralen Trend in kurzen Zugriffszeiten. Hinzu kommt der Wunsch nach schneller Amortisation, die nach Unternehmensangaben aufgrund der Zeitersparnis beim Ein- und Auslagern - konkret: durch den Wegfall von Zugriffs- und Wegezeiten - schon in zwei bis drei Jahren möglich ist. Am häufigsten realisiert Bito AKLs mit doppelttiefer Lagerung und sieht einen Vorteil darin, Regale und Behälter aus einer Hand zu liefern.

Ebenfalls im Trend sind laut Bito AKLs in Kombination mit integrierten Durchlaufregalen auf der kompletten Längsseite der Anlagen. Diese Lösung bietet den Vorteil, dass man - zumeist unterstützt durch ein Pick-to-light- System - direkt aus dem AKL kommissionieren kann. Ein solches System hat Bito z. B. beim englischen Textil- Filialisten New Look realisiert, der all seine Filialen direkt aus dem AKL heraus mit Ware versorgt. Das AKL ist 16 m hoch und 140 m lang. Bei doppelttiefer Lagerung bietet es Platz für 42 000 Kartons.

Produktionsversorgung mit 50 000 Positionen Nicht nur bei der Distribution, auch in der Produktionsversorgung zählt die Geschwindigkeit, und hier ist oft der möglichst geringe Platzbedarf ein noch wichtigerer Planungsfaktor. Das Airbus- Werk in Nordenham, das Rumpfschalen fertigt, wird deshalb aus einem AKL mit 50 000 verschiedene Kleinteile in über 17 000 Tablaren lagern. Der Lagerbetreiber KTS Nordwest GmbH beliefert aus dem AKL heraus rund 150 „Bahnhöfe" im Werk just-in-time mit den benötigten Komponenten. Dabei wird schon die Bestückung der Tablare zeitoptimiert organisiert: Bauteile, die häufig gemeinsam in einem Auftrag zusammengefasst sind, lagern bereits in ein und dem selben Tablar. Pro Tag werden bis zu 8 500 Artikel „gepickt", die vier RBG meistern stündlich 260 Doppelspiele.

Warum AKL-Systeme angesichts der immer knapper werdenden Zeitfenster hoch im Kurs stehen, verdeutlicht ein Rechenbeispiel von Meta. Das HighClip AKL-System, das zur CeMAT neu vorgestellt wurde, erlaubt eine Einsparung von Wegezeiten um über 80 Prozent. Hinzu kommen die Vorteile der kompakten und platzsparenden Lagerung, zumal in diesem automatischen Kleinteilelager sowohl Kästen wie auch Tablare verschiedener Größe gelagert werden können - so bleibt man laut Meta flexibel.

Komplettanbieter gewünscht Dexion ist den Weg vom Schwerlastzum Kleinteilelager gegangen und bietet neben automatischen Towersystemen ebenfalls AKLs aus eigener Entwicklung an. Ein solches Lager hat man bei der ASK Kugellagerfabrik in Korntal bei Stuttgart projektiert und gebaut. Es bietet auf einer Anlagenlänge von 31,3 m 5 812 Stellplätze und ist nur 3,95 m breit: ein Beispiel für die platzsparende automatisierte Lagerung von Kleinteilen.

Bei TGW sieht man neben dem durchgängigen Motiv „schneller und weiter" auch den Trend zur Direktlagerung von Kartons ohne den „Umweg" über die Palettierung oder über Tablare und Behälter. Für diese Aufgabe bietet sich das Highspeed- RBG Mustang an, das mit bis zu 4m/s2 beschleunigt und eine Fahrgeschwindigkeit bis 6 m/s erreicht. In Kombination mit dem flexiblen Lastaufnahmemittel Twister V kann man Kartons verschiedenster Größe und Qualität doppelttief lagern. Und wer auch bei großen Höhen auf hohes Tempo setzt, der kann die neuen Magito Einmast-RBGs von TGW einsetzen. Dank eines neuen Konstruktionskonzeptes für den Mastkopf kann dieses Gerät auch bei 18 Meter Höhe mit den von der Mustang-Baureihe gewohnten Geschwindigkeiten verfahren. Möglich wird dies, weil das eigenständige Fahrwerk am oberen Geräteende mit eigenen Dämpfern ausgestattet und über ein Gelenk mit dem Mast verbunden ist. So kann das RBG Neigungen dynamisch ausgleichen.

Doppelt- oder vierfachtiefe Lagerung Mit dem Smart Storage System von Knapp lassen sich AKLs bis zu einer Höhe von 20 m realisieren. Die Zweimastgeräte nehmen maximal 120 kg Traglast auf, kommissioniert wird nach Angaben von Knapp zumeist nach dem Pickto- light-Prinzip. Besonders platzsparen- de Lösungen lassen sich erreichen, wenn man sich für eine doppelt- oder vierfachtiefe Lagerung entscheidet. Für das doppelttiefe Handling hat Knapp das Gripper-Lastaufnahmemittel mit Teleskoparmen entwickelt, für die Vierfachtief- Lagerung steht der „Lifter" zur Verfügung.

Schneller als das klassische AKL psb hat mit dem „selektor"-System ein AKL entwickelt, das eigenen Angaben zufolge noch schneller ist als konventionelle Systeme. RBG und Lagertechnik bilden hier quasi eine Einheit. Am oberen und unteren Ende der Regale sind Minifahrwerke montiert, die von formschlüssigen Riemenantrieben bewegt werden. Auf diese Weise ist das Lastaufnahmemittel hochdynamisch unterwegs. Diese sehr kompakten und dynamischen Systeme werden für Höhen bis 15 m und Längen bis 20 m gebaut.

Um eine mehrfachtiefe Lagerung im AKL zu ermöglichen, hat de Man das Channel-Car entwickelt, das die Distanz zwischen Behälter und RBG überbrückt. Bei den bisher installierten Systemen zeigte sich laut Hersteller, dass die Energie- und Signalkabel zwischen diesem Shuttle und dem RBG die anfälligsten Komponenten sind. Deshalb arbeitet die neue Generation der Channel Cars kabellos. Das Car fährt normalerweise auf dem RBG mit und löst sich von ihm, um einen Behälter oder Karton in den hinteren Reihen des AKL ein- oder auszulagern.

Logistikpreis für innovative Antriebstechnik Das neue „Picking Tray System" (PTS) von Savoye sieht nicht nur ungewöhnlich aus, es arbeitet auch mit innovativer Antriebstechnik. Das AKL-System nutzt autonome Shuttles für den Transport von Kartons und Behältern. Angetrieben werden die Fahrzeuge von Superkondensatoren - das sind hochleistungsfähige Batterien, die auch in künftigen Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen werden. Mit einem solchen System kann man nach Angaben von Savoye eine Kommissionierleistung bis 800 Positionen pro Stunde erreichen. Das Haupteinsatzfeld sieht der Hersteller in der Hochleistungskommisionierung, bei der Retouren-Bearbeitung und in dynamischen Pufferlagern. Der VDI hat das System mit seinem Logistikpreis 2008 ausgezeichnet.

Energiesparen im AKL Auch andere Unternehmen haben übrigens das Thema „Energiesparen im AKL" für sich entdeckt. So bietet Knapp ein Energiemanagement- System an, das stets für eine optimale Verteilung der benötigten Energie sorgt und Lastspitzen vermeidet. Und psb hat für seine RBGs ein patentiertes Modul entwickelt, das die Energierückgewinnung beim Senken des Mastes ermöglicht. Dieses Prinzip lässt sich auch bei Vertikalliften einsetzen: Hänel bietet mit dem „Ecodrive" die Möglichkeit, die beim Absenken der Lean- Lifte freiwerdende Energie ins Netz zurückzuspeisen. So wird das Kleinteilelager zum Energielieferanten.

Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, http://www.bito.de/ de Man Industrie Automation GmbH, www.deman.de/ Dexion GmbH, http://www.dexion.de/ Hänel Büro- und Lagersysteme, http://www.haenel.de/ Knapp Logistik Automation GmbH, http://www.knapp.com/ Meta Regalbau GmbH & Co. KG, http://www.meta-online.de/ psb GmbH, http://www.psb-gmbh.de/ Savoye GmbH, http://www.savoyelogistics.com/ TGW Mechanics GmbH, http://www.tgw-group.com/ viastore systems GmbH, http://www.viastore.de/

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