Lager- und Regalsysteme

Ein Regalinspekteur im Einsatz

Wenn Torsten Kleine seine Arbeitstasche packt, dürfen Maßband, Messleiste, Zollstock, Lasermessgerät, Helm, Sicherheitsschuhe und Gehörschutz nicht fehlen. Kleine ist seit mehr als drei Jahren als Regalinspekteur im Einsatz. Auf sieben Regalzeilen und vier Ebenen lagern Tausende Fliesen, teilweise mit einem Gesamtgewicht von über einer Tonne pro Palette.

Als Torsten Kleine das Lager des Fliesenimporteurs betritt, schweift sein Blick über die Regale: „In den letzten beiden Jahren habe ich nur Kleinigkeiten festgestellt, da die Mitarbeiter vorsichtig mit dem Inventar umgehen.“   Bevor Kleine mit der Sichtprüfung des Regals beginnt, nimmt er die wichtigsten Instrumente aus seiner Tasche. Im Rahmen der Inspektion füllt er für jedes Regal einen Aufnahmebogen aus, in dem die Geometrie und eventuelle Mängel festgehalten werden.

Anhand dieses Formulars erstellt er im Anschluss an seinen Termin ein Inspektionsprotokoll, das der Betreiber der Regalanlage erhält, um festgestellte Mängel zu beseitigen. Kleine widmet sich zuerst dem Belastungsschild, über dem die Prüfplaketten früherer Regalinspektionen angebracht sind. Es zeigt unter anderem an, dass das Regal mit einer maximalen Fachlast von 3 450 kg belastet werden darf.

Der Betreiber muss im Rahmen des Betriebs sicherstellen, dass die zulässigen Lasten nicht überschritten werden. Die Feldbreite ist auf dem Belastungsschild mit 3,6 m angegeben und die Knicklänge beträgt 1,3 m. Torsten Kleine misst zunächst die Länge und Breite mit Hilfe des Lasermessgeräts nach und verifiziert dadurch die Angaben auf dem Belastungsschild. Die Daten nimmt er in den Regalaufnahmebogen auf.

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Anschließend begeht Kleine die Regale und unterzieht sie einer systematischen Sichtprüfung. „Ich überprüfe die Regale auf das Vorhandensein der Sicherungsstifte, die dafür sorgen, dass der Holm beim Entladen der Paletten nicht ausgehebelt wird“, erklärt der Regalinspekteur von META.

Kleine stellt bei seiner stichprobenartigen Überprüfung fest, dass mehrere Holme nicht gegen das Aushebeln gesichert sind. Dieser Mangel ist für den Betreiber allerdings leicht zu beheben, da er die erforderlichen Sicherungsstifte meist vorrätig hat.

Verformungen im Fachwerk und im Profil stellt Kleine fest, indem er die einen Meter lange Messleiste aus Metall anlegt. „In der DIN-Norm, welche auch die jährliche Regalüberprüfung fordert, sind Grenzwerte für die Beschädigungen in den Tiefen- und Längsrichtungen des Regals festgelegt“, erläutert er.

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Obwohl auch in den oberen Regalbereichen Verformungen durch falsches Entladen entstehen können, befinden sich kritische Verformungen eher im Regalständer in Bodennähe, weshalb der Inspekteur zum Messen in die Knie geht. Kleine legt die Leiste über die beschädigte Stelle und misst mit dem Messdorn die Tiefe der Verformung.

Zügig und gründlich begeht er die Regale, die Grenzwerte hat er dank seiner mehrjährigen Tätigkeit in diesem Beruf im Kopf. Wenn er einen Mangel feststellt, markiert er die Stelle mit einem roten Klebepunkt, damit die Beschädigungen für den Betreiber ersichtlich sind. Bei einem Regal entdeckt er einen Knick im horizontalen Fachwerk, der vermutlich beim Ein- oder Auslagern einer Palette entstanden ist.

Neben diesen Punkten werden eine Vielzahl weiterer Kriterien wie beispielsweise die Spezifikationsübereinstimmung, die Einhaltung von Freiräumen, die Verwendung konformer Bauteile sowie die Vorgaben der einschlägigen Normen und Regelwerke geprüft.

Während Kleine die Regale begeht, schweift sein Blick immer wieder nach oben und überprüft die sachgemäße Lagerung der Ware. Unzureichend bepackte Paletten sind ein Sicherheitsrisiko, da die eingelagerten Waren verrutschen können und somit zu einer ungleichen Lastenverteilung führen.

Dem Regal- inspekteur fällt eine Einwegpalette auf, die in dieser Regalzelle nur bei Einhaltung bestimmter Rahmenbedingungen, beispielsweise durch den Einsatz von Tiefenauflagen, gelagert werden darf. In diesem Fall spricht Kleine die Empfehlung aus, die Palette umzupacken oder auf dem Boden zu platzieren. Insgesamt betont er jedoch die sehr ordentliche Lagerung der Ware bei Fliesen Welscheit.

Die Mängel werden in drei Gefahrenstufen eingeteilt. Gefahrenstufe grün erfordert keine Reparatur, muss jedoch bei späteren Inspektionen überwacht werden. Sobald der Grenzwert von 3 mm bei Verformungen in Tiefenrichtung beziehungsweise 5 mm in Längsrichtung überschritten ist, muss das beschädigte Bauteil ausgetauscht werden.

Bei Schäden in Gefahrenstufe orange hat der Betreiber vier Wochen Zeit, diese zu beheben. Sobald Kleine den Schaden in Gefahrenstufe rot einstuft, wird der Bereich abgesperrt und muss entlastet werden. Diese Gefahrenstufe kommt in der Praxis zwar häufig vor, allerdings stuft Kleine die im Lager der Firma Welscheit festgestellten Mängel in Stufe orange ein. Solche Schäden kann der Betreiber selbst beheben, da er mit den Bauteilen eine Montageanleitung erhält.

Die jeweiligen Felder werden entlastet und die beschädigten Teile ausgetauscht. Die Dauer einer Regalinspektion ist abhängig von der Größe des Lagers. Bei dieser Inspektion ist Kleine ungefähr eine Stunde mit der Sichtprüfung der Regale und dem Erfassen der Ergebnisse beschäftigt. Im Anschluss spricht der Regalinspekteur eine Empfehlung an den Geschäftsführer Heinz Welscheit aus, welche Mängel zu beheben sind. Der Bauingenieur Torsten Kleine schätzt seinen Arbeitsalltag. Er sieht sich als Mittler zwischen Hersteller und Anwender und überprüft in der Regel täglich mehrere Anlagen.

Hintergrund Regalinspektion

Meta-Beitrag
  • Regale sind Arbeitsmittel und unterliegen damit der Betriebssicherheitsverordnung. Seit 2007 ist eine regelmäßige Überprüfung der Anlagen Pflicht.
  • Für den sicheren Betrieb einer Regalanlage schreibt der Gesetzgeber regelmäßige Inspektionen vor, die eine fachkundige Person im Abstand von maximal 12 Monaten durchführen muss.
  • Die Meta-Regalbau GmbH& Co. KG bietet als Serviceleistung die Regalinspektion durch einen „Verbandsgeprüften Regalinspekteur“ an.
  • Systematische Inspektionen erhöhen die Sicherheit und schaffen Einsparpotenziale bei Reparaturkosten.
  • Der Betreiber einer Regalanlage muss außerdem eine wöchentliche bzw. regelmäßige Inspektion durch einen sachkundigen Mitarbeiter sicherstellen. Meta führt zu diesem Zweck mehrmals jährlich Schulungen zur Regalüberprüfung durch.

Meta Regalbau GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected],

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