Lager- und Regalsysteme
Edle Weine auf Lager
Um den hohen Erwartungen der Verbraucher weltweit auch in Zukunft zu genügen, investierte der Weinhandelskonzern Les Grands Chais de France in ein neues automatisches Hochregallager am traditionellen Standort in Petersbach.

Die Planung für das Hochregallager stammt von dem Architekturbüro Artay-Amsycom, Atelier d’Architecture, Strasbourg/Frankreich, das auch schon für die Architektur der Produktions- und Verwaltungsgebäude verantwortlich zeichnete.
Als weltweit führender Anbieter für Logistik- und Produktionsautomatisierung lieferte Voestalpine die Regalanlage. Ausschlaggebend für die Auftragserteilung des Hochregallagers in Petersbach waren überzeugende Konzepte zur optimalen Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Grundstücksfläche und zum erhöhten Brandschutz durch ein modernes Inertisierungssystem mit entsprechendem Nachweis für die erforderliche Dichtigkeit der Gebäudehülle sowie die Auswahl und Ausstattung mit qualitativ hochwertigen Produkten.
Planung und Ausführung
Mit der kompletten Planung und Bauausführung der Gebäudehülle ab Oberkante Fundament beauftragte LGCF den IFBS-zertifizierten Nachunternehmer Hammersen Elementbau GmbH & Co. KG aus Osnabrück. Die Systemelementtechniker sind Profis auf dem Gebiet der Erstellung von Gewerbebauten in Metallleichtbauweise, insbesondere bei der Planung und Ausführung von inertisierten Gebäuden. Sie montieren detailgetreu und perfekt unter Berücksichtigung aller bauphysikalischen Vorschriften und Normen.
Für die Abwicklung des Petersbacher Logistikkomplexes stellte der IFBS-Mitgliedsbetrieb mit eigenen Fachleuten ein erfahrenes Projektteam zusammen, das sich über den gesamten Planungs- und Bauverlauf hinweg für das Großprojekt engagierte. Dabei gehört die Beherrschung von Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken zum Arbeitsalltag. Das Leistungspaket umfasste die Gewerke der Lieferung und Herstellung der kompletten Gebäudehülle, einschließlich der Dacheindeckung und -abdichtung incl. dem Nachweis über die Dichtigkeit der Gebäudehülle mit anschließender Prüfung durch einen Blower-Door-Test, weiterhin die Herstellung der Rauchschürzen und Schleusenbekleidungen, der Trennwand zum Vorgebäude innen, außerdem die Entwässerung, Herstellung und Lieferung der Türen und der notwendigen Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA). Dazu übernahmen die Systemelementtechniker die Werkplanung und die Beratung in allen Bauphasen. Mit der Erlangung der Decennale-Versicherung, die in Frankreich aus Gewährleistungsgründen eine Grundvoraussetzung für Montagetätigkeiten ist, und deren Erhalt abhängig von verschiedenen Qualitätsprüfungen durch ein externes französisches Prüfbüro gemacht wird, nahm das Unternehmen eine weitere Hürde.
Das Gebäude ist ca. 100 m lang, 29,50 m breit sowie 39 m hoch und ist für die Installation eines voll automatisierten Lagersystems mit ausreichend Platz für insgesamt 22.000 Europaletten konzipiert. Die Regale werden mittels vier in den Gängen installierten Regalbediengeräten betrieben. Durch die Automatisierung entfällt die Notwendigkeit, die Lagerbereiche zu beleuchten. Hierdurch werden die Betriebskosten gesenkt, was zusammen mit der Luftdichtheit des Gebäudes ein hohes Maß an Umweltfreundlichkeit ergibt. Ferner ist das Gebäude mit fortschrittlichsten technischen Anlagen ausgestattet, um Temperatur und Feuchtigkeit innerhalb enger Toleranzen zu halten. Nach der Fertigstellung der Außenhaut wurden Versuche durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Temperatur bei einem Wert von 16 +/- 1 °C und die relative Luftfeuchtigkeit bei einem Wert von 52,5 +/- 5 % liegt.
Zur Erfüllung der wichtigsten Projektziele wählten die Projektverantwortlichen alternativ zu einem Sprinklersystem ein auf der Verringerung des Sauerstoffgehalts basierendes System, das für eine Umgebung sorgt, in der kein Feuer ausbrechen kann (Inertisierung). Kein anderes französisches Weinhandelshaus hat zuvor ein solches System installiert. Systeme zur Reduzierung des Sauerstoffs sind überwiegend in Industrieanlagen im Einsatz, in denen hoch entflammbare und gefährliche Flüssigkeiten verwendet werden, bei denen die Brandverhütung eine wesentliche Rolle spielt.
Die Inertisierung setzt jedoch voraus, dass das Gebäude luftdicht ist und einen geplanten ‚Luftleckagewert’ (ALI) von 0,03 m3 pro Stunde erreicht. Dies war die größte Herausforderung für das Osnabrücker IFBS-Montageteam. Deshalb entschied man sich, die Fassade des Hochregallagers in Metallleichtbauweise zu erstellen und mit hochwertigen Brandschutzpaneelen vom (Pflaum Typ SI 0/0-120) extrem gut zu isolieren.
Die Verbundelemente bestehen aus einem beidseitig bandverszinkten und kunststoffbeschichtetem Stahlprofil mit glatten Außen- bzw. Innenschalen und einem nicht brennbaren Dämmkern aus Steinwolle. Damit verfügen die Sandwichelemente über einen hohen Brandschutzwiderstand.
Geringes Brandrisiko durch Sauerstoffverringerungssystem: Um den Anteil von Sauerstoff in der Umgebungsatmosphäre des Hochregallagers zu verringern, setzt man auf moderne Stickstoffkompressoren. Stickstoff schädigt die archivierten Weinflaschen nicht und der Sauerstoffwert wird bei 14,8 % gehalten (der normale atmosphärische Sauerstoffgehalt liegt im Vergleich dazu bei rund 21 %). Bei diesem niedrigen Sauerstoffwert kann sich rein physikalisch kein Feuer entzünden, so dass keine Gefahr besteht, dass zufällig oder absichtlich ein Brand ausbricht.
Die hohen brandschutztechnischen Auflagen erforderten im Gebäude außerdem den Einbau von Rauchschürzen. Drei davon schotten den Raum quer zum Regelbereich hin ab. Darüber hinaus installierten die Monteure auf der einen Giebelseite zusätzliche eine Innentrennwand zum Vorgebäude. Für die Auslagerung wurden außerdem verschiedene Schleusenkonstruktionen im Vorgebäude realisiert.
Technik, Geschwindigkeit und mehr
Themen wie etwa die industrielle Vorfertigung, elementiertes Bauen und nicht zuletzt ökologische Faktoren haben die Metallleichtbauweise mit ihren Kassetten-, Sandwich-, Trapez- und Wellprofilkonstruktionen in den Fokus des allgemeinen Planer-Interesses gerückt. Die Systemelemente bieten eine individuelle Freiheit in Gestaltung und Design, die es ihnen erlaubt, zeitgenössische und zeitlose Architektur in Verbindung mit bewährten Eigenschaften zu realisieren.

Über LGCF Les Grands Chais de France (LGCF) wurde 1979 in Frankreich als Großhandel für Wein und Spirituosen gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung, Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Produkten, den Weinbau und Wein-produzierenden Sektor, spezialisiert. Das Betätigungsfeld reicht vom Rebenanbau, über den gesamten Herstellungsprozess bis hin zur Vermarktung. In Petersbach, im Herzen des nordvogesischen Naturparks, liegt die Konzernzentrale. Von hier aus erfolgt auch die weltweite Distribution.
IFBS-Informationen: Industrieverband für Bausysteme im Metallleichtbau e.V. IFBS, www.ifbs.de
Hammersen Elementbau GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.hammersen.de










