Kommissioniertechnik

Technik-Trend Automatisierung - Kommissionierung in der Logistik

Das vollautomatisierte Kommissionieren liegt im Trend: Gleich mehrere führende Anbieter der Intralogistik haben in den vergangenen Monaten oder auch schon länger entsprechende Systeme und Konzepte vorgestellt. Automatisches Kommissionieren liegt im Trend, denn mehrere führende Anbieter haben vollautomatische Systeme zum Kommissionieren heterogener Packstücke entwickelt.

Dazu gehört viastore mit dem viapick-System, das bis zu 600 Picks pro Stunde abarbeiten kann – ein Kommissionierer schafft im Schnitt nur 300 Entnahmen. Viapack ist in der Lage, erkennbare, geordnete und stapelbare Produkte ganz unterschiedlicher Größe und Geometrie zu kommissionieren.

Genau wie ein menschlicher Kommissionierer entnimmt das System die Waren aus einem herkömmlichen Lagerbehälter und legt sie in einen Auftragsbehälter oder Versandkarton ab. Nach Angaben von viastore kann sich das vollständig selbstständig arbeitende System in sechs bis achtzehn Monaten amortisieren.

In vielen Distributionszentren z.B. der Lebensmittelindustrie werden sehr heterogene Artikel kommissioniert, und der Wunsch nach Automatisierung ist groß, weil bei großem Durchsatz schwere körperliche Arbeit zu leisten ist. Dematic hat für diese Einsätze eine Lösung entwickelt: den „Automated Mixed Case Palletiser“ (AMCAP). Sein Kernstück ist ein neuartiges Universalgreifsystem, das Schachteln, Dosen, Papptrays, offene und geschlossene Kartons und sogar Säcke oder instabile Tissue-Gebinde greifen kann. Die zweite Herausforderung besteht darin, aus dem Kommissionerauftrag eine Palette mit stabilem Packmuster zu bilden. Die AMCAP-Software errechnet daher zuvor das Packmuster.

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Die einzelnen Waren werden dann in der gewünschten Reihenfolge bereitgestellt und lagenabschnittsweise mit dem integrierten Folienwickelautomaten umwickelt. Das Ergebnis: eine stabile, umwickelte Palette mit heterogenen Packstücken. Die psb intralogistics hat seit acht Jahren Erfahrung im automatischen Kommissionieren von standardisierten oder homogenen Verpackungseinheiten. Angesichts der zunehmenden „Atomisierung“ der Aufträge durch aktuelle Trends wie Internet-Handel und Reduzierung von Beständen sieht man in der Vollautomatisierung aber nicht die alleinige Lösung – vielmehr sind auch neue Konzepte gefragt, bei denen Mensch und Maschine eng zusammen arbeiten.

Nach diesem Grundgedanken hat psb das teilautomatisierte „Rotapick“- System entwickelt, das gleichzeitig bis zu 48 Auftragsbehälter im kurzfristigen Zugriff hält und dem Kommissionierer in ergonomisch optimierter Form präsentiert. Großanzeigen für zu pickende Stückzahlen, unterstützt durch ein Bild des zu pickenden Artikels, erleichtern die Arbeit und erhöhen Leistung und Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Fehlerminimierung.

Neue Auswerfertechnologie Ebenfalls umfassende Erfahrung mit vollautomatischer Kommissionierung z.B. im Pharma- und Büroartikel-Großhandel hat die Knapp Logistik Automation GmbH. Zentrales Element der Kommissionierautomaten ist der Auswerfer, der die Artikel aus den Produktkanälen kommissioniert. Diese Auswerfer sind meist als  kleine Fördereinheiten ausgeprägt, die die Produkte aus dem Produktkanal auf ein Zentralband werfen, von wo aus sie dann in den Kommissionierbehälter übergeben werden. Bei der neuesten Generation der Auswerfer, die Knapp jetzt vorstellt, bilden Antrieb, Sensorik und Elektronik eine kompakte Einheit.

Mit dem „Schäfer Case Picking“ (SCP) hat SSI Schäfer Noell ein Gesamtsystem für die automatisierte Kolli- Kommissionierung entwickelt – und wendet sich damit vor allem an Kunden im Lebensmittelhandel. Das SCP umfasst den gesamten Prozess von der Lagerung bis hin zur filialspezifischen Sequenzierung und Palettenbildung, die robotergestützt erfolgt. die Waren lassen sich bis auf Einzelstück-Ebene kommissionieren und filialspezifisch sequenzieren. Das modulare System ist erweiterbar und erreicht Kommissionierleistungen von 30 000 bis 300 000  Kolli pro Tag.

Die vom Wareneingang oder Hochregallager bereitgestellten Herstellerpaletten werden automatisch lagenweise depalettiert. Die Zuführung der vereinzelten Lagen an das Kommissionier-/ Puffersystem erfolgt über spezielle Lagen-Trays.

Filialgerechtes „Picking“

Witron hat schon 14 Distributionszentren von Handelsunternehmen in Europa und Amerika mit dem Kommissioniersystem „Order Picking Machinery“ (OPM) und der Belademaschine „Case Order Machine“ (COM) ausgerüstet. Das System kommissioniert vollautomatisch Mischpaletten und kann in der Regel dann seine Vorteile ausspielen, wenn ein Handelskonzern viele Filialen aus einem Lager beliefert. Nach Angaben von Witron hat die Praxis gezeigt, dass das System eine hohe Artikelvielfalt beherrscht. Mehr als 90 % eines typischen Sortiments, das aus über 15 000 Artikeln besteht, können mit der COM kommissioniert werden. Die „Maschinisierung“ der Intralogistik scheint also – trotz des Trends zu atomisierten Aufträgen und heterogenen Packstücken – nicht aufzuhalten.

Roboter für schwere Lasten

Die ersten Kommissionierroboter, die die Ro-Ber GmbH vor Jahren baute, konnten 50 kg heben. Schnell folgten Portalroboter mit 150 kg Tragkraft, die auch heute noch die Standardlosung sind. Immer häufiger sind aber Kommissionierroboter mit 300 kg Tragkraft gefragt, und kürzlich wurde mit dem „Gigant FP1000“ die 1000-kg-Marke erreicht. Das ist kein Selbstzweck und keine Jagd nach Tragkraftrekorden. Vielmehr steht hinter diesem aktuellen Projekt ein konkreter Anwendungsfall: Ein japanischer Folienhersteller suchte nach einer Lösung, um Folienrollen effizient zu palettieren. Portalroboter bieten hier – genau wie bei anderen Aufgaben in der Intralogistik – den Vorteil, dass sie hohe Positionierund Wiederholgenauigkeiten bei hohen Geschwindigkeits- und Beschleunigungswerten erreichen. Auch die Montage und Inbetriebnahme ist vergleichsweise einfach.

Knapp Logistik Automation GmbH, E-Mail: sales.de@knapp.com, www.knapp.com

ro-ber Industrieroboter GmbH, E-Mail: service@ro-ber.de, www.ro-ber.de

Viastore Systems GmbH, E-Mail: info@viastore.de, www.viastore.de

Witron Logistik + Informatik GmbH, E-Mail: info@witron.de, www.witron.de

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