Automatisierung
Tiefkühl-Hochregallager in Rotterdam automatisiert
Mit gut 4.700.000 Kubikmeter Kühl- und Tiefkühlkapazität ist Kloosterboer ein führender Logistik-Dienstleister für temperaturgesteuerte Nahrungsmittel in Westeuropa. Der Spezialist für Lagerung, Befrachtung, Logistik, Zollabfertigung und logistische IT-Lösungen mit gut 950 Mitarbeitern an mehreren Standorten baut sein internationales Netzwerk weiter aus.
Das neueste automatische Tiefkühl-Hochregallager geht im Januar 2022 in Betrieb: Mit dem Cool Port 2 am City Terminal Rotterdam bedient Kloosterboer zunächst den Ankerkunden Lamb Weston / Meijer, einem Hersteller tiefgekühlter Kartoffelprodukte. Der Kunde lässt durch den Logistikdienstleister die Exportprodukte seiner niederländischen Produktionsstandorte über den Rotterdamer Hafen abwickeln. Diese Waren werden künftig unter anderem an den Cool Port 2 ge-liefert, auf Container geladen und per Binnenschiff zu den Containerterminals an der Maasvlakte transportiert.
Planung und Automatisierung aus einer Hand
Das sechsgassige vollautomatische Tiefkühl-Hochregallager ist 69 Meter lang, 139 Meter breit, 41 Meter hoch und umfasst 60.000 Regalstellplätze. Von Herbst 2020 bis Sommer 2021 wurden 4.100 Tonnen Stahl in das Kompaktlager in selbsttragender Silobauweise verbaut. Ab Juni bringt der Intralogistikspezialist Westfalia, der dieses Lager plante, seine Intralogistik-Technologie ein und automatisiert damit künftig einen täglichen Durchsatz tausender Paletten. Er produziert und installiert insgesamt sechs seiner Regalbediengeräte und Fördertechnik inklusive SPS-Steuerung. Westfalia fertigt die RBG und Förderaggregate am Stammsitz im ostwestfälischen Borgholzhausen, plant und programmiert die Steuerung und hält so die Lieferketten kurz und stabil.
„Wir realisieren im Rotterdamer Hafen auf knapp einem Hektar ein maßgeschneidertes, effizientes und hochverfügbares Logistiksystem. Paletten werden mit selbstentladenden oder konventionellen Lastwagen angeliefert und gelangen von der Versandhalle über Rollenbahnen, Drehtische und Schleusen automatisch in das Tiefkühl-Hochregallager“, erklärt der bei Westfalia zuständige Projektmanager John van Dijk. Sensoren kontrollieren die Konturen der beladenen Euro- und Industrie-Paletten und sortieren fehlerhafte, beschädigte Ladungsträger vorzeitig aus. So maximieren sie die Zuverlässigkeit des Systems.
Schonender Durchsatz hunderter Paletten pro Stunde
Im Hochleistungs-Tiefkühllager übernehmen die RBG und lagern bei bis zu –25° C stündlich hunderte von schwer beladenen Paletten ein und aus. Sein patentiertes Lastaufnahmemittel Satellit hat der Intralogistik-Generalunternehmer speziell für die mehrfachtiefe Lagerung konzipiert und über Jahrzehnte weiterentwickelt. Jedes RBG lagert beidseitig Paletten in mehrfachtiefe Reihen. Im Servicefall können diese Kanäle verbunden werden.
Üblicherweise biegen sich Euro- und Industrie-Paletten bei starker Beladung durch, die Qualität kann sehr unterschiedlich sein. Das Lastaufnahmemittel Satellit greift auf Profile zu, die die Paletten unterstützen und schonen. Diese Konstruktion erhöht deutlich deren Lebensdauer und verhindert, dass sich Ladungsträger durchbiegen, verklemmen und das System blockieren können. Der Sequencing-Buffer unterstützt den immensen Durchsatz.
Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 11/2021 von materialfluss.












