Flurförderzeuge
Bedrängt, aber standhaft
Auch wenn Elektrostapler die Dieselfahrzeuge immer stärker bedrängen, gibt es Bereiche, aus denen die Verbrenner nicht wegzudenken sind. Das meinen auch relevante Hersteller.

Linde: Elekto nur knapp vorn
Im letzten Jahr lag laut Emil Schneider, Leiter Marketing Deutschland und Special Projects bei Linde Material Handling, die Zahl der neuverkauften Elektrostapler in Deutschland nur wenige Prozentpunkte über den verbrennungsmotorischen Geräten: „Dass das Verhältnis der beiden Antriebsarten beinahe ausgeglichen ist, liegt daran, dass beide ihre Vorzüge besitzen. Ein verbrennungsmotorischer Stapler empfiehlt sich, wenn saisonale Schwankungen eine hohe Einsatzflexibilität des Gerätes erfordern, Steigungen zu bewältigen bzw. Lasten zu verziehen sind oder in harten, intensiven Einsätzen dauerhaft eine hohe Umschlagleistung abverlangt wird. Werden die Waren überwiegend im Innenbereich bewegt, spricht vieles für Elektrostapler, die im laufenden Betrieb weder störende Geräusche noch Abgase verursachen. Weitere Marktanteile könnten die Elektrostapler in Zukunft gewinnen, wenn es für diesen Antrieb in höheren Traglastklassen ab fünf Tonnen wirtschaftliche Alternativen gäbe. Denn nicht zuletzt geben die Kosten den Ausschlag bei der Wahl des Antriebs. Konkrete Hilfestellung leistet dabei ein Kalkulator, den Linde entwickelt hat. Dieser basiert auf dem vom TÜV-Nord abgenommenen Gabelstaplerleistungstest. Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung zusammen mit dem umfangreichen Know-how der Linde-Vertriebsmannschaft sind die beste Basis bei der Auswahl des passenden Staplers.

Jungheinrich: Verbrenner sind nicht wegzudenken
„Weltweit dominieren verbrennungsmotorische Gegengewichtsstapler nach wie vor den Markt,“ so Michael von Forstner, Leiter Portfoliomanagement, Jungheinrich AG: „Auch wenn in Europa die Lagertechnik mit 185.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2012 nach wie vor an der Spitze liegt, müssen sich die Verbrenner auch hierzulande nicht verstecken. Im vergangenen Jahr wurden von diesen europaweit 68.000 Stück verkauft. Bei den Elektro-Gegengewichtsstaplern waren es dagegen „nur“ 58.000 Stück. Das zeigt, dass der Verbrenner auch in den so genannten entwickelten Märkten auf Jahre hin nicht wegzudenken ist. Jungheinrich trägt dem seit langem Rechnung und hat beispielsweise mit seinen hydrostatisch angetriebenen Verbrennern das richtige Produkt auf dem Markt. Bei den Hydrostaten handelt es sich um enorm leistungsfähige, aber gleichzeitig auch besonders umweltfreundliche verbrennungmotorische Gegengewichtsstapler. Die Basis für Spitzenleistungen bei einer gleichzeitig sehr hohen Energieeffizienz des Fahrzeuges liegt in dessen elektronischen Steuerung. Diese erfolgt über eine von Jungheinrich entwickelte Software. Die Jungheinrich-Hydrostaten zeigen ihre höchsten Umschlagleistungen vor allem im Reversierbetrieb, also z.B. bei der LKW-Be- und Entladung, aber auch beim Transportieren von großen und schweren Lasten – wie beispielsweise in der Bau- und Baustoffindustrie. Jungheinrich wird auf der Mitte April in München stattfindenden bauma sein diesbezügliches Portfolio zeigen.

Mitsubishi: Günstiger und flexibel
Der eine Antrieb wird laut Franz Link, Produkt-Marketing-Manager bei Mitsubishi Gabelstapler, nie den anderen ganz verdrängen, zu komplex und unterschiedlich sind die Anforderungen an moderne Flurförderzeuge: „Allerdings werden in Zukunft wohl schrumpfemde Ressourcen und steigende Energiepreise sowie verschärfte Emissionsrichtlinien die Faktoren sein, die über die Anschaffung eines Elektro-oder Dieselstaplers entscheiden.

Verbrennungsmotorische Stapler sind die harten Jungs: Sie trumpfen mit langen Einsatzzeiten selbst bei harten Einsätzen und nass-kaltem Wetter auf. Und ist der Tank leer, einfach nachfüllen und weiter geht’s – unkompliziert und ohne große Verzögerung. Dies ist besonders auf Lagerplätzen weit ab von Industriestandorten und Steckdosen ein immenser Vorteil. Und bei Jobs rund-um-die Uhr müssen nur die Fahrer getauscht werden. Das spart auch Geld: Bei E-Geräten sind für den gleichen Arbeitstakt teure Wechselbatterien erforderlich. Ein Gas- oder Dieselstapler ist allzeit bereit. Aufsitzen und loslegen, auch außerhalb der normalen Arbeitszeit, während die Elektrostapler am Ladegerät hängen. Hinzu kommt, dass ein Dieselstapler in der Anschaffung günstiger ist, bzw. man für das gleiche Geld wesentlich größere Tragkraftkapazitäten erhält. Und auch im Vergleich bei der Leistung auf Rampen und unebenen Böden liegt der Dieselstapler klar vorne,“ so Link weiter.
Nissan: Bis 5 t ist Elekto führend
„Mit der Einführung der AC-Technologie bei Elektrogabelstaplern und deren Weiterentwicklung zu hochmodernen, leistungsstarken und effizienten Maschinen, hat die Verdrängung der Diesel- und LPG-Gabelstapler begonnen“, erläutert Ingo Rose, Produkt Marketing & Support Manager bei Nissan Forklift: „Vor allem die Maschinen mit Tragkräften von 1,5-2,0 Tonnen konnten schnell durch Batteriefahrzeuge ersetzt werden. Insbesondere im Halleneinsatz oder wenn viele Wechsel zwischen Außen- und Innenbetrieb stattfinden, wurden die emissionsfreien Alternativen gerne genutzt. Heute werden auch vermehrt Gabelstapler in der Größe von 3,0-5,0 Tonnen Tragkraft als Elektrostapler eingesetzt. Das gesteigerte Umweltbewusstsein in den Unternehmen und diverse gesetzliche Auflagen fördern zusätzlich den Wandel in vielen Bereichen.

Es gibt jedoch Bereiche, aus denen die verbrennungsmotorischen Fahrzeuge heute nicht wegzudenken sind. Beispielsweise wird in der Getränkeindustrie eine hohe Umschlagsleistung, zu Spitzenzeiten im Dreischichtbetrieb, benötigt. Treibgasstapler machen in diesem Industriezweig immer noch den größten Teil der eingesetzten Maschinen aus und es ist auch noch keine Verdrängung durch Elektroalternativen erkennbar. Auch Einsatzgebiete, die sich vornehmlich im Freien befinden, die kaum eine Beschränkung durch Arbeitsgangbreiten oder auch durch Bauhöhenbegrenzung haben, werden weiter von Diesel- und Treibgasmaschinen dominiert. Industriebereiche, wie Holzproduzenten, Hafenbetriebe, Gießereien und Stahlproduzenten zählen ebenfalls zu den klassischen Betreibern von verbrennungsmotorischen Maschinen.“
Jungheinrich AG, E-Mail: [email protected], www.jungheinrich.de

Linde Material Handling GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.linde-mh.de
Mitsubishi Caterpillar, E-Mail: [email protected], www.mitsubishi-gabelstapler.de
Nissan Forklift, E-Mail: [email protected], www.nissanforklift.de









