Arbeitsplätze

Selbstbestimmtes Arbeiten in Kommissionierprozessen

Die DSC Niederlassung Essen der DHL Solution Fashion bereitet bereits seit vielen Jahren Textilien für diverse Bekleidungsunternehmen und deren Filialen auf. Arbeitsplatzsystem-Spezialist Hüdig + Rocholz entwickelte gemeinsam mit dem Unternehmen und weiteren Partnern einen effizienten und zukunftsorientierten Arbeitsplatz.

Hüdig + Rocholz
In Theorie und Praxis: Der für DHL angepasste Arbeitstisch einmal im Lager (links) und einmal während der LogiMAT 2017. Fotos: Hüdig + Rocholz

Die Bearbeitung dieser Artikel wird maßgeblich von den Wünschen verschiedener Filialen und deren Abteilungen geprägt und ist zudem davon abhängig, in welchem Zustand die Artikel von externen Lieferanten bereitgestellt werden. Neben Tätigkeiten wie beispielsweise das Aufbügeln von Waren, die Sortierung von Liegeware oder das Entfernen von Einzelverpackungen, werden auf Wunsch auch Warensicherungen angebracht. Für einen Artikel kann dabei in Abhängigkeit des Empfängerortes und der Anlieferungsqualität schnell ein Dutzend an Einzeltätigkeiten nötig werden, die die Mitarbeiter produktbezogen vollziehen.

Bisher wurden die Anweisungen der Arbeitsschritte in Papierform am Arbeitsplatz bereitgestellt. Aufgrund der Vielzahl von Ausnahmefällen, unterschiedlichen Filialen und Abteilungen wurden die Handlungsanweisungen in einem Katalog am Arbeitsplatz zusammengefasst. Die Abteilungsleiterin erklärt, dass „die Beachtung aller möglicher Kombinationen uns täglich vor Herausforderungen stellt und insbesondere für neue Mitarbeiter längere Anlernzeiten bedeutet“. Theoretisch sind hier 106 Kombinationen von Einzeltätigkeiten für ein Produkt in einer Filiale für eine Abteilung des Empfängers möglich.

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Vorgesetzte und Mitarbeiter stellt das gleichfalls vor besondere Herausforderungen. Während Abteilungsleiter viel Zeit investieren, um Katalogdaten zu pflegen, Auswertungen manuell zu berechnen und neue Mitarbeiter aktiv während des Anlernprozesses zu begleiten, müssen eingearbeitete Mitarbeiter den individuellen Prozessverlauf der zur bearbeitenden Ware stets neu nachlesen und diese quantitativ durch Aufschreibung erfassen.

Foto: Deutsche Post DHL
Viel Handarbeit: Kommissioniervorgänge in der Fashionlogistik. Foto: Deutsche Post DHL

Unter der Federführung von DHL Solutions Fashion wurde in Zusammenarbeit mit der Hüdig + Rocholz GmbH & Co. KG als spezialisierter Hersteller von Arbeitsplatzsystemen und der Sensrec GmbH ein Forschungsprojekt aufgesetzt, mit dem Ziel, einen effizienten und zukunftsorientierten Arbeitsplatz einzurichten. Die Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl Fertigungstechnik, hat das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Kaum Prozesswissen nötig

Innerhalb von acht Monaten wurde das System entwickelt. Ein eigenständiges Assistenzsystem für Mitarbeiter an den Arbeitsplätzen wurde so gestaltet, dass Bewegungsdaten aus dem DHL-eigenen ERP-System automatisch importiert werden. Mitarbeiter benötigen zukünftig daher kaum Prozesswissen, denn einzig durch das Scannen von Barcodes erhält der Mitarbeiter automatisch die richtigen Handlungsanweisungen für den jeweiligen Bearbeitungsschritt, bei Bedarf mit zusätzlichem Bildmaterial. Der Arbeitsplatz wird lediglich mit einem touchfähigen Computersystem und einem Handscanner ausgestattet.

Die Systempflege ist dabei so intuitiv gestaltet, dass Vorarbeiter und Abteilungsleiter einmalig Bearbeitungsprozesse einrichten, die vom System im Anschluss selbstständig zugeordnet und evaluiert werden. Das IT-System zum Arbeitsplatz 4.0 ist selbstlernend. Holger Dander, Geschäftsführer des Unternehmens Sensrec und zuständig für die IT-Entwicklung, erklärt das so: „Wir importieren täglich fast 10.000 Datensätze, die zur Bearbeitung in den kommenden Tagen anstehen. Der Mitarbeiter bekommt von alle dem nichts mit und benötigt nur einen Handscanner, um die für ihn wichtigen Bearbeitungsschritte auf dem Monitor angezeigt zu bekommen.“

Sekundärzeiten innerhalb der Kommissionierung senken

Die Arbeitstische wurden im Rahmen des Entwicklungsprozesses von Hüdig + Rocholz optimiert, insbesondere unter ergonomischen Aspekten. Ausreichende Arbeitsflächen, sortierte Materialbereitstellungsmöglichkeiten (etwa für Bügel oder Etiketten) und Einrichtungen zur Abfalltrennung wurden berücksichtigt und tragen dazu bei, Sekundärzeiten innerhalb der Kommissionierung signifikant zu senken. Erreicht wird dies vor allem durch die Anpassungsfähigkeit des eingesetzten System-Flex-Arbeitstisches. „Jede Mitarbeiterin hat die Möglichkeit, den Arbeitsplatz mit wenigen Handgriffen an sich und den Prozess anzupassen. Das erhöht zusätzlich auch die Akzeptanz“ ergänzt Ralph Roth, Geschäftsführer von Hüdig + Rocholz.

Neben der Reduzierung von Sekundärzeiten während der Kommissionierung lassen sich durch die Digitalisierung des Prozesses auch erstmalig Kennzahlen erzeugen. Administratoren erhalten durch ein Monitoring Informationen zum aktuellen Tagesgeschehen, zur Auslastung von Arbeitsplätzen und zum Prozessgeschehen einzelner Artikel. Somit trägt das System dazu bei, Auslastungsspitzen frühzeitig zu erkennen, eine optimale Personalplanung durchführen zu können und den gesamten Supply Chain zu verbessern.

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