Kemapack bietet nachhaltige Verpackungslösungen

Redaktion,

„Nur sicher transportierte Ware steigert die Ökobilanz der Supply Chain“

Verpackungen schützen Waren und erleichtern deren Transport. So weit, so gut. Ansonsten werden sie aber kaum beachtet. Dass sich ein zweiter Blick auf Verpackungstechnik durchaus lohnt, beweist Kemapack-Geschäftsführer Reinhard Scheuermann im Interview.

Kemapack-Geschäftsführer Reinhard Scheuermann: „Verpackungen sind dann besonders ökologisch, wenn sie die Ware so gut schützen, dass sie unbeschädigt beim Empfänger eintrifft.“ © Kemapack

Herr Scheuermann – Ihr Unternehmen hat sich auf die Themen Umreifen, Stretchen und Kantenschutz spezialisiert. Ganz ehrlich: Das sind Bereiche, die auf dem ersten Blick nicht wirklich spannend klingen. Täuscht dieser Eindruck?

Scheuermann (lächelnd): Mit dieser Ansicht liegen Sie in der Tat völlig falsch. Im Gegenteil. Wir bewegen uns in einem sehr innovativen Umfeld und beschäftigen uns bei Kemapack bereits sehr lange sehr intensiv mit den Themen Effizienz, Nachhaltigkeit, Ergonomie, Kosten und Digitalisierung. Nicht umsonst wurden wir gerade eben zum zweiten Mal von einer unabhängigen Fachjury als TOP 100-Innovator 2022 ausgezeichnet. Also mit einem Preis, den nachweislich nur Unternehmen mit einem positiven Innovationsmanagement und entsprechenden Innovationserfolgen erhalten. Diese Auszeichnung ist für uns immens wichtig. Schließlich erhalten wir damit von kompetenter Stelle die Bestätigung, dass wir mit unseren Optimierungsprozessen auf dem richtigen Weg sind. An diesen zukunftsorientierten Lösungen arbeitet das gesamte Kemapack-Team tagtäglich mit dem Ziel, unseren Kunden noch mehr Service sowie ein gesteigertes Einkaufs- und Serviceerlebnis bieten zu können.

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Das klingt vielversprechend. Sie haben mit Ihrer Antwort einige sehr aktuelle und darüber hinaus sehr wichtige Schlagwörter geliefert. Bleiben wir doch zunächst einmal bei der Nachhaltigkeit. Welche Möglichkeiten bieten Sie Ihren Kunden, die ihre Transporte nachhaltiger gestalten wollen?

Scheuermann: Sehen Sie, eine Verpackung – oder fachlich ausgedrückt die Ladeeinheitensicherung - verfolgt in erster Linie das Ziel, Waren während der Lagerung oder auf ihrem Weg zum Empfänger zu schützen. Dafür müssen wir geeignete Verpackungssysteme anbieten. Denn sollte das Transportgut während des Transports beschädigt oder zerstört werden, muss es nicht nur entsorgt, sondern meist auch erneut gesendet werden. Dadurch entstehen unnötige Transportwege. Im Ergebnis und im Umkehrschluss bedeutet dies: Eine wirklich gute Verpackung leistet auch immer einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Ökobilanz. Ich möchte in meiner Antwort aber noch weitergehen. Nehmen Sie beispielsweise den Transport von chemischen oder pharmazeutischen Gütern. Sollte da während des Transports etwas schief gehen und die Verpackung versagen, entstehen neben teils sehr hohe Kosten auch Gefahren für die Umwelt. Denn ausgelaufene Chemikalien können bekanntlich zu einem sehr großen Umweltproblem werden und die Folgen entsprechend kostspielig.

Das leuchtet ein. Was jedoch bleibt ist die weit verbreitete Ansicht, die Verpackung selber schade dem Klimaschutz. Schließlich muss das Verpackungsmaterial, das ja meist aus Kunststoff besteht, nach dem Transport irgendwie entsorgt werden. Haben Sie auch dafür entsprechende Lösungen im Köcher?

Scheuermann: Ja, da fallen mir auf Anhieb einige Beispiele ein. Nehmen wir aber exemplarisch den Bereich des Stretchens. In diesem Sektor haben wir Maschinen im Programm, welche eine höhere Zugkraft bereitstellen. Diese Maschine können sehr hochwertige Folien wesentlich straffer um die zu verpackende Ware ziehen. Das spart auf der einen Seite etwa 30 Prozent Material ein, also Kunststoff in Form von Stretchfolie. Das ist aus meiner Sicht ein beachtlicher Wert, der die Ökobilanz ebenso wie den Wirtschaftlichkeitsgrad dieser Verpackungsart erheblich verbessert. Gleichzeitig wird aber auch die Stabilität der gepackten Ladungsträger durch die straffere Wicklung deutlich erhöht. Damit steigt die Sicherheit, dass die Ware auch schadensfrei beim Empfänger eintrifft. Und damit sind wir wieder bei meiner ersten Antwort: Verpackungen sind dann besonders ökologisch, wenn sie die Ware so gut schützen, dass sie unbeschädigt beim Empfänger eintrifft.

30 Prozent Einsparpotenzial bei den Kunststoffen kling sehr gut. Das bringt mich zu einem neuen Thema: Wie sieht es denn aus mit der Substitution von Kunststoffen durch andere Materialien?

Scheuermann: Bei dieser Frage bin ich sehr zwiegespalten. Natürlich macht es auf den ersten Blick Sinn, wenn wir auf Kunststoffe beispielsweise beim Füll- und Polstermaterial verzichten und durch ökologischere Materialien, wie beispielsweise Papier, ersetzen würden. Dies würden wir auch sehr gerne machen. Warum dies nicht immer sinnvoll ist, möchte ich Ihnen gerne anhand eines Beispiels erläutern: Wenn wir Papier als Füll- und Dämmmaterial nehmen, dann kann es bei einem schweren Elektromotor maximal den ersten Sturz erfolgreich abfedern. Anschließend ist das Material – im Gegensatz zum Luftkissenbeutel aus Kunststoff - platt und puffert keine weiteren Stöße mehr ab. Wenn dieser meist sehr wertvolle Motor während seines Transports gleich mehrfach aufstößt, wird er seinen Empfänger sehr wahrscheinlich im defekten Zustand erreichen. Jetzt schließt sich der Kreis wieder. Ein defektes Gerät muss ersetzt und meistens neu geliefert werden. Bei dieser Betrachtung schneidet die Luftkissenfolie in der CO2-Bilanz also deutlich besser ab als die Papierpolsterung. Hinzu kommt, dass sich das Kunststoffmaterial problemlos mehrfach benutzen lässt.

Jetzt haben wir sehr viel darüber erfahren, welche Möglichkeiten Sie Ihren Kunden bieten, die ökologisch handeln wollen. Wie sieht es mit dem Klimaschutz denn in Ihrem eigenen Betrieb aus?

Scheuermann: Tatsächlich sind wir schon seit sehr vielen Jahren – lange bevor das Thema so intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert wurde – ökologisch ausgerichtet. Selbstverständlich sammeln wir Regenwasser für unser Brauchwasser, fahren elektrisch angetriebene Servicefahrzeuge, haben auf präsenzbasierte LED-Beleuchtung umgestellt und beziehen große Teile unseres Strombedarfs aus unserer Photovoltaik-Anlage. Darüber hinaus warten wir viele unserer verkauften Maschinen aus der Ferne. Das bedeutet, dass unsere Monteure von unserer Zentrale in Landsberg aus versuchen, Fehler zu diagnostizieren. Dadurch erreichen wir im Störungsfall nicht nur einen zeitlichen Vorsprung, sondern sparen aufgrund der entfallenden Fahrten auch noch sehr viel CO2 ein.

Herr Scheuermann, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Über Kemapack: Die Kemapack GmbH mit Zentrale in Landsberg am Lech und Verkaufsbüros in Bamberg und Appenzell (Ostschweiz) ist ein Unternehmen in der Verpackungsbranche und spezialisiert auf die Themen Umreifen, Stretchen und Kantenschutz.

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