Habeck auf der Hannover Messe

Daniel Schilling,

Technologien für die Energiewende

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck reiste mit vollem Terminkalender zur Hannover Messe. Höhepunkte waren die Konferenz „Renewable Dialogue – North Sea Energy Hub“ und der traditionelle Messerundgang; diesmal auch mit einem Schwerpunkt bei den Start-ups.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck interessierte sich nicht nur für nachhaltige Energietechnik, sondern auch für KI und Robotik. Hier mit Delta-Robotern am Stand von Turck in Halle 9. © Deutsche Messe/Rainer Jensen

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, absolvierte auf der diesjährigen Hannover Messe ein volles Programm und zeigte sich im persönlichen Gespräch mit den Unternehmerinnen und Unternehmern an den einzelnen Stationen hochinteressiert an den Lösungen. Der Grünen-Spitzenpolitiker suchte und fand auf der Veranstaltung das technologische und wirtschaftspolitische Fundament für die angestrebte Energiewende in Deutschland und weltweit.

Kurz nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz die Messe am Montagabend verlassen hatte, stellte Habeck gemeinsam mit der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WVS) weiteren Branchenvertretern die neue Kennzeichnung für klimafreundlichen Stahl vor. Nach einem Besuch des Norwegen-Stands endete der Tag beim Europapolitischen Abend des VDMA und der Deutschen Messe. Früh am nächsten Morgen ging es für Habeck dann bei der Plattform Industrie 4.0 weiter.

Gemeinsame Energiepolitik in der Nordsee

Eine Premiere in Hannover war die Konferenz „Renewable Dialogue – North Sea Energy Hub“ am 23. April, auf der Politiker und Experten aus Deutschland und dem Partnerland Norwegen über die Energiewende mit Fokus auf politische Rahmenbedingungen sowie technologische Entwicklungen und Anwendungen diskutierten. Der Renewable Dialogue ist eine Initiative des Landes Niedersachsen und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in Kooperation mit der Deutschen Messe.
In seinem Impulsvortrag präsentierte der Bundeswirtschaftsminister den derzeitigen Stand der Energiewende als Erfolg und wies darauf hin, dass Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie ohne größere Probleme bei der Versorgung durchgeführt habe. Die Probleme, so Habeck, lägen bei der Versorgung mit fossilen Ressourcen; nicht bei der Elektrizität.

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Norwegens besondere Rolle

Ein besonderer Dank galt einmal mehr den norwegischen Partnern, die mit Energieminister Terje Aasland auch auf der Konferenz vertreten waren. Norwegen kommt eine wichtige Rolle beim Übergang zu klimaneutralen Energiequellen zu. Das Land ist technologisch führend beim Thema „Blauer Wasserstoff“. Dabei entstehen zwar CO2-Emissionen, diese gelangen aber durch Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) nicht in die Atmosphäre. Das Verfahren gilt als wichtige Brückentechnologie auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Im Ergebnis der Konferenz steht eine engere Vernetzung von deutschen und norwegischen Institutionen und Unternehmen, zu der auch einige Absichtserklärungen auf der Konferenzbühne unterzeichnet wurden.

Innovationen am Stand

Gleich die erste Station der traditionellen Standtour des Ministers griff das Thema CCS noch einmal auf: Der Automatisierungsspezialist Bosch Rexroth demonstriert an seinem Stand in Halle 6, wie CCS funktioniert, und zeigte dem interessierten Minister die notwendigen kompakten Pumpen zum Verpressen des abgeschiedenen CO2 im Meeresboden aus dem eigenen Angebot.

Praktische Fähigkeiten waren am Turck-Stand in Halle 9 gefragt: Die Automatisierer ließen Robert Habeck einen Roboter durch ein Portal steuern. Bei Pilz ein paar Stände weiter empfingen die Vorstände des Familienunternehmens, Susanne Kunschert und ihr Bruder Thomas Pilz, den Minister mit dem Thema Security und berichteten über die schwere Cyberattacke, die ihr Unternehmen im Oktober 2019 überstehen musste – ohne den kriminellen Angreifern Lösegeld zu bezahlen. Die Lösungen zur industriellen Sicherheit, die auch aus dieser Erfahrung heraus entstanden, konnte Habeck am Stand testen.

Das Thema künstliche Intelligenz stand am Stand von Pepperl+Fuchs einige Meter weiter im Mittelpunkt; wie schon der Bundeskanzler am Vortag konnte auch Habeck den Einsatz von KI zur Anlagensteuerung und -sicherung ausprobieren. KI kommt bei Pepperl+Fuchs aber auch zum Einsatz, um die umfassenden Dokumentationspflichten zu erfüllen, unter denen der deutsche Mittelstand ächzt. Eine deutliche Botschaft an den Minister.

In Halle 11 warteten mit Lapp und Harting zwei klassische mittelständische Familienunternehmen auf den Besucher. Lapp zeigte, dass sich Reste der Maispflanze genauso gut als Grundstoffe für Kabelummantelungen eigenen wie erdölbasierte. Am Harting-Stand ging es dann passend um die Steckertechnologie. Zum Abschluss seines Rundganges machte Habeck dann Station bei den Start-ups auf der Messe und ermutigte die jungen Entrepreneure.

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