Stapler & Komponenten

Die Zeichen stehen auf grün in Irland

Großer Bahnhof im beschaulichen ländlichen Irland: Am 23. April feierte der Flurförderzeughersteller Combilift nicht nur seinen 20. Geburtstag, sondern eröffnete am gleichen Tag auch noch die Erweiterung seiner Produktionsstätte. Geschäftsführer und Co-Founder Martin McVicar hatte viel zu tun an dem Tag und verkündete beeindruckende Zahlen.

Irlands Premierminister Leo Varadkar
Offiziell: Irlands Premierminister Leo Varadkar durchschnitt das symbolische grüne Band. Fotos (3): Combilift

So wird Combilift, Erfinder des durch einen Verbrennungsmotor angetriebenen Vierwegestaplers, nach der 2015 begonnenen und nun offziell eröffneten 50-Millionen-Euro-Erweiterung pro Jahr im Einschichtbetrieb in der ingesamt rund 46.500 Quadratmeter großen Produktionstätte bis zu 10.000 Fahrzeuge produzieren. Zuvor waren es 5.000 Fahrzeuge. Die Mitarbeiterzahl soll in den kommenden Jahren von 550 auf 750 steigen, auch beim Umsatz von aktuell 230 Millionen Euro werden entsprechend Steigerungen erwartet.

Individualanfertigungen
Handarbeit: Nachdem die Fahrzeuge von Combilift meist Individualanfertigungen sind, wird viel per Hand geschweißt.

Zahlen, die auch in jedem anderen europäischen Land Eindruck machen würden, und so war es kein Wunder, dass am 23. April auch der irische Ministerpräsident Leo Varadkar sein geliebtes Dublin verließ und einen seiner eher seltenen Besuche auf dem Land machte. In Monaghan erwarteten ihn neben Firmenmitarbeitern auch Kunden, Händler, Lokalpolitiker und Journalisten aus zahlreichen Ländern. Nach kurzer Rede wurde das obligatorische Band (hier in landestypischem Grün) zerschnitten und Varadkar verewigte sich zudem am Eingang des Unternehmens auf einer Gedenktafel. Ausgiebige Firmenführungen mit äußerst freundlichen und motivierten Mitarbeitern („This is your factory today, ask whatever you want“ – „Heute gehört die Firma Ihnen, fragen Sie, was immer Sie interessiert“) und ein Festabend mit landestypischer Folklore und humorvollen Blicken auf die ersten Jahre des Unternehmens, als McVicar Zeichnungen verkaufte, die später zu Produkten wurden, rundeten die Einweihungsfeier ab.

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Produktion von Combilift
Alles schick am großen Tag: Blick in die aufgeräumte Produktion von Combilift in Monaghan. Foto: Martin Schrüfer

Man muss kein Experte für irische Wirtschaftspolitik sein, um einschätzen zu können, welchen Segen für den Arbeitsmarkt ein einheimisches Unternehmen wie Combilift bedeutet. Und zumindest in Monaghan hat der Kollege Roboter bei der Produktion der Flurförderzeuge noch nicht viel zu melden: Combilift agiert relativ konservativ, schweißt händisch und auch die Existenz von vier festen Fertigungsstraßen weist den Weg zu einer eher tradionellen Produktionsweise. Gemäß dem Wahlspruch „The best design is simple design“ sind die Geräte zweckmäßig gehalten, Hochglanz und High-End-Features liefern andere Hersteller, die aber eher in der Massenproduktion verortet sind.

Produktion von Combilift
Knapp 50.000 Quadratmeter Fläche fasst die erweiterte Produktion von Combilift.

Individuelle Lösungen für den Warentransport

Firmenchef McVicar

nennt das Konzept von Combilift entsprechend eine „mass production of customized products“, denn man darf nicht vergessen, dass Fahrzeuge von Combilift eher selten ganze Flotten im Lager bilden, sondern für sehr spezielle Anwendungen eine individuelle Warentransportlösung ermöglichen – vom Langgutstapler bis zum haushohen Straddle-Carrier für Container. Mit einem Anteil von rund 10 Prozent am Umsatz ist die Handarbeit auch wirtschaftlich darstellbar, führt McVicar im Gespräch mit Journalisten aus. Auch die Transportkosten, die auf den Verkaufspreis eines Combilifts gerechnet bei rund drei Prozent liegen, sprechen nicht gegen den Standort in der Mitte der Insel, fernab von Flughäfen oder Häfen. Neben dem Vorteil des „Made in Ireland“ setzt Combilift auch auf die Innovationskraft und Kreativität der eigenen Ingenieure. Sieben Prozent des Umsatzes werden für Forschung und Entwicklung ausgegeben und im Schnitt alle sechs Monate die Produktpalette um ein neues Modell erweitert.

Umsatzanteile unterliegen einer Veränderung

Aktuell generiert Combilift den Großteil seines Umsatzes mit Fahrzeugen für das Handling von Langgütern (55 Prozent), die Warehouse-Trucks tragen 30 Prozent und die Heavy-Load-Produktschiene 15 Prozent bei. Diese Werte sollen sich innerhalb der kommenden fünf Jahre massiv ändern: Dann erwartet McVickar den Anteil der Warehouse-Trucks bei 50 Prozent, Langgüter-Handling bei 30 und Heavy Load bei 20 Prozent.

Die Zeichen stehen also auf grün in Irland, im eigentlichen wie tatsächlichen Sinne. Man darf gespannt sein, wo die Reise für das Unternehmen, deren Gründer Robert Moffett und Martin McVicar im Jahr eins seiner Existenz ganze acht Geräte verkaufte (bis dato kamen weitere 37.992 hinzu, die in 85 Länder verkauft wurden), noch führen wird.

Martin Schrüfer

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