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Artikel und Hintergründe zum Thema

Lagerautomatisierung

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Robotiklösung: Aus eigener Kraft hoch hinaus

Beobachtet man die autonomen Skypod-Roboter von Exotec bei ihrer Arbeit, drängt sich der Vergleich zum Saugroboter, der daheim unauffällig, aber wirksam in seiner Reinigungsmission durch Küche, Flur und Kinderzimmer fegt, geradezu auf. Aber nur bis zu dem Moment, da der Skypod-Roboter ohne große Vorbereitung mit dem Kraxeln anfängt.

Versierte Kletterer: Die Skypod-Roboter von Exotec erklimmen Regale bis zu 12 Meter hoch, um Kleinladungsträger abzuholen oder abzuliefern © Exotec

Während die beliebte Haushaltshilfe schon an der ersten Treppenstufe ihrer Höhenangst erliegt, benutzt der Skypod-Roboter seine seitlichen Arme. Bis zu 12 Meter klettern Skypod-Roboter die Regale hinauf, holen Kleinladungsträger ab oder bringen welche zurück. Dann wieder runter, los geht’s zur Packstation, wo ein Kommissionierer die bestellte Ware aus der Kiste nimmt und den Roboter zurückschickt, damit der den KLT wieder im Regal verstaut. Bei einer Geschwindigkeit von 4 Metern pro Sekunde schultern die Roboter bis zu 30 Kilogramm schwere Kleinladungsträger.
Kerngeschäft Logistik

„Dass sich Roboter in der Horizontalen bewegen, ist für die meisten keine Sensation mehr“, sagt Markus Schlotter, Managing Director Exotec Central Europe. „Aber dieses Klettern aus eigener Kraft, das imponiert den Leuten.“ Die autonomen Skypod-Roboter wuselten auch schon auf der LogiMAT bei Exotec über den Messestand. Auf der einen Seite freut sich Schlotter über die Aufmerksamkeit, die seinen Freeclimbern zuteil wird. Aber manchmal kommt er auch ins Grübeln: „Hoffentlich sehen die Leute nicht nur die Artistik, sondern den Nutzen, den das Skypod-System als Ganzes bringt.“ Dann lacht er: „Unser Kerngeschäft ist schließlich die Logistik und nicht der Zirkus.“

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Das Skypod-System kommt mittlerweile weltweit in mehr als 100 Kommissionierlagern von Unternehmen in allen möglichen Branchen zu Einsatz: Online-Handel, Pharma, Automobilzulieferer, 3PL, um nur einige zu nennen. Wirtschaftlich besonders interessant wird das Skypod-System für Logistikanlagen mit 3.000 Lagerplätzen und ab 250 Kommissionieraufträgen pro Stunde. Nach oben sind der Systemgröße keine Grenzen gesetzt: Ein Bekleidungsspezialist in Japan betreibt ein Exotec-Lager, das auf 12.000 Kommissionieraufträge pro Stunde kommt.

Kurzfristige Verstärkung durchzusätzliche ­Skypod-Roboter

Das automatische Lager- und Kommissionierungssystem von Exotec arbeitet in einem Temperaturbereich von 0 bis 40 °C. © Exotec

Herzstück sind die vertikal wie horizontal flinken Skypod-Roboter. Die meisten Exotec-Lager setzen davon je nach Größe und Auftragsvolumen 50 bis 100 Stück ein, manchmal auch deutlich mehr. Als Faustregel gilt: Je 1.000 Orderlines pro Stunde sollte man 35 Roboter einplanen. Dabei ist die Anzahl der Roboter im Lager flexibel. In Peakzeiten verstärken schnell mal 10 oder 20 Prozent mehr Skypod-Roboter das mobile Team. Die Ersatzmaschinen werden innerhalb weniger Minuten in den laufenden Betrieb integriert. Lager, die keinen Extra-Fundus an Skypod-Robotern vorhalten, können die Roboter auch mieten, um saisonale Schwankungen im Betrieb flexibel abzufangen.

Fördersystem: Schneller Aufbau dank vorverkabelter Förderelemente

Zur Ergänzung der Roboterflotte hat Exotec 2023 das Fördersystem Skypath ins Skypod-System aufgenommen. Der Aufbau erfolgt per Plug and Play. Dazu werden Förderelemente, wie zum Beispiel Geraden, Kurven, oder Ausschleuser, wie bei einer Modelleisenbahn ineinandergesteckt. Die Elemente gibt es in verschiedenen Höhen von 280 bis 1.500 Millimeter. Bei Konstruktionen mit mehreren Ebenen geht es bis zu 4,50 Meter nach oben. Das Layout des Fördersystems ist schnell erstellt: per Drag-and-Drop-3D-Layoutdesign.

Die Komponenten werden betriebsfähig im Lager angeliefert, eine Programmierung vor Ort ist nicht erforderlich. Kabel, Sensoren und Lichtschranken sind werkseitig vorinstalliert. Laut Anbieter reichen Normalfall 200 Arbeitsstunden, um 500  Meter Fördersystem fertig zu installieren. Dem Prinzip der einfachen Skalierbarkeit folgt auch das Regalsystem für die Kleinladungsträger. So lange noch Platzreserven im Lager vorhanden sind, können zusätzliche Regalreihen aufgestellt werden, ohne dass laufende Kommissionierprozesse gestört oder gar unterbrochen werden.

Für die Steuerung des Skypod-Systems setzt Exotec seine Software Deepsky ein. Sie berechnet unter anderem die Routen und koordiniert die Fahrwege der Lagerroboter so, dass sie stets den kürzesten Weg nutzen. Deepsky steuert darüber hinaus auch externe Automatisierungselemente wie etwa Kartonaufsteller und Etikettiersysteme.

Parzellierte Boxen aus recyceltem Kunststoff

Die Behälter und Trays aus recyceltem Kunststoff liefert Exotec ebenfalls. Die Tray-Option bietet den Vorteil, dass der Inhalt vieler Kartons im Wareneingang nicht erst auf Kunststoffboxen verteilt werden muss. Stattdessen werden die Kartons der Lieferanten lediglich geöffnet und dann direkt ins Lager gebracht. Die Boxen sind in drei Höhen lieferbar (220, 320 und 420 mm). Herausnehmbare Trennwände unterteilen die Behälter je nach individueller Anforderung in zwei, drei, vier, sechs oder acht Parzellen.

An den Packstationen übernehmen Lagermitarbeiter den weiteren Kommissionierprozess. Dazu kommen die Skypod-Roboter über eine Rampe den Menschen entgegen. Sie brauchen sich nicht zu bücken, um den KLT die Waren zu entnehmen. Um die Effizienz der Kommissionierer zu erhöhen, statten viele Lager die Packstationen mit Order Movern aus. Ein Fördersystem liefert leere Versandkartons an, die Kommissionierer befüllen bis zu vier gleichzeitig. Sobald ein Auftrag erledigt ist, wird der Karton weiterbefördert und später – je nach Lagerausstattung – automatisch gewogen und verschlossen. Den leeren Platz füllt der Order Mover sofort wieder auf. So geraten die Kommissionierprozesse auch dann nicht ins Stocken, wenn es saisonbedingt im Lager hoch hergeht.

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