Alternative zu eigenen Ladungsträgern

Martin Schrüfer,

Entspannt die Pool-Vorteile nutzen

Paletten-Pools können eine lohnende Alternative zu eigenen Ladungsträgern sein. Wo genau die Vorteile der offenen und geschlossenen Pools liegen und für welche Branchen sie besonders prädestiniert sind, erläutern führende Anbieter.

EPAL: Paletten-Tausch sichert den Materialfluss

„500 Mio. Paletten machen uns zum weltweit größten offenen Tauschsystem“ Martin Leibrandt, Chief Executive Officer der EPAL © Epal

„Der offene Europaletten-Tauschpool bietet Verwendern aus allen Branchen die flächendeckende Versorgung mit hochwertigen Ladungsträgern und vereinfacht die Logistik für Industrie, Handel und Speditionsbetriebe“, erklärt Martin Leibrandt, Chief Executive Officer der EPAL: „Strenge, unabhängige Qualitätskontrollen bei den lizenzierten Produktions- und Reparaturbetrieben sichern die einheitliche Qualität und sorgen für störungsfreien Materialfluss in der nationalen und internationalen Logistikkette von der Beschaffung bis zur maschinengesteuerten Intralogistik und dem anspruchsvollen Einsatz in Hochregallagern. Das etablierte Tauschsystem minimiert den Aufwand für alle Beteiligten. Es spart Zeit, steigert die Effizienz und schont die Umwelt: Sowohl das aufwendige Umladen der Ware als auch der kostenintensive Rücktransport von leeren Paletten entfallen. Verwender profitieren von diesem praxisorientierten System und haben es mit rund 500 Millionen Europaletten zum weltweit größten offenen Paletten-Tauschsystem wachsen lassen. Genutzt wird es von allen Branchen aus Industrie und Handel, für die die uneingeschränkte Tauschfähigkeit der Europaletten maximale Effizienz in der Wertschöpfungskette bedeutet. Für spezielle Anforderungen stehen Halbpaletten und Gitterboxen zur Verfügung. Neuentwicklungen wie die RFID-Palette sorgen für einen Innovationsschub und revolutionieren den Materialfluss.

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Schenker: Viele mögliche Antworten

„Mehrweg: Ja – bitte da, wo es sinnvoll ist“ Michael Gieck, Schenker

Einweg oder Mehrweg? Viele Experten haben laut Michael Gieck, Leiter der Geschäftsstelle Lademittel, Trading & Leasing bei Schenker, schon versucht – unter anderem mithilfe von Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Öko-Bilanzen –, die richtige Antwort auf diese Frage zu geben: „Richtig gelungen ist es selten. Der Grund dafür ist, dass es nicht die EINE richtige Antwort gibt. Vielmehr sind die Gegebenheiten individuell zu betrachten. So spielen Entfernung, Volumen, Streuung, Anzahl Beteiligter sowie Dienstleister, Art des Ladungsträgers und vieles mehr eine Rolle. Ökologisch und ökonomisch sinnvoll kann man einen Mehrweg- Pool in der Regel dann betreiben, wenn sich möglichst viele an diesem Kreislauf beteiligen. Dazu ist es notwendig, dass ein professioneller Dienstleister zwischengeschaltet ist. Dieser Dienstleister trägt mit einem entsprechendem Netzwerk, seiner IT-Infrastruktur und gebotener Qualität einen erheblichen Anteil am Erfolg des Pools bei. So erreichen wir beispielsweise bei Schenker durch unser enges geographisches Netzwerk von 50 Standorten innerhalb Deutschlands sowie der durchgängigen und einheitlichen EDV-Vernetzung eine hohe Wirtschaftlichkeit beim Betrieb diverser Mehrweg-Pools – und das bei einem gleichzeitigen Umweltbeitrag! Kurze Wege vom und zum Depot bedeuten sowohl niedrige Kosten als auch wenig CO2-Belastung.“

Paki: Leerfahrten vermeiden

„Ein Vorteil des Systems ist die webbasierte und tagesaktuelle Kontoführung“ Séverine Buchholz, Paki

„Wir unterscheiden im Markt zwischen der tauschfähigen Europalette und der Eigentumspalette“, erläutert Séverine Buchholz, Marketing Managerin bei Paki: „Anwender aus der gesamten Supply Chain setzen die tauschfähige Europalette für ihre Warenströme ein. 500 Mio. Exemplare machen aus ihr Europas wohl meistgenutzte Palette. Dienstleister wie die Paki Logistics GmbH koordinieren die Bedarfe unter den Nutzern – mit dem Ziel, unnötige Fahrten mit leeren Paletten zu vermeiden und somit Kosten zu reduzieren. Je mehr Nutzer beteiligt sind, desto nachhaltiger und effizienter wird das System. Paki-Kunden können überall in Europa über Paletten in der für sie richtigen Qualität verfügen und dort zurückgeben, wo sie nicht mehr benötigt werden. Paki bietet unterschiedliche Qualitäten für unterschiedliche Anforderungen an. Besonders bei Industriekunden werden höherwertige Qualitäten häufig nachgefragt. Aber nicht nur Industriekunden und der Handel verlassen sich auf unsere Dienstleistung, sondern auch vor allem Speditionen und Logistikunternehmen. Diese nutzen unser Netzwerk, um Imbalancen auszugleichen. Überall in Europa können über das dichte Paki-Netzwerk Europaletten geladen oder zurückgegeben werden. Unnötige Fahrten mit leeren Paletten werden vermieden und somit Millionen von Fahrkilometern eingespart. Ein weiterer Vorteil dieses Systems ist die webbasierte und tagesaktuelle Kontoführung. Fehlbestände werden ausgeschlossen; Neuanschaffungen oder Ersatzbeschaffungen entfallen und Kapital bleibt frei. Ebenso reduzieren die Kunden ihren Verwaltungsaufwand, da die Dokumentabwicklung beim Tausch von Paletten oder von Palettenscheinen komplett vom Dienstleister übernommen wird.“

Rotom: Kosten runter

„Auch ein kompletter Pooling-Service ist möglich“ Toine Domensino, Rotom

2Return ist laut Toine Domensino, Managing Director bei Rotom, ein Logistikanbieter, der sich auf das Management von Ladungsträgern aller Art spezialisiert hat: „2Return bedient Unternehmen in allen Industriesektoren für Einzelkunden oder Konzerne. Das Hauptziel ist es, die Gesamtbetriebskosten zu reduzieren, die Qualität der eingesetzten Ladungsträger zu sichern und die Nachhaltigkeit der Lieferkette zu verbessern. 2Return ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Rotom Europe, die das Pooling ihrer Partner übernimmt und im Bereich von Verpackungsrücknahmen tätig ist. Der Service beinhaltet die Rücknahme von Ladungsträgern, nachdem diese für den Warentransport verwendet wurde. Anhand der Versanddaten (Warenlieferung) werden die Ladungsträger bei den Lieferadressen abgeholt und zum nächstgelegenen Service-Zentrum transportiert. Die Ladungsträger werden geprüft, ausgebessert und zur Wiederverwendung bereitgestellt. Das sogenannte „Palletbanking“ ist eine spezielle Anwendung für lange Transportwege. Standardpaletten können in einem Land entladen und im anderen Land abgeholt werden. Eingeschlossen ist die komplette Verwaltung mit der Webportal-Funktion. Bei diesem Service werden alle Ladungsträger gesammelt. Die Artikel werden in unseren Depots bevorratet, auf Wunsch geliefert und nach der Verwendung an das Depot zurückgegeben. Der Service gilt für alle Ladungsträger, die sich im Eigentum des Kunden befinden oder von ihm gemietet wurden. Für bestimmte Artikel des Rotom-Portfolios, bietet 2Return einen kompletten Pooling-Service, ohne dass der Kunde die Artikel übernehmen muss.“

Craemer: Immer neue Anwender

„Outsourcing und Nachhaltigkeit sind weiterhin im Trend“ Thomas Göbel, Craemer

Mit der Ausweitung der Qualitätsstandards in Europa steigt laut Thomas Göbel, Vertriebsleiter Kunststoff P/B bei Craemer, auch die Nachfrage nach zukunftsfähigen Konzepten für ein transparentes, effizientes und nachhaltiges Palettenmanagement: „Immer mehr Unternehmen lagern dabei die Steuerung ihrer Ladungsträger an externe Palettendienstleister aus, die das komplette Palettenhandling professionell übernehmen. Craemer Kunststoffpaletten sind sowohl für den Einsatz im Hochregallager oder auf automatisierten Fördersystemen geeignet und in zahlreichen Anwendungen in Industrie und Handel zu finden. Kontinuierlich kommen neue Anwenderkreise hinzu. Gerade im Bereich der Pool- und Logistikdienstleistungen spielt neben technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten das Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Und das sowohl in ökonomischer wie ökologischer Sicht. Der Kunde erwartet heute nachhaltiges Handeln auf allen Ebenen, dazu zählen auch Effizienz bei Transport und Logistik oder die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter. Hochwertige Kunststofflösungen haben da einfach die besseren Argumente und passen auch in das Gesamtumfeld. Für diese Marktanforderung bietet Craemer neben den Paletten der CR- und H-Familie auch die Halbpalette ECOmax an. Sie alle stehen für höchste Wirtschaftlichkeit und Effizienz bei der Vermietung, da sie besonders häufig, lange und zuverlässig eingesetzt werden können. Nicht ohne Grund setzen erfolgreiche Pool-Dienstleister wie Chep oder Contraload seit Jahren auf die Ladungsträger von Craemer.“

Falkenhahn: Fokus RFID

„RFID bringt der Logistik einen erheblichen Nutzen“ Markus Falkenhahn, Falkenhahn

Laut Marcus Falkenhahn von der Falkenhahn AG kommt es beim Pool vor allem auf die Dokumentation der Ladungsträger an: „Die alltäglichen Fragen bei Kommissionierung und Warenausgang lautet: Die letzte Palette mit Termingut muss verladen werden. Findet sie der neue Staplerfahrer, der die Lagerstruktur noch nicht kennt? An welcher Rampe muss sie verladen werden? Ist sichergestellt, dass die richtige Ladung auf dem richtigen Lkw ist? Mit intelligenten RFID-Paletten und Lesegeräten können alle Fragen sofort beantwortet werden. RFID wird heute bereits in vielen Unternehmen in der Logistik eingesetzt oder geprüft – aber nicht nur bei den umfangreichen Warenströme der Handelsketten und den durchrationalisierten Lieferketten von Automobilherstellern. Oft ist der betriebliche Engpass der schnelle Informationsfluss über die Soll-Liefertermine und die tatsächlichen Versandtermine und -details. Auch bei begrenzteren Anwendungen kann RFID erheblichen betrieblichen Nutzen bringen. Gleich, ob ein einzelnes großes Produkt auf der Palette liegt oder eine Menge gleich- oder verschiedenartiger Produkte: die RFID-Transponder in der Palette tragen alle Daten der Einheit von Ladungsträger und Ladung. Das Informationssystem ist dabei extrem unempfindlich bei Kälte und Hitze, bei Feuchtigkeit und auch bei groben mechanischen Beanspruchungen, die in der Logistik nicht selten sind. Dazu gehört auch die Unverlierbarkeit des Transponders, der unsichtbar und gut geschützt in die World-RFID-Palette integriert ist.

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