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Artikel und Hintergründe zum Thema

Kolumne: Was Würmser wurmt

Anita Würmser,

Bullshit Bingo

Fliegen Ihnen auch manchmal völlig sinnfreie Aussagen um die Ohren? Management Attention, Guiding Principles, Nutzwertfokus und ähnlich inhaltsleeres Zeug? Eine gewisse Vorreiterreiterrolle kann man der Automobilindustrie auch diesbezüglich nicht absprechen. Da werden Ressourcen in die Commodities gebündelt, Natural Hedging betrieben und Lean Manufacturing zum Enabler für den Built-to-Order-Prozess erklärt. Ganz groß im Kommen: Bottle Necking und Risk Management, wofür man wahlweise auf Task-Forces oder Steering Commitees schwört. Was selbstverständlich alles viel wichtiger klingt, als Teilevielfalt und Durchlaufzeiten zu reduzieren, Lieferanten zu integrieren, oder dass beim Single Sourcing ein Plan B ratsam ist. Kürzlich beim 10. BVL-Branchenforum Automobillogistik in der Münchener BMW-Welt machte sich fast Erleichterung breit, als BMW-Logistik-Vorstand Herbert Diess, doch noch die Urgroßmutter aller logistischen Definitionen aus dem Hut zauberte: "Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Menge und Qualität..."

Anita Würmser schrieb bis Ende 2020 exklusiv in LT-manager die Kolumne „Was Würmser wurmt“. Die Agenturinhaberin und Chefin des IFOY Awards und der Logistics Hall Of Fame hat viel zu sagen – und das nun in materialfluss. © privat

Sollte sich wirklich so wenig getan haben in 30 Jahren Automobillogistik? Außer ein paar neuen Schlagworten für´s Bullshit Bingo, und dass BMW nach der völligen Zerschlagung der Logistik vor einigen Jahren, heute wieder geläutert an dem Punkt angelangt ist, an dem man vor 30 Jahren schon mal war. Damals, als die Münchner als erstes Unternehmen die übergreifende Prozesssicht der Logistik, heute würde man sagen Supply Chain, in einem eigenen Vorstandsressort verankerten. Geht es zwischen Hightech-Produktion und klingenden Worthülsen immer noch um mäßige Planungsqualitäten und kleinliche Machtbefindlichkeiten zwischen den OEMs und ihren Lieferanten und darum, dass die Supply Chain mit viel Glück bis zum ersten Vorlieferanten reicht.

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Das Auto wird sich in den nächsten 20 Jahren stärker verändern, als in den letzten 100 Jahren, sagen die Hersteller. 90 Prozent der Herstellkosten eines Wagens entstehen in der Supply Chain, auch das sagen die Hersteller. Grund genug, der Kommunikationsfähigkeit etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Man müsse die gegenseitigen Ziele auf den Punkt bringen und dann führe nur eine lösungsorientierte Zusammenarbeit dahin.

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