Meinung
Handeln in der Krise
In diesem Herbst steckt alles in der Krise in Deutschland: das Klima, die Wirtschaft, die Politik und der deutsche Fußball – männlich wie weiblich – obendrein. Krise hat im Deutschen meist einen entschieden negativen Beigeschmack: Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Doch das ist nicht der eigentliche Sinn des Wortes. Krise bedeutet eigentlich, dass das Kind auf dem Brunnenrand krabbelt, um im Bild zu bleiben. Sicher, es kann in den Brunnen fallen und ertrinken, aber es kann auch – klüger geworden – wieder auf den Boden zurückklettern und etwas über Alltagsgefahren gelernt haben.
Ein eher abgelegenes Beispiel, aber beim Fußball wird es konkreter: Natürlich können die deutschen Nationalteams bei der nächsten WM schon in der Qualifikationsphase scheitern, aber Bundestrainer und Bundestrainerin haben alle Chancen, das zu verhindern: Mannschaftsaufstellung, Spielstrategie, Trainingseinheiten, alles das lässt sich überdenken und verbessern. Deutschlands Fußball hat alle Mittel, um mit beiden Teams künftig ganz oben mitzuspielen und damit aus der Krise gestärkt hervorzugehen.
Was für Kinder und Fußball gilt, das gilt umso mehr für die deutsche Wirtschaft, die derzeit unter Rezession, Inflation und Auftragsrückgang leidet oder, einfach gesagt, mitten in der Krise steckt. Natürlich kann diese Krise in den Abgrund führen, aber wenn man wie wir Redakteure täglich die Nachrichten aus der Industrie und speziell dem Bereich der Logistik und Intralogistik verfolgt, dann zeichnet sich ein anderes Bild ab: Logistikdienstleister und Maschinenbauer, Spediteure und Softwareentwickler handeln und nutzen in diesem Sinne die Krise als Chance. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, welcher Ideenreichtum und welches Engagement dahinterstecken.
Im Schwerpunkt in dieser Ausgabe betrachten wir speziell die Fördertechnik und stellen Ihnen dazu ausgewählte Innovationen vor, die Unternehmen krisenfester und zukunftsfähiger machen. Förderbänder, die in ein FTS integriert wurden, zum Beispiel oder Sortiertechnik für Förderbänder, die erheblich Platz spart.
Aber auch im Bereich Logistik tut sich viel: In Bremen und Bremerhaven stellen sich die Häfen zum Beispiel auf das neue Transportgut Elektroauto ein. Während ein Softwareunternehmen den Umgang mit Ladungspapieren vereinheitlichen und beschleunigen will.
Deutschlands Wirtschaft wird in zehn Jahren ganz anders aussehen, aber die Chancen stehen gut, dass "anders" umweltfreundlicher, effizienter und menschlicher bedeutet.
Dieser Gedanke hat auch die Konzeption dieser Ausgabe von materialfluss begleitet. Ich hoffe, Sie finden bei der Lektüre interessante Anregungen für Ihr Handeln in der Krise.










