Maßnahmen diskutiert

Martin Schrüfer,

Greening the Fleet im Short Sea Shipping und Binnenschifffahrt

© Hafen Hamburg Marketing

Obwohl die Binnenschifffahrt, der Kurzstreckenseeverkehr und die Fluss-See-Schifffahrt bereits CO2-effizienter im Vergleich zu anderen Transportmitteln sind, gibt es dennoch Potenzial, die europäischen Flotten grüner zu machen.

Während des digitalen Workshops "Greening of Inland Navigation, Short Sea Shipping and River-Sea Shipping" präsentierten und diskutierten sechs hochrangige Vertreter und Vertreterinnen verschiedene Potenziale und Probleme des Sektors und stellten Lösungsansätze vor, die diese Verkehrsträger noch klima- und umweltfreundlicher machen sollen.

In ihrer Keynote-Rede betonte Theresia Hacksteiner, Generalsekretärin der EBU, dass insbesondere die Binnenschifffahrteine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung der EU-Klimaziele spielen muss. Um das volle Potenzial des Sektors zu entfalten, seien jedoch ein starker politischer Rahmen sowie Investitionen von run 47 Mrd. EUR in die Infrastruktur sowie die Erneuerung der Flotten notwendig. In der nächsten Förderpersiode 2021 bis 2027 wurden aber bislang nur 2 Mrd. EUR CEF-Förderung zugesagt. Neben des offensichtlichen Mangels an finanzieller Unterstützung ist weiterhin Zugang zu Forschungsprogrammen notwendig, um Maßnahmen zum nachhaltigen Ausbau der Binnenschiffsflotte zu testen und zu validieren, so Theresia Hacksteiner.

Politische Rahmenbedingungen und Subventionen seien ebenfalls Schlüsselaspekte im Prozess der allgemeinen Energiewende, betonte Saeed Mohebbi, Berater für elektrische Sicherheit und alternative Kraftstoffe bei der schwedischen Transportbehörde. Er verwies auf die Bedeutung von Regulierungen und Richtlinien sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene, um Unternehmen und Behörden bei der Umstellung von fossilen auf alternative Kraftstoffe zu unterstützen.

Für ARKON Shipping, ein mittelständisches Schifffahrtsunternehmen aus Haren/Ems mit Schwerpunkt im europäischen Kurzstreckenseeverkehr, ist laut Projektleiter Werner Plenkmann Methanol der alternative Kraftstoff, auf den man setzen sollte. Die Nachrüstung bestehender Motoren sei bereits heute möglich und reguläres (auch graues) Methanol sei im Vergleich zu anderen alternativen Kraftstoffen wettbewerbsfähig. Ausreichende Verfügbarkeit von grauem Methanol sei bereits vorhanden, eine grüne Methanolwirtschaft werde sich an der steigenden Nachfrage orientieren und graues Methanol in den nächsten Jahren schrittweise ersetzen.

Vor diesem Hintergrund brach Ingvar Landälv, der über mehr als 45 Jahre Erfahrung mit Prozessanlagen auf Basis der Vergasungstechnologie verfügt, die komplexen chemischen Prozesse der Biomethanolproduktion für die Zuhörer herunter und präsentierte eine Liste von Methanolprojekten, die sich derzeit in der Entwicklung befinden. Leider, so stellte er fest, entspricht die auf dem Markt befindliche Menge an grünem Methanol noch nicht der Menge, die tatsächlich benötigt wird, um alle geplanten Projekte abzudecken. Diese sind, wie bereits von Theresia Hacksteiner betont, noch stark von Subventionen abhängig.

Insgesamt sei es nahezu unmöglich vorherzusagen, welche alternativen Kraftstoffe und Technologien am vielversprechendsten seien, sagte Friederike Dahlke-Wallat, Schiffbauingenieurin am Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST). Ihre Beiträge zu den ZKR-Studien zur Energiewende hin zu einer emissionsfreien Binnenschifffahrt zeigen, wie ein zukünftiger alternativer Kraftstoffmix potenziell aussehen könnte, aber in der Realität sei es eine Frage der Kosten und der Infrastruktur. Die beste Option sei jetzt, es von Fall zu Fall zu betrachten und sich der Hindernisse und Herausforderungen bewusst zu werden, die überwunden werden müssen, um die Binnenschifffahrt grüner zu machen, erklärte sie.

Diese Fall-zu-Fall-Strategie unterstreicht auch Benjamin Weinacht, wenn es um die Zertifizierung und Regulierung von alternativen Kraftstoffen geht. Als Geschäftsführer von CMB sieht er ein großes Potenzial in Wasserstoff-Dual-Fuel-Motoren, die ein breites Spektrum an industriellen Anwendungen versprechen, von Schiffen über Züge bis hin zu Stromgeneratoren. CMB hat eine ganze Abteilung (CMB.TECH), die sich mit wasserstoffbetriebener Technologie und Infrastruktur beschäftigt, um die sauberen Kraftstoffe der Zukunft zu produzieren und zu vertreiben. Weinacht betont die Bedeutung der First Mover in diesem Bereich, da sie die Grundlage für eine großflächige Anwendung schaffen. In seinen Worten: "Kleine Schritte schaffen große Erfolge."

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite