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Logistikimmobilien

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Brownfield revitalisiert: Aus alt mach neu

Brachliegende Industriegelände modernisieren und einer neuen gewerblichen Nutzung zuführen – ­die Revitalisierung von Brownfields gewinnt für Projektentwickler von Logistik-, Industrie- und Gewerbe­immobilien an Bedeutung. Ein aufwändiges Unterfangen stellte dabei die Entwicklung des Panattoni Park Würzburg Ost in Dettelbach dar. 576 Tonnen giftige Altlasten mussten im Zuge der Revitalisierung des 16,5 Hektar großen Brownfields beseitigt werden.

Das Brownfield in Dettelbach vor Beginn der Modernisierungsarbeiten. © Panattoni

Entstanden ist ein modernes Green Building, das auf die Anforderungen der neuen Nutzer zugeschnitten ist. Aufgrund der Vornutzung des Geländes durch ein ­Asbestzementwerk und eine Kunststofffabrik war das gesamte Areal stark asbestbelastet. Die Mineralfaser Asbest gilt als krebserregend und war daher mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Hinzu kam ein lokaler Eintrag von

Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW). „Beide Faktoren mussten wir zu Beginn des Projekts berücksichtigen und haben entsprechende Bodenmanagementkonzepte für die Entsorgung entworfen“, erklärt Stefan Bohn, Managing Director bei Panattoni Deutschland. Nachdem die Konzepte mit der zuständigen Behörde in Dettelbach abgestimmt waren, begann der Projektentwickler mit der praktischen Umsetzung.

Aus Asbest-Altlast wird nachhaltiger Frostschutz

Im Rahmen der Baufeldvorbereitung wurden zunächst sichtbare Asbestbruchstücke unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften (Arbeitsschutz, TRGS 519) entfernt. Beim Ein­sammeln der Fragmente trugen die Mitarbeitenden Schutzaus­rüstungen, um eine Kontamination durch hohe Faserkonzentra­tionen zu vermeiden. Die aus dem abgeschobenen Oberboden entstandenen Haufwerke wurden nochmals begutachtet. Bei Haufwerken mit kleinsten Bruchstücken war eine visuelle Unterscheidung nicht mehr möglich, weshalb das Material fach­gerecht entsorgt wurde.

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Das unbebaute Gelände für das Logistikzentrum. © s.Oliver Group

Anschließend bebaute Panattoni die vom Gutachter freigegebenen Baufeldbereiche. Damit verringerte sich gleichzeitig das Risiko einer Freisetzung von Asbestrückständen, da durch die Flächenversiegelung mit der Halle und den Parkplatz­bereichen eine potenzielle Restgefährdung durch Asbestfasern als sehr gering einzustufen ist. In den unversiegelten Bereichen, in denen abgeschobene Haufwerke wieder eingebaut wurden, hat der Projektentwickler eine zusätzliche Bodenschicht auf­getragen, um auch hier ein Gefährdungsrisiko vollständig ausschließen zu können.

Nach der Entsiegelung bewertete Panattoni zudem den lokalen MKW-Schaden. Anschließend wurde ein Grundwassermonitoring durchgeführt, um bei eventuellen zukünftigen Kontaminationen sofort reagieren zu können. Der Rückbau begann mit der Entkernung des Gebäudes und der Schadstoffsanierung. Schadstoffe wie Asbest, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und künstliche Mineralfasern (KMF) wurden fachgerecht ausgebaut und entsorgt. Dann begann der oberirdische Abbruch der Gebäude, gefolgt von den Bodenplatten. Auf dem Gelände befindliche Gefahrstofftanks wurden ebenfalls beseitigt. Nicht kontaminiertes, mineralisches Material der Bodenplatte und weitere Betonteile wurden gebrochen und zerkleinert. Das verbleibende, mineralische Abbruchmaterial wurde als Frostschutzschicht auf die Fläche aufgetragen. So konnte Panattoni 10.000  m² Recyclingmaterial für den Neubau verwenden. Neben der Green-Building-Strategie des Projektentwicklers ist dies ein weiterer Nachhaltigkeitsaspekt des Panattoni Parks Würzburg Ost.

Kühlen mit Sonnenenergie

Panattoni hat für die Anlage zwei namhafte Mieter gewinnen können: Nach der Entsorgung von insgesamt 576 Tonnen Asbest bot das revitalisierte Gelände ausreichend Platz für das neue Logistikzentrum von Dachser und das Distribu­tionszentrum von s.Oliver. Dachser benötigte einen zweiten Standort in der Nähe von Würzburg, um Transportaufträge in der Region Mainfranken abwickeln zu können. Der Wirtschaftsstandort Dettelbach bot sich aufgrund der zentralen Lage und guten Verkehrsanbindung an. Je nach Kundenwunsch werden die Waren nun in Dettelbach gelagert, kommissioniert, konfektioniert und schließlich zum Empfänger transportiert. Da Dachser eine der Halleneinheiten für die Lebensmittellogistik nutzt, wurde ein Kühlsystem integriert. Damit kann die Halle auf verschiedene gewünschte Temperaturbereiche eingestellt werden. Die dafür benötigte Energie erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach.

Das Unternehmen s.Oliver nutzt seine neue Niederlassung als zentrales Distributionslager für den europäischen Markt, um den wachsenden Anforderungen im E-Commerce gerecht zu werden. Das neue Logistikzentrum verfügt daher über spezielle intralogistische Einrichtungen wie einen Pick-Tower und ein Hängewarenlager. Individuelle Automatisierungs­lösungen wie ein automatischer Retourenpuffer und ein Taschensorter beschleunigen die Lagerprozesse zusätzlich.

Zusammenspiel von Hightech und Green Building

Panattoni legte Wert auf nachhaltige Entwicklung der Anlage. Das auf eine hohe Drittverwendungsfähigkeit ausgelegte Gebäude ist mit einer 1,4 Megawatt starken Photovoltaikanlage und Elektrotankstellen für Pkw und E-Bikes ausgestattet. Dachbegrünte Fahrrad- und Raucherunterstände sowie Well-Being-Bereiche sorgen für eine naturnahe Wohlfühl­atmosphäre. Eine Teichanlage mit biologischer Filterung, unversiegelte Außenflächen und wassergebundene Wege fördern die heimische Flora und Fauna. Wildblumen- und Streuobstwiesen tragen ebenso zum Erhalt der Artenvielfalt bei wie Nisthilfen für Gebäudebrüter und Fledermäuse. Für die ehemals auf dem Gelände lebenden Zaun­eidechsen wurde auf einer Fläche von 9.300  m² ein Ersatzhabitat geschaffen. Mit diesen und weiteren Nachhaltigkeitsmaßnahmen erreichte der Logistikimmobilienentwickler für die s.Oliver-Halle den DGNB-Platin-Standard und für die Dachser-Halle wurden alle Voraussetzungen für eine DGNB-Gold-Zertifizierung erfüllt.

Im Ergebnis ist es gelungen, Ressourcen zu schonen und bereits versiegelte Flächen zu modernisieren: „In enger Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten und Vertretern des Landkreises Kitzingen haben wir eine jahrelang kontaminierte, brachliegende Industriebrache in ein nachhaltiges und modernes Logistikzentrum verwandelt“, so Bohn. „Die Entwicklung des Panattoni Park Würzburg Ost zeigt, wie eine umwelt- und sozialverträgliche Realisierung einer Logistikimmobilie funktio­nieren kann.“ Davon profitieren sowohl die Kommune als auch die Mieter. Die Ansiedlung der beiden Unternehmen stärkt zudem die Wirtschaftskraft des Landkreises Kitzingen.

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