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Artikel und Hintergründe zum Thema

Logistik-Dienstleister

Service bis ins Regal

Die Logistik-Dienstleistungen, die der Handel benötigt, enden nicht an der Rampe. Immer häufiger sind die beauftragten Kontrakt-Logistiker auch in den Filialen selbst aktiv, um z.B. die Regale zu bestücken oder Displays für Sonderaktionen aufzubauen. Einlagern - kommissionieren - versenden: Logistik-Dienstleister, die ausschließlich nach diesem Prinzip arbeiten, werden im Handel kaum Kunden akquirieren können.

Die Filialisten wollen mehr: Sie sind bestrebt, Effizienz- und Rationalisierungspotenziale zu erschließen. Dabei ist das Bündeln und Sammeln von Sendungen ein wichtiger Aspekt. Gefragt ist auch die Integration von zusätzlichen Tätigkeiten wie Preisauszeichnung oder der Display-Bau für Sonderaktionen. Aufgrund des kontinuierlichen hohen Sendungsvolumens überrascht es nicht, dass viele Großhändler und Filialisten das Angebot von Kontraktlogistikern nutzen.

Logwin hat vor wenigen Monaten in Renningen bei Stuttgart ein Cross-Docking-Center für die Parfümeriekette Douglas in Betrieb genommen. Dort treffen Sendungen der Douglas-Lieferanten aus aller Welt ein, die bereits nach Filialbestellungen gekennzeichnet sind. Logwin-Mitarbeiter packen die Waren aus, buchen sie ins Lagerverwaltungssystem ein, gleichen sie mit der ursprünglichen Filialbestellung ab und stellen die Lieferungen für die Filialen zusammen. Dazu wird jeder einzelne Artikel überprüft und gescannt. Direkt nach dem Einlesen der Barcode-Labels wird das Preisetikett ausgedruckt, bestimmte Artikel erhalten zusätzlich ein Sicherheitsetikett.

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Lagerflächen in den Filialen entfallen Im nächsten Schritt erfolgt die Verpackung in Mehrwegbehälter - und zwar so sortiert, dass die Mitarbeiter der Filiale sie direkt ins Regal räumen können. Auspacken, Auszeichnen und Sortieren entfallen somit. Zwei- bis fünfmal pro Woche beliefert Logwin die rund 80 Douglas-Geschäfte der Region mit jeweils einer filialgerechten und regalreinen Sendung.

Dr. Michael Krings, Director Logistics and Organisation International der Parfümerie Douglas GmbH, ist von diesem Konzept überzeugt: "Kostenintensive Lagerflächen in den Filialen entfallen, und unsere Mitarbeiter müssen sich nicht mit der Warenaufbereitung aufhalten, sondern können sich ganz auf die Kundenberatung konzentrieren.“

An den Standorten Aschaffenburg, Hamburg und Langenfeld betreibt Logwin weitere Cross-Docking-Center für Douglas. Während Douglas eine Größe erreicht hat, die eine direkte Belieferung durch die Hersteller rechtfertigt, sind Einzelhändler und kleinere Ketten nicht nur in der Kosmetik auf den Großhandel angewiesen. Für einen dieser Großhändler hat Pfenning in Heppenheim die Lagerung und Auslieferung der Artikel übernommen.

Das Lager - eine Kombination von Palettenlager mit 6 500 Plätzen, automatischem Schmalganghochregallager und Durchlaufregal - ist als Multi-User-Lager mit hoher Flexibilität ausgelegt. Denn an manchen Tagen sind über 6 000 Lagerzugriffe nötig, an anderen nur rund 2 000. Der Grund: Die Nachfrage nach hochwertigen Kosmetikartikeln wird stark von Verkaufsaktionen des Einzelhandels beeinflusst. Hinzu kommen saisonale Schwankungen. Dabei erwartet der Kunde stets die Verfügbarkeit der gewünschten Ware, sonst geht er zum Wettbewerb, der oft nur wenige Meter entfernt ist.

Logwin

Pfenning gewährleistet hohes Tempo beim Versand: Bei Artikelabrufen beträgt die Zeit zwischen Kommissionierung und Verwiegung nie mehr als 25 Minuten. Auch können bei der Auslieferung bzw. dem Weitertransport vom Kunden vorgegebene Zielversandtermine beachtet werden. Sie stellen sicher, dass die Ware die Einzelhandelsfilialen nicht zu früh erreicht, sondern pünktlich zum vorgegebenen Zeitpunkt, damit Preisaktionen oder Produkteinführungen von Handelsketten landesweit zeitgleich beginnen können. Die Lagerverwaltungs-Software unterstützt auch Sonderleistungen wie z.B. das Handling von Retouren.

Sortieranlage für Schuhlogistik Mit einer neuen Sortieranlage im dänischen Kolding reagiert DB Schenker Logistics auf die wachsende Nachfrage nach der Belieferung von Einzelhändlern in der Modebranche. Die neue Anlage der Landesgesellschaft Schenker A/S wurde speziell für die Schuhlogistik geplant und kann bei voller Auslastung jährlich mehr als eine Million Kartons abfertigen. Genutzt wird sie für die Einzelhandelskooperative Shoe-D-Vision, die im Auftrag von drei Einzelhandelsketten Schuhe importiert und in mehr als 320 Läden in Skandinavien verkauft.

Die Anlage steht auf Pfeilern und verfügt über eine Sortierplattform in drei Metern Höhe. So kann die gesamte Bodenfläche für das Zusammenstellen der Sendungen genutzt werden. Sie erhöht nicht nur die Liefergeschwindigkeit, sondern spart auch Kosten. Lisbeth Malfeld, Logistikchefin von Shoe-D-Vision: „Wir sparen jetzt zehn Prozent der Gesamtlogistikkosten und profitieren von einer deutlichen Qualitätssteigerung.“

Die Sortieranlage ist nur eine von vielen Branchenlösungen, die Schenker für die Modebranche entwickelt hat. Viele Hersteller und Händler von Bekleidung nutzen auch das Service-Angebot DB Schenkerskybridge: eine Kombination aus Luft- und Seefracht, die die Laufzeiten um 30 bis 50 Prozent im Vergleich zu reiner Seefracht reduziert. Gleichzeitig sinkt der CO2-Ausstoß um bis zu 50 Prozent gegenüber einem durchgehenden Transport der Waren per Luftfracht, auch die Kosten liegen um 30 bis 50 Prozent niedriger. Solche Services bieten dem Handel Spielraum, um auf steigenden Wettbewerbsdruck und höhere Preissensibilität zu reagieren.

Netzwerk für hängende Ware Aus der Sicht der Textillogistik sind Bangladesh, China, Nordafrika und die Türkei „Sourcing Hotspots“. Hier starten die Logistikketten, die DHL Supply Chain für die Modebranche bietet. Zu den Besonderheiten gehört ein europaweit flächendeckendes Netzwerk auch für hängende Bekleidung mit über 75 Standorten. Allein in Deutschland transportiert DHL pro Jahr über 25 Mio. hängende und über 75 Mio. liegende Teile und übernimmt dabei auch zusätzliche Services wie Etikettieren. Selbst das manuelle Bügeln der Teile kann der Kunde an DHL delegieren.

Pipeline statt Supply Chain für Europas Baumärkte Noch größer als in der Textillogistik sind die Volumina, die im DIY-Markt zu lagern und zu transportieren sind. Dachser hat eine Branchenlösung entwickelt, die europaweit 18 000 Baumärkte täglich über eine „DIY-Logistics Supply Pipeline“ versorgt. Der Begriff verdeutlicht den kontinuierlichen Warenfluss, wobei das Konzept weit über die reine Belieferung hinausgeht.

Zum Beispiel übernehmen die Mitarbeiter von Dachser Zusatzdienstleistungen des Merchandising wie Warenverräumung oder Aktions- und Saisonplatzierungen sowie Sonderaufgaben wie Store-Checks und Sortimentsanalysen . Auch hier gehört das Retourenmanagement zum Portfolio. Nach Angaben von Dachser verkürzt der Merchandisingservice die Warenverräumung ins Regal von durchschnittlich viereinhalb Tage auf einen Tag.

Die Artikel sind somit schneller verfügbar und können entsprechend schneller verkauft werden. Und das europaweit. Ralf Meistes, Fachbereichsleiter Dachser DIY-Logistics: „Die Synergien in unserem europäischen DIY-Netzwerk schaffen den entscheidenden Mehrwert für alle Akteure der Branche: Industrie, Handel und auch für den Endkunden.“

Dachser

Dachser GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.dachser.com DHL Supply Chain, www.dhl.de Logwin AG , E-Mail : [email protected], logwin-logistics.com KMP Holding GmbH, E-Mail: [email protected], www.pfenning-logistics.com Schenker Deutschland AG, E-Mail: [email protected], www.schenker.de

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