Logistikimmobilien

Martin Schrüfer,

Es tönt der Ruf nach Innovation

Die Flächennachfrage im Logistikimmobilien-Sektor nimmt seit Jahren zu, Treiber wie der E-Commerce, die Corona-Pandemie sowie der Ausbau regionaler Bevorratungsstrukturen heizen den Bedarf an. Gleichzeitig nehmen die Herausforderungen für Projektentwickler angesichts eines Flächenmangels und kommunaler Widerstände gegen Logistikvorhaben zu.

© Panattoni

Mit dem Fokus auf Revitalisierungsvorhaben sowie der Stärkung der kommunalen Zusammenarbeit zeigt der Entwickler Panattoni, wie zukunftsfähige Ansiedlungsvorhaben gelingen. Der Logistikimmobilienmarkt zeigt sich seit Jahren stabil, die positive Marktdynamik konnten auch die gesamtwirtschaftlichen Einbrüche durch die Corona-Pandemie nicht trüben. So vermeldete im Sommer 2021 der Immobiliendienstleister CBRE, dass mit 3,5 Mio. Quadratmeter entwickelter Logistikfläche im ersten Halbjahr ein neuer Rekordflächenumsatz erzielt wurde sowie ein Wachstum von 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum.

Flächennachfrage nimmt zu

Auch in naher Zukunft ist mit einer Umkehr der positiven Marktentwicklung nicht zu rechnen. Im Gegenteil sorgen gleich mehrere Faktoren dafür, dass Logistikimmobilien an Bedeutung zunehmen. Zum einen boomt der E-Commerce. Im gesamten ersten Halbjahr 2021 gaben Onlineshopper laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) in Deutschland insgesamt 45,2 Mrd. Euro aus. Damit legte der Umsatz im E-Commerce in den ersten sechs Monaten des Jahres um 23,2 Prozent auf 45,2 Mrd. Euro Umsatz zu, Ende des Jahres könnten die Erlöse erstmals die Marke von 100 Mrd. Euro überschreiten. Ein derartiges Wachstum ist nur mit der Schaffung neuer Logistikfläche zu bewältigen: Laut CBRE wird der On-linehandel in Deutschland bis 2025 über 4 Mio. Quadratmeter zusätzliche Logistikfläche benötigen.

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Gleichzeitig steigen im Zuge der Corona-Pandemie die Sorgen um die Versorgungssicherheit von Handel, Produktion und Bevölkerung. Schon jetzt wird die wirtschaftliche Entwicklung von mangelnden Rohstoffen wie Holz gebremst, die Automobilbranche musste zeitweise aufgrund des Chipmangels einen Produktionsstopp erzwingen, der mit hohen Verlusten einherging. Vielerorts regieren Unternehmen mit einem Ausbau der regionalen Bevorratungs- und Herstellungsstrukturen, die bereits in der Halbleiter-Produktion mit Nachdruck vorangetrieben werden.

Gerade aufgrund der hohen Marktdynamik nehmen allerdings die Herausforderungen für Projektentwickler zu. Sowohl der landesweite Flächenmangel als auch die kommunalen Widerstände gegenüber Logistikansiedlungsvorhaben fordern von Entwicklern innovative Ansätze und Lösungen.

Erfolgsfaktoren für Logistikansiedlungen

Mit komplexen Revitalisierungsvorhaben sowie einem Fokus auf die kommunale Zusammenarbeit zeigt Panattoni, der führende Projektentwickler für Industrie- und Logistikimmobilien in Europa, wie zukunftsfähige Ansiedlungsvorhaben gelingen. Bei der Realisierung des Panattoni Park Mannheim Ost in Ladenburg, Baden-Württemberg, führte der Entwickler das derzeit größte Revitalisierungsvorhaben eines ehemaligen Industriegeländes im Rhein-Necker-Gebiet durch. Das etwa 120.000

Quadratmeter umfassende Gelände liegt am Neckar-Kanal und in unmittelbarer Nähe eines der größten Binnenhäfen Europas. Bis 2016 wurde es von einem Hersteller von Reinigungsprodukten und Haushaltswaren genutzt, nun führte Panattoni die Flächen im Zusammenspiel mit der Kommune einer Wiedernutzung zu. Insgesamt entstanden drei Hallen mit einer Logistikfläche von insgesamt rund 54.000 Quadratmeter. Dabei wurden Teile der bestehenden Industrie- und Chemieanlagen in das neue Nutzungskonzept einbezogen und weiterverwendet. Mit der Vollvermietung an den Duisburger Schifffahrts- und Speditionskontor Neska noch vor Fertigstellung der Immobilie gelang ein wichtiger Erfolg.

Auch bei der Errichtung des Logistikzentrums in Rangsdorf nahe Berlin mit einer Gesamtnutzungsfläche von 50.000 Quadratmeter setzte Panattoni auf die Arbeit mit den kommunalen Partnern vor Ort und begleitete unter anderem die gesamte Baurechtschaffung. Dabei stieß der Entwickler nicht nur auf diverse Herausforderungen wie etwa archäologische Ausgrabungen, sondern führte auch umfangreiche Infrastruktur-, Verkehrs-, Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen durch. Dies begann mit der Renaturierung von Parks und der Umgestaltung eines 3.000 Quadratmeter großen Gutsparks mit Nähe zur örtlichen Grundschule und setzte sich in der Umsiedlung einer örtlichen Eideschenart sowie der Errichtung von Lerchenfenstern fort. Außerdem unterstützte der Entwickler den Ausbau des örtlichen Industriegebiets, mit der die Kommune eine Sogwirkung auf die Ansiedlung von weiteren Klein- und Gewerbebetrieben aus der Region erzielen konnte. „Bei der Errichtung gleich zweier unsere jüngsten Projekte in Rangsdorf und Ladenburg haben wir gezeigt, dass wir mit der Entwicklung neuer Flächen auch einen kommunalen Mehrwert schaffen. Dies haben wir durch eine Vielzahl an Maßnahmen erreichen können wie zum Beispiel die Revitalisierung von Brachgrundstücken, aber auch mit dem Fokus auf die ökologische Nachhaltigkeit der Projekte“, so Fred-Markus Bohne, Managing Partner bei Panattoni.

Städtebauliche Akzente setzen mit Citylogistikimmobilien

Die Zusammenarbeit mit der Kommune setzt der Entwickler auch im Bereich der Citylogistikimmobilien fort. Immerhin steigt mit dem wachsenden Onlinehandel auch der Bedarf nach städtischen Logistik- und Gewerbeflächen. Mit dem Konzept „City Dock“ konzipierte Panattoni eine Immobilienlösung zur Schaffung kleinteiliger urbaner Gewerbeflächen mit direkter Anbindung an Straßennetze sowie an den öffentlichen Nahverkehr. Aufgrund ihrer flexiblen Nutzungsmöglichkeit sind die innovativen Businessparks auch für Logistiker, insbesondere aus dem KEP-Bereich (Kurier, Express, Paket) attraktiv.

In Kirchheim bei München setzt Panattoni mit der Errichtung des Gewerbeparks zusammen mit der Stadt sowie der Wirtschaftsförderung einen neuen städtebaulichen Akzent und revitalisiert dazu ein Konversionsgrundstück, das ehemals von einem Gleisbauunternehmen genutzt wurde. Dabei startet das Unternehmen unter anderem ein Pilotprojekt mit dem Start-up Green City Solutions, das mit seiner innovativen Luftfilteranlage „CityTree“ einen Beitrag zur Feinstaub-Reduzierung und damit zu einer Verbesserung der Luft in Städten leistet. Von der Kombination aus Innovation und Nachhaltigkeit profitieren nicht nur die Mitarbeitenden der Immobilie, sondern auch die Gemeinde und die BürgerInnen vor Ort.

Der Beitrag erschien in materialfluss 8-9/21.

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