Aus materialfluss 8-9/2019

Jede Menge Stahl in Bewegung

Im südbadischen Kirchzarten stellt Stahlbau Schauenberg Anlagen für Raffinerien, Chemieanlagen und Kraftwerke auf der ganzen Welt her. Für die sichere Handhabung der benötigten Stahlbleche und -rohre sind Krananlagen und Seilzüge von Stahl Cranesystems im Einsatz.

Im Außenlager von Stahlbau Schauenberg werden mit Hilfe zweier Zweiträgerbrückenkrane und zweier Seilzüge tonnenschwere Stahlbleche und -rohre für die Verarbeitung im Werk umgeschlagen. © Stahl CraneSystems

Ob Kunststoff-, Lebensmittel-, Pharma- oder Automobilindustrie – kaum ein Industriezweig kommt ohne die von der chemischen Industrie erzeugten Rohstoffe aus. Die Herstellung verschiedener Gase und Elemente erfolgt in riesigen Raffinerien, Spaltöfen oder Luftzerlegungsanlagen. 20.000 bis 25.000 Tonnen – so viel Stahl steckt in den Konstruktionen der indus­triellen Anlagen, welche die Mitarbeiter von Stahlbau Schauenberg an sechs Standorten weltweit pro Jahr produzieren. Teilweise werden für die Produktion einzelner Prozess- oder Raffinerieöfen bis zu 7.500 Tonnen Metall abgewickelt: eine Menge Material, das geliefert, gelagert, bewegt und der Produktion zugeführt werden muss.

Langjährige Zusammenarbeit mit Stahl Cranesystems
Im südbadischen Kirchzarten, etwa zehn Kilometer östlich von Freiburg, befinden sich Hauptverwaltung, Engineering, Produktion und Montage des Familienunternehmens. Hier lagern im Außenbereich diverse Bleche und Rohre für die Montage und Verarbeitung im Werk. Beinahe im Stundentakt wird neues ­Material angeliefert. Der für das Handling der Stahlbleche verantwortliche Mitarbeiter hat alle Hände voll zu tun. Für den Umschlag des Stahls sind in Kirchzarten bereits seit 2009 Krananlagen mit Hebezeugen von Stahl CraneSystems im Einsatz. Schon damals installierte Innokran, langjähriger und zertifizierter Partner von Stahl Cranesystems, Anlagen im Werk und stattete diese mit Technik von Stahl CraneSystems aus. Weil der Kunde mit den Anlagen und Hebezeugen zufrieden ist, wurde Innokran auch 2018 mit der Modernisierung der Krananlage im Außenbereich beauftragt.

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Modernisierung für mehr Material
Die bisherige Krananlage im Lagerbereich stammte aus den 70er-Jahren und war mit sechs Tonnen Tragfähigkeit dem Anstieg von Stückzahl und Gewicht des umgeschlagenen Materials nicht mehr gewachsen. Außerdem war die Hakenhöhe der Krananlagen nicht mehr ausreichend, daher war eine Erhöhung der Tragfähigkeit sowie ein Austausch der Hebezeuge nötig. Die Modernisierung der kompletten Anlage lief in enger Zusammenarbeit zwischen Innokran und Stahlbau Schauenberg ab. Als Spezialist im Stahlbau hat Schauenberg die nötige Umrüstung der Kranbahnen auf die gewünschte höhere Traglast selbst vorgenommen. Innokran hat Krane, Hebezeuge und Technik installiert.

Für den Dauereinsatz im Außenbereich gerüstet
Die neue Anlage besteht aus zwei Zweiträgerbrückenkranen mit 20 Meter Spannweite und jeweils zehn Tonnen Tragfähigkeit. Die Kranbrückenträger wurden um 500 Millimeter auf­gebockt, um eine Hakenhöhe von 7,5 Meter zu erreichen. An den Kranen ermöglichen zwei Seilzüge SH 50 von Stahl Cranesystems mit ihrer serienmäßig kompakten Bauweise eine optimale Raumausnutzung durch geringe Anfahr- und Bauhöhenmaße. Die Bedienung der Anlage erfolgt bequem über eine Funkfernsteuerung. Für den Dauereinsatz im Außenbereich sind die Hebezeuge aus Künzelsau optimal gerüstet: Stillstandheizungen der Motoren und Steuerungen sorgen für einen ­reibungslosen Betrieb bei Temperaturen bis minus 20 Grad Cel­sius. Einen zusätzlichen Witterungsschutz bieten die über all­en elektrischen Bauteilen installierten Regenschutzdächer.

Künftig soll wertvolle Zeit beim Handling eingespart werden, indem das manuelle Anschlagen der Bleche mit Hilfe von Ketten durch das Anschlagen mit Magnettraversen ersetzt wird. Daher hat Innokran die Anlage mit Federkabeltrommeln und arretierbaren Lasthaken für die Installation einer Magnetanlage vorbereitet. Mit einer Hubgeschwindigkeit bis acht Meter pro Minute, einer Katzfahrgeschwindigkeit von 20 Meter pro Minute und einer Kranfahrgeschwindigkeit von 40 Meter pro Minute ist eine zügige Bewegung des Materials auch aktuell schon möglich. Um die Seitenkräfte an einer Kranbahnachse zu reduzieren, sind die Kopfträger der Krane mit horizontalen Führungsrollen und spurkranzlosen Lauf­rollen ausgerüstet; so lassen sich Fahrwiderstand und ­Verschleiß minimieren.

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