Modernisierung

IT-Landschaft harmonisiert, Zwischentransporte automatisiert

Für die Emmi Schweiz AG hat Stöcklin Logistik in Ostermundigen die Intralogistik reorganisiert und die Prozesse flexibilisiert. Im Zuge dessen wurde das StöcklinWCS (Warehouse Control System) modifiziert und in weiteren Funktionsbereichen implementiert. Gleichzeitig sind die früher manuell vorgenommenen Warentransporte zwischen den beiden Hochregallagern automatisiert worden. Sie werden seit April 2018 durch zwei fahrerlose Transportfahrzeuge des Typs Eagle ANT abgewickelt.

Das Lager von Emmi in Ostermundingen hat einen jährlichen Durchsatz von rund 350.000 Paletten. © Emmi

Emmi ist der größte Milch-Verarbeiter in der Schweiz und gilt als eine der innovativsten Premium-Molkereien Europas. Seine Produkte exportiert das mit Hauptsitz in Luzern ansässige Unternehmen in 60 Länder weltweit. Frischprodukte wie Joghurts, Emmi Caffè Latte und Glace werden in Ostermundigen bei Bern hergestellt und dort auch zwischengelagert. Zudem werden Produkte aus weiteren Produktionsstätten im Cross-Docking-Verfahren durchgeschleust. Der jährliche Durchsatz beläuft sich auf rund 350.000 Paletten mit gekühlten und etwa 65.000 Paletten mit ungekühlten Waren. Hinzu kommen an die 30.000 Paletten mit Handelsprodukten.

Lagerkapazität auf 8.600 erhöht
Über viele Jahre betrieb Emmi in Ostermundigen zwei Hoch­regallager, eines für den Frischebereich und eines unter Tiefkühlbedingungen. Aufgrund des anhaltenden Wachstums fiel Ende 2013 die Entscheidung, die Tiefkühllogistik auszulagern und dieses Hochregallager in einen Logistik-Hub beziehungsweise ein Frischedistributions-Center umzuwandeln. Um dies umsetzen zu können, war neben gebäudetechnischen Maßnahmen eine Neukonzeption des innerbetrieblichen Materialflusses sowie der Distributionslogistik erforderlich. In Folge beauftragte Emmi Stöcklin Logistik, die anstehenden Aufgaben als Generalunternehmer für die Intralogistik umzusetzen. Im Zuge dessen sind zwischen 2013 und 2015 unter anderem das bestehende Kanallager umgebaut und die Lagerkapazität auf 8.600 Plätze erhöht worden.

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Datenkommunikation vereinheitlicht und Transporte automatisiert
Seither existierten praktisch zwei unabhängige Lager mit jeweils eigenen Lagerverwaltungen und Materialflusssteuerungen. Um eine neue, schnittstellenbereinigte Durchgängigkeit für beide Anlagen zu erreichen, wurde unter anderem die Steuerungshoheit für sämtliche Materialflüsse komplett auf das StöcklinWCS übertragen. Dieses Modul fungiert sowohl als integraler Bestandteil des StöcklinWMS oder kann, wie im Fall von Emmi, als autarke Ebene unterhalb des WMS eines Marktbegleiters betrieben werden. Parallel wurden funktionale Anpassungen an der Fördertechnik vorgenommen und die Warentransporte zwischen den beiden Lagern automatisiert. „Angesichts des bei Emmi implementierten kontinuierlichen Verbesserungsprozesses waren Zuführungen via Handhubwagen oder Stapler nicht weiter tolerierbar“, berichtet Projektleiter Niklaus Schäfer. Pro Tag müssen hier über eine Dauer von zwölf Stunden rund 300 Paletten bewegt werden. Hinzu kommen rund 200 manuell kommissionierte Paletten, die ins Lager verbracht werden müssen.

Um dies effizienter meistern zu können, entschied man sich für den Einsatz von zwei automatisierten Mittelhub-Geräten Eagle ANT von Stöcklin Logistik. Kennzeichnend für die fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) ist, dass die Navigation über Umgebungsmerkmale, wie Wände oder Säulen erfolgt. Zwei integrierte Sicherheitslaser-Scanner sorgen für die erforderliche Orientierung und überwachen fortwährend den Fahrbereich. Während der Fahrt werden die Messdaten der Laserscanner mit einer hinterlegten Karte der Einsatzumgebung, in welcher der Kurs vermerkt ist, abgeglichen. Bei mobilen oder stationären Hindernissen stoppt das Fahrzeug beziehungsweise passt seine Geschwindigkeit an das Geschehen an. Bestückt ist das fahrerlose Transportsystem (FTS) mit wartungsfreien ­Lithium-Ionen-Batterien (Stöcklin Li-Ion).

Die Ausgangsleistung respektive Anzahl der Transporte durch die FTF beträgt in der Spitze 25 Paletten pro Stunde. Über eine Einsatzdauer von zwölf Stunden werden heute im Schnitt 300 bis 500 Paletten automatisiert bewegt, sodass Mitarbeiter, die bis dato in diesen Prozess involviert waren, in anderen Bereichen produktiv eingesetzt werden können. „Der Eagle ANT ist aufgrund seiner technischen Optimierung auf einen schnellen Return of Investment (ROI) ausgelegt“, sagt Bernd Krebs, Produktverantwortlicher FTF/FTS bei der Stöcklin Logistik AG. „Durch die Navigation mittels Umgebungsmerkmalen profitierten Anwender von einem hohen Maß an Flexibilität, insbesondere dann, wenn Fahrkursänderungen anfallen oder zusätzliche Fahrzeuge zwecks Erweiterung der Flotte eingebunden werden sollen.“

Gesamtpaket reduziert Aufwände und erhöht die Flexibilität
„Die physische Verbindung beider Lager mittels fahrerloser Transportfahrzeuge bei gleichzeitiger Synchronisation der gesamten Materialflusssteuerung setzt eine sehr spezielle Exper­tise voraus, die wir in unseren Geschäftsbereichen Anlagen sowie Flurförderzeuge bündeln“, umschreibt Bernd Krebs das spezielle Anforderungsprofil. „Eine durchgängig harmonisierte IT-Landschaft über beide Hochregallager macht vieles einfacher, reduziert die Schnittstellenproblematik und senkt den Betreuungsaufwand“, ergänzt Niklaus Schäfer von Emmi. Dank der Implementierung der Eagle ANT-FTF könnten die Warentransporte zwischen den beiden Hochregallagern nun fehlerfrei und sicher automatisiert abgewickelt werden. Auch Umlagerungsvorgänge ließen sich flexibel abwickeln, da die FTF stets verfügbar sind und keine Mitarbeiter eingeplant werden müssen. Sollte in Anbetracht erhöhter Leistungsanforderungen zukünftig eine Aufstockung notwendig sein, kann Emmi das vorhandene Duo jederzeit problemlos um einen oder mehrere autonom verfahrene „Kollegen“ ergänzen.

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